Archive for the Category Liebe

 
 

Nomade II

Auf dem Asphalt
grau und brüchig
die Last der Jahre,
ohnmächtiges Warten
auf ein Morgen.

Die Taube
kennt ihren Weg
nach Hause;
aber du,
von vielen Wassern geworfen
in die Brandung des Lebens,
ziehst,
den Sturmvögeln gleich,
rastlos
von Klippe zu Klippe
im endlosen Meer.

© Ingrid Herta Drewing

Echtes

Du weißt, der Glaube lässt sich nicht beweisen.
Nur wenn man glaubt,fühlt es sich richtig an;
man schickt die Seele andächtig auf Reisen,
wo sie des Lebens Ziel auch finden kann.

So scheint recht flüchtig auch dies‘ Liebessagen,
obwohl ein zärtlich‘ Wort gar traulich klingt,
uns inniglich und gut mag sehr behagen,
wenn es uns leicht erreicht,ins Herz eindringt.

Doch wahre Liebe wirkt in ihren Taten,
verantwortlich,verlässlich in der Treue,
in Zärtlichkeit zum Wohl des Andern raten
und so erzeigen Liebe stets aufs Neue.

Gefühle sind nur wirklich zu erfühlen,
wer sie beschreibt,der trifft sie meist‘ nicht echt;
er kann in Adjektiven schildern, wühlen,
nie wird er ihnen tatsächlich gerecht.

© Ingrid Herta Drewing

Listiges

An manchen Tagen List hier lauert
und überlegt: Wen soll ich stürzen
ins Unglück,um für kurze Dauer
das Leben tödlich nachzuwürzen?

Doch auch Klein- Amor schalkhaft lächelt,
sucht sich als Ziel sein Lustobjekt.
Die Dame mit dem Fächer fächelt,
sie glaubt, sie sei noch nicht entdeckt.

Und ehe sie sich kann besinnen,
trifft sie sein Pfeil, und Amor lacht.
Sie wird der Liebe nicht entrinnen,
die Venus ihr hat zugedacht.

© Ingrid Herta Drewing

Traumtanz

Es fegt ein kühler Wind durch meine Träume,
das Sonnenfenster scheint schon zugeklappt,
und wo einst Blüten reiften in den Bäumen
hat kahler Winter alles nun ertappt.

Und dennoch wartet da ein zartes Hoffen
auf einen goldnen Tag und Neubeginn,
auch wenn das Leben, winterlich betroffen,
nun langsam fährt auf stillem Fluss dahin.

Noch lässt des Sternes Licht das Lächeln zu,
hell grüßend hier in seinem Sonnenglanz.
Die Träume tragen leichte Flügelschuh‘
und schenken den Gedanken ihren Tanz.

In ihrem Reigen folgen sie dem Wind
dorthin, wo Träume wahr geworden sind.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Hoffnungsfest

Vormals noch ein Tannenbaum,
heute Plastik pur,
und der Kerzen- Lichter-Traum
folgt der Kabelspur.

Sangen wir nicht einst das Lied?
Heut ‚ klingt die CD,
und ein stilles Weh
schleicht sich ein in mein Gemüt.

Umgepolt das Friedensfest,
als Geschenk nur Dinge,
die das Geld erbringen lässt.
Liebe sollte singen!

In der Kirche heil’gem Raum
treff‘ ich dies‘ Zuhaus‘.
Hier löst Glaube sich von Traum,
Hoffnung bleibt nicht aus.

© Ingrid Herta Drewing

Friedenswunsch

Noch immer wünschen hier wir Menschen Frieden,
ersehnen eine Welt voll Harmonie,
und dennoch hören wir doch meist‘ hienieden
das Röhren jener falschen Melodie.

Bedrohlicher als feurige Vulkane,
der Meere unberechenbare Wellen
ist dieser Hass, er lässt Zerstörung ahnen,
wenn lebensfeindlich die Parolen gellen.

Gewalt und Terror brechen sich die Bahn;
Jahrtausende, geplagt von Leid und Kriegen!
Der Mensch, gefangen hier in bösem Wahn,
sich fragt, wann Liebe, Güte endlich siegen.

Er hofft stets wieder in der Weihnachtszeit,
dass sie den Frieden habe im Geleit.

© Ingrid Herta Drewing

Die Verwechslung

Im Cafe´ “ Zum letzten Lobe“
Trenchcoats gleicher Machart,zwei,
hängen dicht an der Garderobe.
Die Besitzer ahnen nicht
während ihrer Schlemmerei,
dass ein Manteltausch in Sicht.

Jan-Pit, der sich da versieht,
denn er ist ganz in Gedanken,
just den falschen sich anzieht.
Und auch Otto, der im Plausch
sagt, er müsse jetzt schnell tanken,
spielt hier mit bei diesem Tausch.
Keiner klärt die Beiden auf
über die Verwechselung;
so nimmt’s Unheil seinen Lauf.

Jans Frau will am nächsten Tage,
zu dem Zweck der Reinigung,
dessen Mantel schnell fort tragen;
da fällt plötzlich aus der Tasche
so ein Quittungsblatt heraus.
Flugs kann sie es noch erhaschen.

Was sie liest, lässt sie erblassen,
scheint ihr eines Übels Graus,
tat ihr Mann doch Geld verprassen!
Hier quittiert ein Juwelier
3000 Euro, ein Collier.
Sie weiß, dies‘ gehört nicht ihr.
Er hat sich wohl wen angelacht!
War er doch erst zur Kur am See,
hat ohne sie die Zeit verbracht!

Sie fühlt sich arg von ihm betrogen,
zwei Wochen lang nicht mit ihm spricht.
Er hat das zwar auf sich bezogen,
doch schuldig fühlt er sich da nicht
und stellt sie deshalb ernst zur Rede.
Sie, traurig,liefert ihm Bericht.
“ Komm, gehen wir zu diesem Wrede,
ausräumen den Verdacht, den blöden!“,
sagt er,“ den Goldschmied kenn ich nicht.“

Dort hat es sich schnell aufgeklärt,
dies Schmuckstück kaufte, wohl betucht,
ein Otto Max, dem auch gehört
der Trenchcoat,den Jan zog an Land,
weshalb Jan – Pit sich nun verflucht,
dass er den Tausch nicht gleich erkannt.
Und seine Frau,betreten schauend,
verdammt die dumme Eifersucht
und ihren Mangel an Vertrauen.

Und die Moral von der Geschicht:
Verlasst auf Augenschein euch nicht,
statt sich im Argwohn zu verlieren,
sollt‘ man zunächst kommunizieren!

© Ingrid Herta Drewing

Drum prüfe…

Wir wünschen uns bedingungslose Liebe,
die Treue prägt und nicht nach Marktwert schielt,
verwechseln sie jedoch oft leicht mit Trieben,
wenn uns Verliebtheit seelisch aufgewühlt.

Dem Rausch der Sinne folgt auch ein Erwachen.
Wohl dem,der traf des Herzens rechte Wahl,
gemeinsam kann mit seinem Partner lachen
und meistern Alltagssorgen, Trübsal, Qual!

Dann wird Vertrauen wachsen, und die Jahre,
sie weben warm der Liebe helles Kleid,
Verständnis für den liebsten Menschen wahren;
das Wir als Kür, nicht Zwangsgemeinsamkeit.

Ein solches Paar schenkt Freude, sanftes Strahlen
und lässt die Liebe schöne Bilder malen.

© Ingrid Herta Drewing

Rosenlied

Das Lied der Rose, das dich sanft begleitet,
wenn Winter grimmig dräut mit Eis und Schnee,
dich hin zu heller Blütenhoffnung leitet,
vertreibt die Traurigkeit, der Kälte Weh.

Und schenkt sodann ein liebendes Vertrauen,
sei auch der Tag im Nebelgrau verstrickt.
Du wagst es wieder, neu mit aufzubauen,
was schon verloren schien dem müden Blick.

Das Lächeln kehrt zurück; in Harmonie
erwächst dir Frieden, Kraft und lichtes Leben.
Es schwingt und klingt die zarte Melodie
der Freude, die durch Glauben dir gegeben.

Du sprichst aus vollem Herzen dein Gebet
und dankst demütig Gott, der dich versteht.

© Ingrid Herta Drewing

Sommerglück Provence

Provence,
dein blauer Blick,
Lavendelfelder,
der Sonne Glanz
in deinen Flammenhaaren,
als wir dort Wandrer waren,
auch Suchende
nach kleinem Glück.

Des Mistrals Rauschen
kühlte nicht die Glut,
und wilder Rosen Duft
sang in der Luft
und tat so gut.

Ingrid Herta Drewing