Frühlingsnacht

Flieder_o

Erwacht in linder Frühlingsnacht
will mir, noch halb im Traum,
ein Lied erklingen
und legt mir an den Zaum,
mit ihm zu singen,
zu folgen seinen Versen sacht.

Entfacht in lieblich zarter Macht,
wohl ahne ich es kaum,
mag mich umringen
ein feiner Blütenflaum,
betörend bringen
ins Dunkel seine Fracht in Pracht.

Hier im Garten der Syringen
schenkt mir mein Fliederbaum
die süßen Düfte,
erfüllend mild den Raum,
und Frühlingslüfte
in ihrem sanften Zauber schwingen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Erneuerung

Die alten Lieder all zu oft gesungen,
erstarb ihr Klang, es hatte Phantasie
sich helle, klare Töne ausbedungen,
nicht zwitscherten wie Alte hier die Jungen,
sie sehnten sich nach Frieden, Harmonie.

Versöhnten sich dem Land; noch ungezwungen
verfolgten, fanden andre Weisen sie.
Erst saß nicht jeder Ton, doch ward gerungen
und intoniert, bis sie auch schön geklungen,
des neuen Liedes sanfte Melodie.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Leben

Rosen_o Und jede Falte, die dein Antlitz prägt,
zeigt dir im Spiegel, dass dein menschlich‘ Werden,
das sich in Blüte-Reife-Jahren wägt,
vergänglich ist wie alles hier auf Erden.

Doch deine Augen schauen, begeistert noch,
als währe ewig auf der Welt dies‘ Leben
und hieße dich vertrauen, dass kein Joch
dich jemals könnt‘ dem Schönen hier entheben.

Gleich einem Klang, der aus der Wellen Mitte
sich breitet aus, will in die Weite schwingen,
wird, was dir bang erscheint, zur leisen Bitte,
noch lange hier dies süße Lied zu singen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Sommerduft

Der Rosen süße Düfte,
im Garten die Reseden,
und Sommers milde Lüfte
verbreiten ihr Parfüm,
erfreuen hier wohl jeden.
Ein lieblich‘ Lied aus Eden
nun überbrückt die Klüfte,
recht ungestüm.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Ermunterung

Schon mancher, der sich aufgeschwungen
und auch die Höhe hat erreicht,
erkennt, dass man hier hat gedungen
den Dämon, und er leicht erbleicht.

Nicht alles, was in Höhen schaukelt,
hält schließlich auch, was es verspricht.
Oft wird dir hier nur vorgegaukelt,
es stehe dort im rechten Licht.

Darum lass dich davon nicht täuschen;
nicht jedes Lied klingt wirklich gut.
Oft sind es nur banal Geräusche.
Sing ruhig dein Lied, behalt’ den Mut!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Abschied

Wir, die häufig im Nebel verweilen
auf der Suche nach Wegen zum Licht,
unsre irdischen Ängste hier teilen,
lesen verwundert des Lebens Zeilen,
wenn es von Ende und Abschied spricht.

Gern möchten wir da Aufschub erhoffen,
erleben allen Zauber der Zeit,
wenn die Freude Türen hält offen,
weil wir das Glück, die Liebe getroffen,
hier von Argwohn und Kummer befreit.

Doch gleicht’s dem Vogel, lässt sich nicht halten,
fliegt, sich aufschwingend, plötzlich davon.
All unser Wirken, sorgendes Walten
kann keine Melodie mehr gestalten,
und leise verklingt der letzte Ton.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Sommerduft

Ein Tag, von Licht durchdrungen,
singt hell sein Sommerlied.
Auch mir ist es erklungen;
ich fühle froh bezwungen,
was hier so reich erblüht.

Der süße Duft der Linden
erfüllt der Straße Raum,
darf hier betörend binden,
was sonst geschäftig‘ Finden
mag spüren, ahnen kaum.

Empfinde, froh erhoben,
mein Leben licht erhellt,
will nun, Natur verwoben,
den Schöpfer preisen,loben
in dieser schönen Welt.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Der Duft der Rose

Der Rose Hauch erfüllt die Luft
in diesem kleinen Raum,
verschenkend ihren milden Duft.

Ein lieblich‘ Lied,das sanft erblüht,
ein Gruß aus jenem Traum,
der nächtens in den Sternen glüht.

Und sehnend in die Seele zieht
des Lebens Freuden- Flaum,
der Graues rosig flieht.

Hier herzt uns zärtlich die Natur;
und leis‘, man merkt es kaum,
schickt sie uns auf des Frühlings Spur,
zu unsrem Rosenbaum.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Musik

M usik, du Klang,den ich erwähle,

U mgibt mich zart dein Zauberlied,

S chenkst mild du Balsam meiner Seele;

I nnige Freude mir erblüht,

K lingt hell im Herzen und Gemüt.

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Liedgut

Wie schnell vergeht die Zeit,
des Frühlings,Sommers Licht,
verhüllt im Nebelkleid
des Herbstes Goldgesicht!

Und mit den Blättern fliegt
mein Sehnsuchtslied im Wind,
nun Sturm die Zweige biegt,
im Nass ein Traum zerrinnt.

Doch im Gesang geborgen
bewahr‘ ich kleines Glück,
das mir den neuen Morgen,
hier klingend bringt zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2013