Traumtanz

Es fegt ein kühler Wind durch meine Träume,
das Sonnenfenster scheint schon zugeklappt,
und wo einst Blüten reiften in den Bäumen
hat kahler Winter alles nun ertappt.

Und dennoch wartet da ein zartes Hoffen
auf einen goldnen Tag und Neubeginn,
auch wenn das Leben, winterlich betroffen,
nun langsam fährt auf stillem Fluss dahin.

Noch lässt des Sternes Licht das Lächeln zu,
hell grüßend hier in seinem Sonnenglanz.
Die Träume tragen leichte Flügelschuh‘
und schenken den Gedanken ihren Tanz.

In ihrem Reigen folgen sie dem Wind
dorthin, wo Träume wahr geworden sind.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Jahresfreuden

Wir hegen Träume,schauen zu den Sternen,
die hell erstrahlen, zeigen Lichtes Macht,
das, überwindend dieses Welltalls Fernen,
von Hoffnung kündet in der dunklen Nacht.

Im Frühling freu’n wir uns an Blüten wieder,
die lieblich und betörend Duft verströmen,
an Vogelstimmen, deren süße Lieder
uns schon am Morgen klangvoll hier verwöhnen.

Wir lieben auch die langen Sommertage,
die uns bescheren Wärme, helles Licht,
obwohl dann manchmal der Gewitter Plage
nach schwüler Hitze blitzend, donnernd spricht.

Den goldnen Herbst mit seinen Purpurfeuern,
die er nach Reifung in das Laub einbrennt,
ein Abschiedslied, hier darf Natur beteuern,
dass sie gewiss des Lebens Schönheit kennt.

Begrüßen Wintertage, klare Luft,
den ersten Schnee, der sanft vom Himmel fällt,
wenn wir, gut eingehüllt in warme Kluft,
spazieren durch die stille, weiße Welt.

Wir schwingen mit im Kreislauf der Natur.
Dies‘ Wechselspiel aus Werden und Vergehen,
es lässt auch unser Leben uns verstehen,
das sich bewegt auf einer zarten Spur.

© Ingrid Herta Drewing

Fast infinit

Klettern,krauchen, kriechen,krabbeln,
zanken, zaudern, zittern,zappeln,
plaudern,brüllen, bitten, beten,
taumeln, torkeln, tanzen,treten,
stottern, stammeln,weinen, schluchzen,
lachen, singen, jubeln,juchzen
sind ein paar unsrer Facetten;
wir noch mehr zu nennen hätten.

© Ingrid Herta Drewing

Aufklaren

Überm roten Ziegeldach
strahlt ein himmlisch‘ Blau;
Wolkenwand schwand über Nacht,
endlich auch die Sonne lacht
über Tal und Au.

Ein Geschenk, die Luft so klar,
lockt ins Freie raus.
Was noch gestern sonderbar,
trostlos hier im Nebel war,
glänzt hell vor dem Haus.

Und die Kinder hält nichts mehr,
wollen draußen toben:
Ball und Springseil müssen her,
Gameboy-Spiel und Teddybär
ruh’n im Zimmer droben.

Bin im Garten, schaue zu,
wie die Kleinen spielen.
Warm gekleidet, fest die Schuh‘,
kann auch ich mich,fern‘ der Ruh‘,
froh und glücklich fühlen.

© Ingrid Herta Drewing

Adams Rippe

Oh ja, manch‘ biblische Vision
ward falsch gesehn, wir wissen’s schon.
So nahm man Frauen auf die Schippe,
sagt‘,Eva käm‘ aus Adams Rippe.
Dabei ist es doch sonnenklar,
dass Weiblichkeit zuerst da war!

Die Wissenschaft es nicht verhehlt,
dass im Genom ein Stückchen fehlt
beim männlichen XYpsilon,
was man beim XX findet schon.
Drum drängt’s den Mann zum Weibe hin,
zu zweit vollkommen, das zeigt Sinn.

© Ingrid Herta Drewing

Wetter-Wunsch

So trübe der Drei-Königstag!
Ganz ohne Schnee, nur Dauerregen,
ist’s Wetter hier wohl eine Plag‘,
Da sehnt man sich nach weißem Segen.

Schneeflocken mögen tanzen, stieben,
das Tal, die Berge kleiden ein,
und blauer Himmel, den wir lieben,
erglänzen klar im Sonnenschein!

Das wäre uns ein Winterfest!
Ohne des Regens grau‘ Verhöhnen
es sich doch leichter leben lässt,
wenn Sonne, Schnee uns licht verwöhnen.

© Ingrid Herta Drewing

Aufgewacht

Wieder erwacht!
Dies‘ Wunder jeden Morgen!
Ein Tag holt neu dich auf die Welt.
Du warst weit weg,
in Träumen tief geborgen,
in Sphären, die ein sanfter Schlaf bestellt.

Dein Ich ist da
und sieht die Wirklichkeiten
im Blick der linearen Zeit.
Du merkst, geweckt,
dass dich der Träume Gleiten
hier lenkt zum Leben, dir sagt:Sei bereit!

© Ingrid Herta Drewing

Eingeblendet

Die Erinnerung an den Flügelschlag
des Kohlweißlings
auf der Kapuzinerblüte.
Aufscheinen eines Sommerlichts,
das kurz ins Auge fiel.
Einen Wimpernschlag später
sein Tod im gelben Schnabel
der Zeit.

© Ingrid Herta Drewing

Dasein

Du weißt, von Stund zu Stunde wirst du älter;
und eines Tages bist du schließlich alt,
so wie’s im schwindend‘ Licht wird immer kälter,
erst Frühling,Sommer, Herbst, dann Winter kalt.

In diesem Kreislauf, dem Vergehen ,Werden,
schwingt auch dein Leben aus auf dieser Spur.
Wie alles hast du deine Zeit auf Erden
im Reich der großen Mutter, der Natur.

So nutze dies‘ Geschenk, die Gottesgabe,
dein irdisch Leben,gib bewusst ihm Sinn!
Sei menschlich,liebe! Weder Gier, noch Habe
bestimme das, was dir gilt als Gewinn.

Damit,wenn du dein Aug‘ für immer schließt,
aufgeht, was du gesät hast,wächst und sprießt.

© Ingrid Herta Drewing

Neujahrseindrücke

Trüber Neujahrstag
Böllerhüllen, aufgeweicht,
Straßenpappmache´.

Ein grauer Himmel
verdunkelt den ersten Tag,
zweitausenddreizehn.

Deutscher Landregen
lässt die Flüsse anschwellen,
Hochwassergefahr

© Ingrid Herta Drewing