Hoffnungsschimmer

Welches Lied wird es uns singen,
dieses Jahr, das nun beginnt?
Wird dein Werk dir gut gelingen,
auch Erfolg und Freude bringen?
fragst du, hoffend wie ein Kind.

Das durch’s Schlüsselloch der Pforte
schon ein süß Geheimnis sieht,
dort an weihnachtlichem Orte
lauscht,gebannt vom Märchenworte,
träumt, was Schönes ihm geschieht.

Ja, auch dich beseelt dies‘ Hoffen,
Wunderbares möge sein,
dass die Glücksfee dich getroffen,
halte deine Chancen offen,
freudvoll lad‘ ins Leben ein.

© Ingrid Herta Drewing,

Silvestergruß

Silvestertag, so soll er sein,
er strahlt in goldnem Sonnenschein
auf blauer Himmelsbühne.
Was gestern sich noch grau fand ein,
darf heute glänzen licht und fein;
es fehlt die Abschiedsmiene.

Das alte Jahr sagt froh Adieu,
fast frühlingshaft, hier ohne Schnee,
fern aller Kapriolen.
die grünen Vögel in der Höh‘
begrüßen hier am klaren See
das neue unverhohlen.

Wir hoffen, dass in hellem Licht
2014 zeig‘ Gesicht
als Jahr in Wohlstand, Frieden,
erfüllen gerne unsre Pflicht
und scheuen auch die Mühen nicht,
die uns damit beschieden.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Wünsche zum Jahreswechsel

Es endet das Jahr, und ein sinnender Blick
gleitet noch sanft auf Vergang’nes zurück;
doch Hoffnung flammt auf in den Herzen:
Das Neue möge beginnen mit Glück,
sich ändern, was schien als ein böses Geschick,
vorbei seien Kummer und Schmerzen!

Wir Menschen erhoffen und wünschen so viel
in unserem kurzen, irdischen Spiel
und wollen nichts Schönes versäumen,
erstreben im Leben manch seltsames Ziel,
wählen für Unmut oft falsches Ventil
und suchen Genesung in Träumen.

Ersehnen uns wohl eine bessere Welt,
wo Liebe und Treue mehr zählen als Geld,
auch soll endlich Friede hier werden.
Wir danken dem Schöpfer, der alles erhält,
was täglich uns Heimat schenkt und gefällt
auf dieser sich wandelnden Erde.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Silvesterwünsche

Wir sind wohl hoffnungsvolle Optimisten,
begrüßen froh gestimmt das neue Jahr
und glauben, dass sich nun doch bessern müsste,
was uns im alten gar zu garstig war.

Gesundheit sehnt herbei der leidend Kranke,
an Arbeit denkt, wer lang schon arbeitslos.
Der Klimagunst gilt grün auch der Gedanke,
man wünscht sich, Einsicht werde endlich groß.

Der eine träumt von seiner großen Liebe,
ein anderer sieht ’s Glück in Gut und Geld.
Bescheiden wünscht so mancher, Frieden bliebe
erhalten ihm in seiner kleinen Welt.

So wähnen wir das Wohl im Zeitenschritt,
und immer geht die Hoffnung lächelnd mit.

© Ingrid Herta Drewing

Jahreswechsel

Nun legt ermüdet dieses Jahr, das alte,
zufrieden seine Tage in den Schoß.
Das neue naht.Ob es sich reich entfalte?
Die menschlichen Erwartungen sind groß.

Da sind die Wünsche, das naive Hoffen,
es bringe Gutes nur, was man begehrt,
dass sich Probleme lösen, die hier offen,
und Fragen, schlimme Plagen dann geklärt.

Da wirkt die Ratio plötzlich klitzeklein,
Vernunft beseelt, und doch an Schicksal glauben
wir zur Sylvesternacht, als wollt‘ das Sein
von guten Wünschen sich die Zukunft klauben.

Auf Gottes Hilfe lasst uns besser bauen,
das neue Jahr gestalten,ihm vertrauen!

© Ingrid Herta Drewing,2013

Bettlerin in der Fußgängerzone

Mit müdem Blick, den Kopf geneigt, verschämt,
hält sie die Hand auf;aber die Passanten,
von Eile, Unmut, Ignoranz gelähmt,
sehn nur ein Mitglied arbeitsscheuer Banden.

Doch sie bleibt stumm dort an der Ecke sitzen,
als gebe es hier Kälte nicht, noch Frost.
Hoch über ihr Reklame-Sterne blitzen,
vom Markt her wehen Düfte süßer Kost.

Das Elend mag sie tief getroffen haben,
und dennoch gilt der Hoffnung auch ihr Blick;
ein Kind reicht schüchtern eine kleine Gabe.
Sie dankt, ein sanftes Lächeln kehrt zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Lebensfrage

Was wäre Leben
ohne Luft und Wärme,
die Tiere, Pflanzen,helles Licht?
Kein sanftes Weben,
keine Bienenschwärme
hier sorgten für die Frucht.Verzicht!

Was wäre Leben
ohne Glauben, Lieben,
ein Dasein aller Hoffnung bar?
Ein eitles Streben,
nur ein Werden, Üben,
und – sähe da Vernunft noch klar?

Was wäre Leben
ohne Kinderlachen,
die kleine Hand, die deine hält?
Dies Gück, gegeben,
lässt dich sorgsam wachen,
schenkt Güte hier in harter Welt.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Im Novembernebel

So lichtfern dümpelt hin der Tag
im Nebel, der seit vielen Stunden
die Landschaft hält in Grau gebunden.
Kein Sonnenstrahl sich zeigen mag;
Konturen vollends sind verschwunden.

Da drängen dich Gedanken,trübe,
Vergänglichkeit, der Tod, das Leben.
Des Frühlings, Sommers lichtes Weben,
auch Herbtes goldne Farbenschübe,
geliehen nur, uns kurz gegeben.

Und dennoch glaubst du, dass das Licht
dir wiederkehrt, was scheint verborgen,
dich wird befreien von den Sorgen,
wenn es in seiner Klarheit spricht,
und hoffst auf einen neuen Morgen.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Spätherbst

Oktober, der in herbstlichem Bemühen
die Landschaft schönt, erweckt zu goldner Pracht,
lässt feurig noch der Bäume Blätter glühen,
bevor der Tanz des Wirbelwinds erwacht.

Bald ziehen nun die Kraniche nach Süden;
der Blüten Traum mit ihnen auch verfliegt.
Die grauen Tage nahen, regenmüde,
wenn Nebels Dichte Farbenspiel besiegt.

Die kahlen Bäume, eine stumme Klage,
nur Krähen krächzen, der Vergänglichkeit
entbieten lebhaft sie die Kampfansage,
zu siegen trotz kühl-nasser Jahreszeit.

Wir lassen Kerzen, Kürbisköpfe strahlen
und Licht ins Dunkel der Dämonen malen.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Morgennebel

Nur schemenhaft im Nebel die Konturen;
so dicht verhüllt ist alles weit und breit,
wo gestern noch im Licht die Sonnenuhren
des Rosenhags zart angezeigt die Zeit.

Als solle nun der Farben Lied verklingen,
erlöschen dies‘ rotgoldne Blätter-Bild,
das in der Mittagssonne hell mag singen
und hier die Sehnsucht nach dem Schönen stillt.

Es trotzt dem feuchten Dunst der klare Blick,
der prüfend zwar den nächsten Schritt nur schaut,
die Einsamkeit als Mantel, kein Zurück
in Sommerklänge, die dem Ohr so traut.

Und dennoch Hoffnung die Gewissheit stellt,
dass sich aus Grauem schält die lichte Welt.

© Ingrid Herta Drewing,2013