Archive for the Category Flora

 
 

Klatschmohnwiese

Es leuchtet in den Wiesenwogen
der Klatschmohn, dessen Feuertanz
die Bienen, Käfer angezogen
mit seinem roten Blumenglanz.

Hingebungsvoll im Sonnenlicht
sich schmiegen dort in zartem Kleid
die Blüten aneinander dicht
und wiegen sanft sich wiesenweit.

Auch Sauerampfer, Knabenkraut,
die Glockenblume, weißer Klee,
sie blühen dort mit ihnen traut
und schaukeln in der Gräser – See.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Sommerreife

Der Sommer strahlt und zieht durchs Land,
verliebt in Wachsen, Werden,
und fördert hier mit warmer Hand,
was fruchten will auf Erden.

Schon glänzen Kirschen rot am Baum,
die Sonne lässt sie reifen.
Das Vogelkind entwächst dem Flaum,
mag durch die Lüfte streifen.

Es schwingt sich auf in Himmels Blau,
beflügelt‘, junges Leben,
und darf dort sanft in klarer Schau
im Sonnenlichte schweben.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Die Efeuwand

Die Efeuwand gefällt sich im Begrünen,
bedeckt nun gänzlich die graubraunen Ranken
und wird zu einer lebensfrohen Bühne
der Vögel, die dort nisten, sich bedanken.

Da schwirren Amseln, flinke grüne Finken,
sogar die Ringeltauben ein und aus;
und Schmetterlinge spät noch Nektar trinken.
Der Efeu bietet an sein gastlich Haus.

Mir gönnt der Efeuwuchs den Anblick schön,
verhüllend dieses Hauses Hinterwand,
die nach dem Kriege rostrot, fest blieb stehn,
nun grün erwacht als Lebensunterpfand.

Sie zeigt mir hier im Lauf der Jahreszeiten,
wie gut Natur doch vieles kann begleiten.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Linde Zeit

Es treibt der Buchs nun Blättchen zart und grün,
und auch mein Rosmarin trägt blaue Blüten.
Die Mauersegler schon am Himmel zieh’n
und schweben in der Sonne heller Güte.

Des späten Frühlings wundervolle Pracht
erglänzt, erquickt uns hoffnungsvoll im Mai,
denn endlich ist des langen Winters Macht
unwiderruflich hier jetzt ganz vorbei.

Da kann die Amsel froh ihr Liedchen schmettern,
des Morgens früh die Ringeltaube gurren,
im Hofe friedlich dort bei warmem Wetter
der Kater in der Mittagssonne schnurren.

Der Frühling neu belebt die kleine Welt,
ein Blütenmeer im Licht, das uns gefällt.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Glyzinien-Frühling

Aus abertausend violetten Blüten
strömt nun betörend der Glyzinie Duft.
Sie darf den Frühling hier im Hof behüten,
rankt dort, am Hause kletternd, in die Luft.

Blauregen nennt man sie wohl auch zuweilen
und trifft damit ihr üppig‘ Blütenbild;
ihr Traubenblütenfall schmückt Häuserzeilen,
wie er hier bläulich aus den Ranken quillt.

Das wächst und blüht, als nehme es kein Ende,
und nasenselig lass‘ ich mich beglücken,
fühl‘ Frühlingsfreude, weiß, nun wird sich wenden,
was sorgenvoll und dunkel mag bedrücken.

Der Lenz, erwacht, reicht zärtlich seine Hand,
entführt uns in des Lebens Zauberland.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Frühlingsfreude

Des Frühlingsmorgens helle Lieder
erfrischen licht dir Seele, Sinn.
Der Bäume zartes Blühgefieder,
ein duftend‘ lieblicher Beginn.

Der Tag, der hier, so sonnig strahlend,
die Wärme in das Leben bringt
und Fröhlichkeit, die klangvoll malend
im Brautgesang der Vögel schwingt.

Da fühlst du frei dich und geborgen
in der Natur, die sanft erwacht.
Die Hoffnung grünt, an jedem Morgen
die Blütenwelt im Lichte lacht.

© Ingrid Herta Drewing

Im Grünen

Da kuschelt sich die Ringeltaube
ins Grün der großen Efeuwand
und baut ein Nest in ihrer Laube,
zupft Blatt um Blättchen mit Verstand.

Die Amsel tut ’s ihr emsig gleich
in dieser Laubenkolonie,
für viele Vögel Raum und Reich,
auch Finken finden Sympathie.

Recht fleißig nun die Sänger wirken,
erwarten bald die neue Brut.
In zartem Grün der Gruß der Birken,
mit ihnen meint’s hier Frühling gut.

© Ingrid Herta Drewing

Ergänzung

Was wären ohne Algen die Polypen;
auch ohne Schwammes Nahrung gäb’s sie nicht.
Ihr Kalkgerüst nur blieb‘ in Wassers Trübe,
Korallenschönheit drohte der Verzicht.

Allianzen der Natur, so die Symbiosen,
ergänzend Wirken heißt das Lob.
Der Krabben Arbeit nutzt dem Wald, Mangroven,
entgiftet Wasser sacht im Biotop.

Und manchmal legt sogar ein kleines Tier
die Grundlage für vieler Arten Leben.
Im Pantanal kann Apfelschnecke hier
dem Riesenotter sichern ’s Überleben .

Auch Menschen sollten friedlich sich ergänzen,
Gemeinsamkeit lässt Leben erst erglänzen.

© Ingrid Herta Drewing

Lichtgesang

Das Licht darf sich dem Tag verschenken,
bringt leuchtend Farbe in die Welt.
Dies‘ Sternenlied lässt dich bedenken,
dass, weit entrückt, ein fernes Lenken
auch unser Dasein hier erhält.

Ein jeder Atemzug, dein Leben,
ist eingebettet in dies‘ All,
in dem der Blau- Planet im Schweben
die Regeln kennt für das Verweben
der Vielfalt hier im Erdenfall.

In Demut Dank den treuen Händen,
der Macht der Gnade, die uns trägt
und täglich auch an allen Enden
beglückt in gütigem Verschwenden
der Liebe, die das Leben wägt.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsglück

Durch diesen zarten Frühlingskuss
die Erde neu erwacht,
in Grün erblühend lacht,
denn endlich ist hier Winters Schluss.
Natur zeigt’s mit Bedacht.

Schon prangt im Tal der Mandelbaum;
mit rosigem Gesicht
wächst Blüte dicht an dicht.
Das Bienchen sucht im Blütenschaum
sein Nektar-Leibgericht.

Im Kirschbaum thront der Amselhahn,
lässt hell sein Lied erklingen.
Die süßen Töne dringen
in Ohr und Herz; auf Frühlings Bahn
möcht‘ tanzend ich mich schwingen.

© Ingrid Herta Drewing