Archive for the Category Liebe

 
 

Oktobergold

Oktobergold,die Farben, die hier glühen,
das Laub der Bäume feurig röten,zieren,
verleihen Herbst dies‘ Leuchten;Ernte-Mühen
sich scheinen nun im Glanze zu verlieren.

Ein Morgen, der in sonnigem Aufklaren
auch dir das Licht in deine Seele schreibt,
dich lehrt, das Schöne innig zu erfahren,
schenkt zur Erinnerung dies‘ Bild,das bleibt.

Wärmt dir dein Herz noch, wenn in Winters Weiten
die Nebel hüllen deine Tage ein,
der Frost der Nächte droht, dich zu begleiten,
zu löschen deine Feuer, bist allein.

Dann wird des Phönix flammende Gestalt
sich aufwärts schwingen aus der Asche kalt.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Der Kuss

Ich fühl’ ihn noch, es bebten unsre Lippen,
in deinen Armen liegend, ward mir heiß,
der ersten Liebe Kuss, ein zärtlich Nippen,
und langsam schmolz des Winters starres Eis.

Wir spürten eine Sonne, die uns strahlte,
und waren lieb geborgen in dem Traum,
der Glanz und Glück in unsre Augen malte,
und leise fiel der Schnee, wir merkten ’s kaum.

Seitdem ist sehr viel Zeit ins Land gegangen;
sie trennte uns, wir haben uns verloren,
gereift ein neues Leben angefangen
und liebend andre Partner auserkoren.

Jedoch an diesen Wintertag, den Kuss
muss ich noch heute manchmal lächelnd denken;
mir wurde damals schön und zart bewusst,
was Liebe ist, was sie vermag zu schenken.

© Ingrid Herta Drewing

Poesie

Den Saum des Glückes,helle Tage halten,
des Lebens Süße kosten, Seidenhand
mag Farben-Träume zart gefächert falten,
und Schmetterlinge fliegen über Land.

Dorthin, wo lieblich duftende Gefilde
im Blütenrausch der Sonne Gold bedichten,
und, kraftvoll malend da im Strahlen-Bilde,
die Sehnsucht schreibt die glühenden Geschichten.

Den Klang erahnen, jene Melodie,
in welcher hier das Leben leuchtend schwingt,
den Nächten trotzend, da die Harmonie
der Stimmen sanft in Sternenliedern singt.

So möge Poesie die Worte lenken
und uns ihr Zauberlächeln zärtlich schenken.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Waches Ich

Schon seltsam,wie ein hilflos kleines Ich,
aus Dunklem kommend, in sein Dasein gleitet,
entdeckt im Spiel mit Andern sein Für-Sich,
das es bewusst auf seinem Wege leitet.

Es fühlt, erfährt die Welt mit allen Sinnen,
erlebt, empfindet tief die Freude, Schmerz;
und immer wieder singt ein neu Beginnen
ihm Liebeslieder in das junge Herz.

Auch wenn dann Müdigkeit der Lebensjahre
den Körper zwingt, sich ruhiger zu verhalten,
spielt es den Revoluzzer, und das klare
Bewusstsein liebt noch immer das Gestalten.

Denkt es erinnernd auch im Alter gern zurück,
so gilt doch Gegenwart und Zukunft wach sein Blick.

© Ingrid Herta Drewing

Muße

Es spricht die Pflicht meist’: “Eile, eile!“
und treibt dich an zur Arbeitswut.
Jedoch die Seele sagt: “Verweile,
genieß’ den Augenblick, nur Mut!“

Was du vom Leben magst erwarten,
oft Wünsche nach dem fernen Stern;
der Duft, die Rose hier im Garten
wird dabei übersehen gern.

So vieles, was dich kann beglücken,
ist nahe liegend. Sei bereit,
das kleine Glück vom Strauch zu pflücken!
Die Muße schenkt dir Erntezeit.

© Ingrid Herta Drewing

Lebensmelodie

Es regt das Leben sich im Wachsen, Mühen
und steht zum Welken dennoch dann bereit.
Der Schönheit Knospen und ihr hell‘ Erblühen
erstrahlen leuchtend nur für kurze Zeit.

Der Duft, der Klang, die süße Melodie
für eine Weile nur im Äther schwingen;
doch schenken sie der Welt die Harmonie,
die sanft und zart das Dunkel wird bezwingen.

© Ingrid Herta Drewing

Sehnsucht

Der Duft der Rosen
dringt lieblich in mein Zimmer.
Sommernachtsträume
schweben auf sanften Flügeln
über die Mauer zu dir.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Vanitas

Blauregen wirft die Ranken in den Wind,
die Mauer suchend, um sich festzuhalten.
Ob diese Pflanzen doch auch Wesen sind,
viel stiller nur und duldsam im Gestalten?

Vom Werden,Wachsen alles ist durchdrungen
und findet welk auch wieder in den Tod,
nachdem es hell sein Lied im Licht gesungen,
Ergrünen, Blühen, Reifen das Gebot.

Wir, unsren Wurzeln,wie es scheint,entronnen,
wir fühlen hier in dieser Welt uns frei,
da wir mit “ unsrer Schöpfung” selbst begonnen
ein neues Paradies, das irdisch sei.

Jedoch auch unser schönstes Morgenrot
besiegelt hier auf Erden doch der Tod.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Augenblick

Im Lichtfilter der Blicke
verfing sich ein Augenblick,
veränderte mein Leben.

Harmoniesüchtig,
die Dissonanzen meidend,
streichelnd das Klavier,
höre ich die Melodie
und versinke
träumend
in Moll.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Linde Erinnerung

Im Schatten der großen Linde,
dort auf der Bank unterm Baum,
spielt‘ ich als Kind; milde Winde
mischten den Duft so gelinde,
erblühend ein Sommertagstraum.

Hier ließ auch Liebe uns kosen,
noch wächst das Herz mit der Rinde.
Jung waren wir, glücklich; Rosen
sollten erglühen, kein Losen
führen in Dornengebinde.

Der Jugend Liebe verloren,
gemausert aus Frühlings Flaum.
Die Linde, die wir erkoren,
sie grünt noch,wie neu geboren,
verliert ihr Leuchten wohl kaum.

© Ingrid Herta Drewing