September-Bild
Herbsthauch am Morgen,
und Nebellieder singen
die Nixen im See.
Doch der Sonne Gold
verzaubert den jungen Tag,
Septemberlächeln.
Herbsthauch am Morgen,
und Nebellieder singen
die Nixen im See.
Doch der Sonne Gold
verzaubert den jungen Tag,
Septemberlächeln.
Der Handel eilt der Jahreszeit voraus:
Herbstmode darf sich in den Sommer malen,
und im September grüßt der Nikolaus
mit Pfeffernüssen, Lebzelt in Regalen.
Ja, unsre Rituale sind verworren,
die Freude im Erwarten bleibt da aus,
die Feierhöhepunkte im Verdorren,
beliebig gönnt man sich den Festtagsschmaus.
Wir Menschen planen, nicht nur in Gedanken
gerät so manches gierig in den Blick.
Was gegenwärtig sich will um uns ranken,
wird übersehen leicht, das kleine Glück.
„Das rechte Maß, zur rechten Zeit, am rechten Ort“,
das sollte Richtschnur sein, mehr als nur wahres Wort!
© Ingrid Herta Drewing,2013
Noch scheint das Land im Sonnenschein zu träumen,
obwohl der Herbst schon seine Fäden zieht:
Altweibersommer, Blattgold in den Bäumen,
der Kranichzug, der nun nach Süden flieht.
Es leuchtet Weinlaub auf in Purpurröte,
verleiht der Hausfassade neuen Glanz,
die sich, befreit aus Morgens Nebelnöten,
im Mittagslicht darf präsentieren ganz.
Der Herbst lädt ein zu opulentem Fest,
das Farbenspiel der Blätter inszenierend,
bevor er sie im Winde tanzen lässt,
ein letztes Mal in Lüften hier brillierend.
Ermattet sie alsdann zu Boden schweben,
um welkend sich im Erdreich zu verweben.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Mir rinnt die Zeit durch meine bleichen Hände;
schon wieder geht ein Sommer, Herbst ist nah.
Kaum hat ’s begonnen, ist das Jahr zu Ende;
ein neues steht in Kinderschuhen da.
Mir ist, als flög‘ ich mit der Zeit im Kreise,
nur schneller als sich Erd‘ um Sonne dreht.
Der Jahreszeiten Folge, ihre Weise
beschleunigen im Alter ihr Valet.
Das Blühen, Reifen, Welken und Erstarren
gerät mir deutlicher nun in den Blick,
wertschätze Leben, möchte gern verharren,
schau wehmütig erinnernd auch zurück.
Und hoff, dass dieses Lebens-Karussell
sich weiter mit mir dreht, nur nicht zu schnell.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Rosenblütenduft,
beglückender Lebenshauch
Geschenk des Sommers.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Jetzt schwingt am Abend traulich leise,
Spätsommers sanfte Melodie
im Sonnenuntergang, die Weise,
ein Rosenlied voll Harmonie.
Da mag mein Blick sich gern verweben,
im Farbenzauber zart gebannt.
Doch Krähenkrächzen ruft ins Leben,
hat das Profane schnell benannt.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Pfauenauge,
zarter Schmetterling,
bist willkommener Gast
auf meinem blühenden Balkon,
Sommergeschenk
© Ingrid Herta Drewing,2013
Ein milder,warmer Abend, Südens Flair,
lässt zahlreich Menschen freudig hier flanieren.
Es ist, als habe plötzlich irgendwer
die Luft verzaubert, ließe sie vibrieren.
Wie sie auf sanfte Weise uns umschmeichelt,
als wolle sie den Abschied überspielen,
uns zärtlich, seidigweich die Wange streichelt,
obwohl wir Herbstes Nähe doch schon fühlen.
Fast kitschig schön erstrahlt noch als Kulisse
am Horizont ein feurig‘ Abendrot.
Die Sonne schenkt errötend Abschiedsküsse,
ein Rosenlied, das lieblich hier verloht.
Und heimelig auf des Spaziergangs Runde
erscheint mir diese lichte Abendstunde.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Und plötzlich ist es Herbst, die Sommerlieder,
sie wehen mit den Blättern hin im Wind.
Du webst den warmen Flaum in dein Gefieder
und folgtest gern dem Vogelzug geschwind.
Auch wenn die Farbenschau der Bäume blüht,
so weißt du doch, wie grau die Nebel wallen,
obwohl die Sonne mittags noch erglüht,
wenn jene feuchten Schleier sind gefallen.
Es fällt so schwer, den Sommer loszulassen,
obgleich du Herbstes Schönheit hier genießt .
Bald hüllt Novembernebel ein die Gassen,
in grauer Dichte müd‘ der Tag zerfließt.
Dann naht die dunkle Zeit, der Trauer, Klagen,
bis der Advent verheißt des Lichtes Tagen.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Der Rhein
I Alpenrhein und Oberrhein
Vom Rheine lasst uns hell hier singen,
vom gletschergrünen, jungen Rhein,
der aus zwei Quellen, Flüsschen springend,
durch steile Alpenschluchten dringend,
wild sprudelnd fließt ins Land hinein!
Er rauscht zu Tal; im Bodensee
scheint er sich lieblich zu verlieren
und sagt in Konstanz doch Ade,
um bei Schaffhausen, aus der Höh‘
in tiefem Fall zu triumphieren.
Hoch rahmen Schwarzwald und Vogesen
nach Basel ein den Oberrhein;
auch Pfälzer-Oden-Waldes Wesen,
Weinstraße, Rebsaft auserlesen
hier laden gerne Gäste ein.
Ob Freiburg,Straßburg, Mainz,Wiesbaden,
Karlsruhe, Worms und Speyer-Tour
Jahrtausend‘ alte Städte laden
ein zu Geschichte-Promenaden
anheimelnd schöner Stadt-Kultur.
II Mittelrhein
Der Mittelrhein, ein Sagen-Raunen
begleitet der Touristen Schiff.
Hier lässt des Flusses Schönheit staunen,
als hätte Gott in Liebeslaunen
ihm einst verliehen diesen Schliff.
Er windet sich im engen Tal,
in Fels-Weinberge eingeschnitten,
der Strom, auf dem schon dazumal
von Süd und Norden ohne Zahl
der Römer Schiffe stolz geglitten.
Doch auch des Mittelalters Seiten,
die Burgenpracht auf Felsenwand,
entrücken uns in ferne Zeiten.
Von Ritter – Leben, kühnem Streiten,
erzählt romantisch hier das Land.
Und sanft erklingt die alte Weise,
dies‘ Märchen von der Loreley,
das Heine-Lied, wehmütig, leise;
nah‘ St. Goar zieht ’s seine Kreise;
ergriffen lauscht der Mensch dabei.
III Niederrhein
Vorbei an Drachenfels‘ Gestalten,
strömt er ab Bonn als Niederrhein.
Nun darf er in der Breite walten,
gemächlich fließen, langsam schalten;
die Ebene lädt dazu ein.
Schon grüßt in Köln der Dom so prächtig,
der Gotik Türme, hoch und hehr,
ein Bauwerk, herrlich, groß und mächtig,
das viele Menschen hier bedächtig
und glaubend bauten, wenn’s auch schwer.
In Duisburgs großen Binnenhafen
mündet als Nebenfluss die Ruhr.
Hier spricht der Strom, recht ausgeschlafen,
dem Umschlagplatz von Ruhrpott-Braven;
die Industrie bestimmt die Spur.
Bei Emmerich, Nordrhein-Westfalen,
verlässt der Rhein das deutsche Land,
darf sich in Niederlanden aalen,
als Waal und Lek ins Delta malen,
erreicht mit Maas der Nordsee Strand.
© Ingrid Herta Drewing,2013