Archive for the Category Wiesbaden

 
 

Spätherbst im Kurpark

November nähert sich dem Ende,
und Spätherbst hüllt vernebelnd ein,
was unlängst glänzte im Gelände,
hell leuchtend schenkte Farbenbrände,
uns konnte Augenweide sein.

Als sei nun seine Welt verloren,
verlassen ich den Park heut‘ sah.
Die Bäume dunkel, kahl geschoren,
in Nebel, Kälte nass verschworen,
gespenstig in der Dichte da.

Verlassen, trübes Licht, es schweigen
die Vögel, auch die Papageien,
die sich sonst grün und munter zeigen,
hoch in die alten Wipfel steigen
und keck, laut in die Weite schreien.

Sogar das Krächzen jener Krähen,
die gestern noch gezankt, verstummt,
kein Elsterkeckern in der Nähe,
kein Flügelschlag, was ich erspähe,
verharrt in Stille, grau vermummt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Im Park

Feurige Schwingen,
die sanften Blätter schweben
gleich Vögeln im Wind.

Der Gingkobaum strahlt
weithin im herbstlichen Park,
goldne Geschenke.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
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Novembersonne

wardanovembersonne_oBlasse Novembersonne,
wärmst des Mittags doch mild.
Nun da die Nebel zerronnen,
strahlst du im Blauhimmelbild.

Ich genieße jetzt staunend
hier noch die Wärme, das Licht.
Nachts mögen Fröste raunen,
doch tags lacht hell dein Gesicht.

Lass den Winter ruhig warten,
Herbstfeier ist angesagt;
noch grünen Pflanzen im Garten,
Astern und Rosen im Hag!

© Ingrid Herta Drewing

Schillerdenkmal Am Warmen Damm

dscn7898-1Den Augen Schiller heut‘ nicht traut,
weil man ihn hier hat eingebaut
in eine Hüttenalm der Schweiz.
Und fragend, was sich da erledige,
blickt skeptisch drein auch Frau Tragödie.

Die Bretter, die die Welt bedeuten,
den Dichter ja sonst gar nicht reuten,
brachte „ Die Räuber“ hin bereits,
Er zeigte Helden, rätselkühne,
wenn man auf des Theaters Bühne
sich seine Dramen angeschaut.

Es hat die Hütte ihrerseits
in einer Hinsicht ihren Reiz.
Für ein paar Wochen im Advent
erfährt er gastlich‘ Element.
Obwohl ’s nicht Marbach, Weimar ist,
nimmt Schiller stumm nun hin die Frist.
Er kennt da keinen falschen Geiz,
sein „Wilhelm Tell“ spielt in der Schweiz.

© Ingrid Herta Drewing,2016

November

Die Landschaft, nun in Nebel eingehüllt,
liegt stumm, als weile sie in tiefen Träumen.
Wo unlängst Farben sangen in den Räumen,
nur kalte Nässe grau die Stunden füllt,
und welke Blätter kahle Bäume säumen.

Sogar die Vogelschar Am Warmen Damm
bewegt sich jetzt recht schweigsam im Gelände.
Kein Krümchen schenken heute Kinderhände.
Nilgänse rotten zahlreich sich zusamm‘,
und Krähen äugen, ob sich Futter fände.

Doch am Theater man schon eifrig baut,
damit man bald auch dort kann Schlittschuh fahren,
hofft hier auf einen Winter, der an klaren
und kühlen Tagen macht, dass es nicht taut,
den Zauber der Adventszeit mag bewahren.

© Ingrid Herta Drewing,2016dscn7919

Parkidylle

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Alte Laterne
und rote Sternenblätter
leuchtendes Herbstlicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Wiesbaden im Jahreslauf

Im Frühling, Mai, dein zartes Lächeln,
im Sommergrün ein Lichtgetränk,
noch im September mildes Fächeln
und golden nun dies Herbstgeschenk!

So lieblich grüßt du uns Wiesbaden,
du Stadt, am Taunushang verzweigt,
magst Gäste gern, sie einzuladen
gelobt der Rhein, sich westwärts neigt.

Jetzt strahlen alle Berge, Hänge;
ein Indian Summer lädt uns ein.
Noch zeigt sich hier nicht Nebels Enge,
Blauhimmeltage, klar und rein!

Da mag man gern im Freien weilen
in Park und Garten, Wald und Feld,
des Historismus Kunst zeigt Zeilen,
er und Natur verschönt die Welt.

Meist ist der Winter uns gewogen,
zeigt sich nur kurz mit Frost und Schnee.
Die Vögel, die nicht südwärts zogen,
sie zwitschern früh schon in der Höh‘.

Doch auch der Sportsfreund muss nicht darben,
mit Loipen lädt die Platte ein,
zeigt sich in weißen Winterfarben,
ermöglicht rodeln, Skifahr’n fein.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2016dscn6586-1

Trost im November

Novemberstimmung hat uns wieder
sanft eingeholt, der Nebel steigt.
Vergessen sind die Sommerlieder;
es liegt das Tal ergraut und schweigt.

Auch dort im Park die Papageien
verscheuchte Nebel wohl ins Nest,
verstummt ist nun ihr lautes Schreien,
ihr munteres Platanen-Fest.

Die Bäume stehen, kahl geworden,
beraubt der bunen Blätterzier
von rauen Winden aus dem Norden,
gleich Spukgespenstern noch Spalier.

Doch auf dem Schlossplatz setzt man Lichter,
Sternschnuppenmarkt sei hier sodann!
Adventszeit, lächelnde Gesichter,
und Freude zählt die Tage an!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2016

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Sonntag im Nerotal

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Noch grüßt die Buche hier im Sommergrün,
als hätten wir nicht sechzehnten Oktober,
wo doch der Amberbaum schon zeigt Zinnober
und Eschenblätter goldgelb leuchtend glühn.

Mag sein, dass sie des Schwarzbachs Wasser stärkt,
noch nicht das Laub zu färben und zu lösen.
Vielleicht lässt sie der Hockeyplatz nicht dösen,
wenn sie des Giftgrüns Konkurrenz bemerkt.

Doch auch am Neroberg noch grünen Bäume,
wohl gilt auch hier dem Sommer kein Adieu.
Er tanzt mit Herbst ein sanftes Pas de Deux,
und sie gewähren uns die milden Träume.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Klarer Herbstmorgen

dscn6278Solch einen Morgen lob ich mir!
Blauhimmel, hell der Sonne Strahlen,
und Maler Herbst ist fleißig hier,
zeigt seine Farbkunst im Revier,
beginnt die Blätter zu bemalen.

Als flösse alles Himmelslicht
jetzt in die Landschaft, Büsche, Bäume,
damit zum Abschied ihr Gesicht
in abertausend Farben spricht,
Natur nun paradiesisch träume.

So kündet Ende an Beginn.
Und mögen Winter, Nebelzeiten
ihr Bild auch grau bald stellen hin,
wird doch des Lebens Frühlingssinn
uns hoffnungsfroh und heiter leiten.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing