Archive for the Category Herbst

 
 

Herbstblues

Ich fühle kalt den Hauch auf meinen Wangen.
Es fegt der kühle Nordwind nun durchs Land,
nimmt wirbelnd Blatt um Blatt im Tanz gefangen,
die er der Bäume Kronen wild entwandt‘.

Am Himmel ziehen Kraniche nach Süden,
ich höre ihren Abschiedsruf „Kiru“.
Wie gerne zöge ich mit ihnen,regenmüde,
denn bald zieht Nebel hier den Vorhang zu!

Mein Sommertraum, er ging zu früh zu Ende,
verlassen liegt das Haus; das Meer,
vom Sturm gepeitscht, frisst sich in unsre Strände.
Die Dünung rollt, die Boote sie sind leer.

© Ingrid Herta Drewing,2016

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Sonntag im Nerotal

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Noch grüßt die Buche hier im Sommergrün,
als hätten wir nicht sechzehnten Oktober,
wo doch der Amberbaum schon zeigt Zinnober
und Eschenblätter goldgelb leuchtend glühn.

Mag sein, dass sie des Schwarzbachs Wasser stärkt,
noch nicht das Laub zu färben und zu lösen.
Vielleicht lässt sie der Hockeyplatz nicht dösen,
wenn sie des Giftgrüns Konkurrenz bemerkt.

Doch auch am Neroberg noch grünen Bäume,
wohl gilt auch hier dem Sommer kein Adieu.
Er tanzt mit Herbst ein sanftes Pas de Deux,
und sie gewähren uns die milden Träume.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Zu Hause

Geschlossen sind die Fenster,
denn Sturmwind fegt ums Haus,
reißt nassen Baumgespenstern
die letzten Blätter aus.

Lässt hoch in Lüften tanzen,
was unlängst golden, satt
an Baum und Busch den Pflanzen
als Zier gegolten hat.

Da fliehen selbst die Krähen,
die sonst kein Wetter schreckt.
Sie suchen und erspähen
in Nischen ihr Versteck.

Der Himmel, grau verschattet,
nimmt Wolken in die Pflicht,
und Sonne, nun ermattet,
gewährt nur trübes Licht.

Du bist zu Haus geborgen,
wo Feuer, Liebe wärmt,
und im Kamin am Morgen
schon rot die Flamme schwärmt.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Herbstbild

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Der Herbstwind trägt die Blätter, lässt sie schweben,
die gelb und goldenrot im Sonnenlicht
hier in den Bäumen nun ihr leuchtend‘ Leben
von Zweigen lösen, Abschiedstänze geben,
nichts ahnend da von Welken und Verzicht.

Natur zeigt farbenprächtig ihre Räume
in Park und Garten,Wiese,Wald und Feld.
Und Früchte fallen raschelnd aus den Bäumen:
Bucheckern,Eicheln,Rosskastanien,Träume
der Kinder, denen’s Sammeln jetzt gefällt.

Als wolle sie ein großes Fest bereiten,
erstrahlt die Landschaft hier in warmem Licht.
Bevor die Tage sich in Nebel kleiden
und Fröste winterlich in Raureif leiten,
malt Herbst sein Indian Summer Bild-Gedicht.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Sonnenuntergang im Herbst

Der Tag verklingt, des Abends lange Schatten
nun greifen nach dem Land, das Sonne trinkt,
die noch den Himmel rötet im Ermatten
und zärtlich, sanft der Nacht entgegen sinkt.

Das wundersame, warme, rote Fluten
verleiht der Landschaft dieses Zauberschimmern,
und auch des Herbstes helle Feuergluten
hier leuchtend in der Bäume Blattgold flimmern.

Als sänge da das Leben, Farben trunken,
zum Abschied uns sein allerschönstes Lied,
damit wir, wenn im Nebel es versunken,
bewahren seine Schönheit im Gemüt.
Version 3
© Ingrid Herta Drewing

Herbststimmung

Im Tau des Morgens grüßen Herbstzeitlosen.
Es lockt im Grün die lila Zartgestalt
fast frühlingshaft zur Lichtung hier im Wald,
als wollten sie wie Krokus Lenz jetzt kosen.

Noch lässt Natur hier ihre Schönheit sehen,
der Buchen, Birken Laub, ein Blattgoldtraum,
nuancenreich ziert Rot den Amberbaum,
und seine Sternenblätter leuchtend wehen.

Wie bald wird alles wild im Sturme tanzen,
was jetzt fast zärtlich hin zur Erde schwebt!
Wo hell die Sonne nun noch wärmt, belebt,
dort werden Frost und Nebel Raureif pflanzen!

Obwohl du’s kennst, das Lied der Jahreszeit,
denkst du mit Wehmut an Vergänglichkeit.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Herbstabend

Allmählich sinkt die Sonne hinterm Haus,
noch ganz vertieft ins Spiel der langen Schatten,
um sanft im Abendschein rot zu ermatten.
Ein heller Herbsttag klingt nun leise aus,

Dich zieht es heimwärts, wohlig am Kamin
willst du den Feierabend ruhig verbringen.
Ein müder Vogel glättet seine Schwingen,
behutsam Stress und Sorgen zu entflieh’n,

Hältst inne, lässt dich von Musik beseelen.
Was noch zuvor bedrückte, die Querelen
entschwinden weit, als gebe es sie nie.

Du fühlst, wie dich der Klang, die Melodie
entführen in den Raum der Harmonie
und nichts vermag dir nun dies’ Glück zu stehlen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Herbstmorgen

Zwei Rabenvögel
wachsam auf knorrigem Ast,
Blauhimmelkontrast.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstbild

Helllila Astern,
strahlende Sterngesichter,
grüßen hier im Park.

Im Blätterteppich
unter den hohen Bäumen
raschelt ein Igel.

Und der Wilde Wein
ziert mit gerötetem Laub
altes Gemäuer.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Herbstsignale

Ich spür des Herbstes Hand an meinen Wangen,
obschon des späten Sommers Feuer glüht,
im Garten Sonnenblumen, Rosen prangen
und weithin noch die Glockenheide blüht.

Die Nacht wird kühler, und die Nebelweben
verhüllen hier den Morgen, dicht ergraut,
bis Sonnenstrahlen hindern dies Bestreben:
Ein licht‘ Erhellen, und der Tag erblaut.

Es darf die Landschaft warm im Gold erglänzen,
der Büsche, Bäume Indian-Summer-Schein.
Doch bald lässt dann der Herbst in Farbentänzen
die Blätter Spiel der Wirbelwinde sein.

Auf Wiesen künden an die Herbstzeitlosen,
der dritten Jahreszeit Beginnen, Tosen.

© Ingrid Herta Drewing,2016