Archive for the Category Natur

 
 

Beschaulicher Novembermorgen

Der Morgennebel trübt noch meinen Blick,
dieweil ich dort am Fenster Weite suche
und schwache Baumkonturen nur verbuche,
still hoffend auf der Sonne golden Glück.

Doch ’s Stövchen leuchtet hell und wärmt den Tee,
schafft wohlige Behaglichkeit im Raum,
und so, als schenke Spätherbst einen Traum,
erschau ich vor dem Haus die Nebelsee.

Die Phantasie lässt mich dort Feen sehen,
die zart verschleiert tanzen, leichthin schweben
des Tages Licht allmählich sanft verweben,
bevor sie mit dem Nebel flüchtig gehen.

Und dann erwacht dies farbenfrohe Glänzen,
das Herbst ins Laub der Bäume golden flicht,
uns schenkt, als sei ’s ein leuchtendes Gedicht,
das er in vielen Tönen mag kredenzen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Schwarze Löcher

Weit im All die Galaxien
kreisen um ein Schwarzes Loch;
massenreich mag Schwerkraft ziehen
alles hin, bestimmt das Joch.

Auch auf Erden noch und nöcher,
so wie unlängst in Schmalkalden,
gibt es tiefe, schwarze Löcher,
die als Erdfall plötzlich walten.

Doch hier ist es nicht der Massen
Schwerkraft, die einstürzen lässt;
unterirdisch Lücken klaffen,
weil Gips, Salz nicht wasserfest.

Dort, wo in der Erde Schichten
Kalke, Salze angehäuft,
höhlt das Wasser aus die dichten
Teile, wenn es durch sie läuft.

Weltweit gibt ’s das Phänomen
überall zu finden noch;
auch im Meeresboden seh’n
wir das „Große Blaue Loch“.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Fotos: Pixabay

Eichhörnchen im Herbst

Der Herbsttag blickt noch schläfrig ins Gelände,
nur trüb erscheint das frühe Morgenlicht.
Des Nebels Grau verweigert Sonnensicht;
jedoch Eichhörnchen wuselt schon behände
und folgt flugs seiner Futter-Sammelpflicht.

Der Walnussbaum, die Buche und die Eiche,
auch dort im Park so mancher Haselstrauch
begrüßen es im feuchten Nebelhauch,
verschenken ihre Früchte hier im Reiche,
wo sie das rote Kätzchen gern aufklaubt.

Bemüht darum, die Schätze zu bewahren,
sucht es sich heimlich Orte weit und breit,
vergräbt den Vorrat für die Winterzeit.
Dort wachsen manchmal Bäume mit den Jahren
als grünes Glück seiner Vergesslichkeit.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Indian Summer

Es schenkt jetzt dieses späten Sommers Morgen
der Landschaft jenen zarten, lichten Glanz,
in dessen Milde ich mich wähn‘ geborgen,
fernab von Mühe, Leid, Corona- Sorgen
inmitten Indian Summers hellem Kranz.

Im Park die Birke grüßt in goldner Seide,
und feuerrot erstrahlt der Ahorn-Baum;
wo eine kleine Brücke schön ziert beide,
den Teich, den Schwarzbach, eine Augenweide,
fast märchenhaft ein farbenfroher Traum.

Da fühl‘ ich dieses Glück, ein Innehalten
lehrt mich zum Sommer-Abschied die Natur.
In ihrer Schönheit, ihrem Wandel, Walten
darf hier auch ich mir meinen Tag gestalten,
andächtig folgen ihrer sanften Spur.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Herbst 2020

Der Sommer geht, fast will es dir erscheinen,
als sei dies Jahr in Nebel eingehüllt.
Durch Covid-19 ist nichts mehr im Reinen.
So vieles, was gefiel, gilt ’s zu verneinen,
die Pandemie mit Sorge uns erfüllt.

Im Chor sollt‘ man seit März schon nicht mehr singen,
und auch Theater , Oper, Sport und Spiel,
ja selbst Familien-Feiern zählt man zu den Dingen,
die die Gefahr, das Virus mit sich bringen.
Zu Haus allein zu bleiben, wird zum Ziel.

Das Internet mit virtuellem Leben
dir einen Hauch Gemeinsamkeit erlaubt.
Hier mag die stumme Stimme sich erheben,
den Lieben, die so fern, noch Nachricht geben,
und dennoch fühlst du dich des Glücks beraubt.

Doch mahnt dich die Vernunft: Die Turbulenzen,
die hier Corona in dein Leben bringt,
sind nichts, verglichen mit den Insolvenzen,
Vernichtung vieler Menschen Existenzen,
wenn ein Lockdown die Wirtschaft nieder zwingt.

Da bleibt dir, wie so häufig, nur dein Hoffen,
dass sich das bessern wird im nächsten Jahr,
wenn Impfstoff da ist, zähmt, was uns betroffen,
wir wieder sehen die Gesellschaft offen
und Lebensfreude uns winkt hell und klar.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Jahreszeiten

Wie schön ist es, in einem Land zu leben,
das täglich zeigt die Vielfalt der Natur,
im Jahreszeitenwechsel dies Erbeben,
Veränderungen zeichnen sanfte Spur.

Ja jede Jahreszeit hat eigne Klänge,
so auch Gerüche, die dir wohl vertraut,
wie sich die Luft anfühlt, des Winds Gesänge,
des Sonnenbogens Höhe, die erschaut.

Da wandeln sich der Weltenbühne Bilder.
Nach kaltem, weißem Winter darfst du sehen
und fühlen, wie im Frühling, der nun milder,
fast paradiesisch, Blüten neu entstehen.

Dem zarten Lenz folgt Sommers pralles Leben.
Das Land, es flimmert in der Hitze Glut.
Jedoch in Sternennächten möcht’ man schweben,
auch tut am Tag ein Bad im See so gut.

Und kommt der Herbst, schenkt Früchte, Drachenspiele,
ein Farbenfeuerwerk er wild entfacht;
lässt uns des Lebens Schönheit nah erfühlen,
bevor Natur ruht sanft in Nebelnacht.

Wir fahren mit im Kreislauf dieses Lebens,
sind wache Zeugen einer Schöpfungsmacht,
die Werden und Vergehen nicht vergebens
lässt leben, leuchten auf in All und Nacht.

© Fotos u.Text: Ingrid Herta Drewing,

Hummelmusik

Die Hummel spielt heut’ virtuos
der Blütenharfe Lied.
Schwirrt sie vom Blütenstiele los,
bebt dieser, wie man sieht.

So bringt sie den Lavendelbusch
nun flugs in zartes Schwingen,
wie sie von Blüt’ zu Blüte huscht;
die Elfen hören ’s klingen.

Und überall darf sie dabei
vom süßen Nektar nippen.
Flugsicher kann sie, schwindelfrei,
hier in den Lüften wippen.

Still schaue ich ihr Spiel hier an,
sie pflegt es täglich wieder,
und habe meine Freude dran,
hör’ Sommers süße Lieder.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Kleiner Fuchs

Ein Kleiner Fuchs, kurz dem Kokon entwunden,
der schwirrte leicht dahin im Sonnenlicht.
Er hatte seine Schön-Gestalt gefunden,
dies Farbenspiel, ein leuchtendes Gedicht!
Flott flog er nun davon voll Zuversicht.

Der Blüten Vielfalt schien ihn zu verwirren;
wollt‘ kaum bei einer Blume da verweilen.
Und flatterhaft begann er sich zu irren,
dass keine könnt‘ den Nektar mit ihm teilen,
begab sich auf die Suche im Enteilen.

Er setzte schließlich, Flug erschöpft, sich nieder,
ganz in der Nähe bei dem Vogelnest.
Nun singt man diesem „Füchslein“ Trauerlieder,
denn Mutter Amsel nahm für’s Mahl ihn fest,
verfütterte den Jungen seinen Rest.

So grausam, bitter kann Natur da sein;
noch kaum gelebt, schon Schmetterling in Not!
Ist auf dem Bild der „Kleine Fuchs“ auch fein,
konnt‘ er nicht ahnen, was ihm danach droht‘,
Es wehrte Unschuld, Schönheit nicht dem Tod.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Schmetterling

S chwebst so leicht gleich zarten Blüten,
C hillend seh‘ ich dich von fern,
H eller Papillon, mein Stern,
M agst der Blumen sanfte Güte,
E rntest ihren Nektar gern.
T anzend in des Sommers Lüften,
T rägst du Schönheit in die Welt
E ilst beschwingt zu Wiese, Feld,
R osenhag, in dessen Düften
L ieblich ruhend ’s dir gefällt.
I mmer, wenn ich dich darf schauen,
N eu Natur sich zugesellt,
G rüßt als Schöpfung, schenkt Vertrauen.

© Ingrid Herta Drewing 

Sommer 2020

Der Sonne Licht liegt hell auf Wald und Fluren,
und Schwalben schweben hoch am Himmel hin.
Der Tag geruhsam weilt, die Sonnenuhren,
sie zeigen stündlich heiteren Beginn.

Da mag man es vergessen und kaum glauben,
dass uns Corona-Viren immer noch bedroh’n,
den Menschen Zukunft und auch Leben rauben,
der „Schöpfungskrone“ weltweit sind zum Hohn.

Jedoch lässt Sommers Leichtigkeit uns hoffen,
dass wir die Pandemie gut überstehen
und bald dann sehen alle Himmel offen,
uns tragen weiter Tatkraft und Ideen.

Dies‘ Ziel vor Augen: Leben unbeschwert,
ist uns auch lieb Gewohntes jetzt verwehrt!

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing