Leben

Rosen_o Und jede Falte, die dein Antlitz prägt,
zeigt dir im Spiegel, dass dein menschlich‘ Werden,
das sich in Blüte-Reife-Jahren wägt,
vergänglich ist wie alles hier auf Erden.

Doch deine Augen schauen, begeistert noch,
als währe ewig auf der Welt dies‘ Leben
und hieße dich vertrauen, dass kein Joch
dich jemals könnt‘ dem Schönen hier entheben.

Gleich einem Klang, der aus der Wellen Mitte
sich breitet aus, will in die Weite schwingen,
wird, was dir bang erscheint, zur leisen Bitte,
noch lange hier dies süße Lied zu singen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Sommerduft

Der Rosen süße Düfte,
im Garten die Reseden,
und Sommers milde Lüfte
verbreiten ihr Parfüm,
erfreuen hier wohl jeden.
Ein lieblich‘ Lied aus Eden
nun überbrückt die Klüfte,
recht ungestüm.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Ermunterung

Schon mancher, der sich aufgeschwungen
und auch die Höhe hat erreicht,
erkennt, dass man hier hat gedungen
den Dämon, und er leicht erbleicht.

Nicht alles, was in Höhen schaukelt,
hält schließlich auch, was es verspricht.
Oft wird dir hier nur vorgegaukelt,
es stehe dort im rechten Licht.

Darum lass dich davon nicht täuschen;
nicht jedes Lied klingt wirklich gut.
Oft sind es nur banal Geräusche.
Sing ruhig dein Lied, behalt’ den Mut!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Abschied

Wir, die häufig im Nebel verweilen
auf der Suche nach Wegen zum Licht,
unsre irdischen Ängste hier teilen,
lesen verwundert des Lebens Zeilen,
wenn es von Ende und Abschied spricht.

Gern möchten wir da Aufschub erhoffen,
erleben allen Zauber der Zeit,
wenn die Freude Türen hält offen,
weil wir das Glück, die Liebe getroffen,
hier von Argwohn und Kummer befreit.

Doch gleicht’s dem Vogel, lässt sich nicht halten,
fliegt, sich aufschwingend, plötzlich davon.
All unser Wirken, sorgendes Walten
kann keine Melodie mehr gestalten,
und leise verklingt der letzte Ton.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Sommerduft

Ein Tag, von Licht durchdrungen,
singt hell sein Sommerlied.
Auch mir ist es erklungen;
ich fühle froh bezwungen,
was hier so reich erblüht.

Der süße Duft der Linden
erfüllt der Straße Raum,
darf hier betörend binden,
was sonst geschäftig‘ Finden
mag spüren, ahnen kaum.

Empfinde, froh erhoben,
mein Leben licht erhellt,
will nun, Natur verwoben,
den Schöpfer preisen,loben
in dieser schönen Welt.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Der Duft der Rose

Der Rose Hauch erfüllt die Luft
in diesem kleinen Raum,
verschenkend ihren milden Duft.

Ein lieblich‘ Lied,das sanft erblüht,
ein Gruß aus jenem Traum,
der nächtens in den Sternen glüht.

Und sehnend in die Seele zieht
des Lebens Freuden- Flaum,
der Graues rosig flieht.

Hier herzt uns zärtlich die Natur;
und leis‘, man merkt es kaum,
schickt sie uns auf des Frühlings Spur,
zu unsrem Rosenbaum.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Musik

M usik, du Klang,den ich erwähle,

U mgibt mich zart dein Zauberlied,

S chenkst mild du Balsam meiner Seele;

I nnige Freude mir erblüht,

K lingt hell im Herzen und Gemüt.

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Liedgut

Wie schnell vergeht die Zeit,
des Frühlings,Sommers Licht,
verhüllt im Nebelkleid
des Herbstes Goldgesicht!

Und mit den Blättern fliegt
mein Sehnsuchtslied im Wind,
nun Sturm die Zweige biegt,
im Nass ein Traum zerrinnt.

Doch im Gesang geborgen
bewahr‘ ich kleines Glück,
das mir den neuen Morgen,
hier klingend bringt zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Frühlingssignale I

Noch tanzt der Rauch zum Himmel Pirouetten;
doch heute sah ich sie, die Kranichschar,
von Süden ziehend zu den Heimatstätten,
wo sie die Brut in Feuchtgebieten betten
nach ihren Paarungstänzen wunderbar.

Sie sandten mir ein schönes Frühlingszeichen,
ich hörte, wie ihr Lied in Lüften schwebt‘,
und weiß, der Winter wird hier endlich weichen,
der Frühling darf die Herrschaft bald erreichen,
wenn alles neu ergrünt und blüht und lebt.

© Ingrid Herta Drewing

Rosenlied

Das Lied der Rose, das dich sanft begleitet,
wenn Winter grimmig dräut mit Eis und Schnee,
dich hin zu heller Blütenhoffnung leitet,
vertreibt die Traurigkeit, der Kälte Weh.

Und schenkt sodann ein liebendes Vertrauen,
sei auch der Tag im Nebelgrau verstrickt.
Du wagst es wieder, neu mit aufzubauen,
was schon verloren schien dem müden Blick.

Das Lächeln kehrt zurück; in Harmonie
erwächst dir Frieden, Kraft und lichtes Leben.
Es schwingt und klingt die zarte Melodie
der Freude, die durch Glauben dir gegeben.

Du sprichst aus vollem Herzen dein Gebet
und dankst demütig Gott, der dich versteht.

© Ingrid Herta Drewing