Es fegt ein kühler Wind durch meine Träume,
das Sonnenfenster scheint schon zugeklappt,
und wo einst Blüten reiften in den Bäumen
hat kahler Winter alles nun ertappt.
Und dennoch wartet da ein zartes Hoffen
auf einen goldnen Tag und Neubeginn,
auch wenn das Leben, winterlich betroffen,
nun langsam fährt auf stillem Fluss dahin.
Noch lässt des Sternes Licht das Lächeln zu,
hell grüßend hier in seinem Sonnenglanz.
Die Träume tragen leichte Flügelschuh‘
und schenken den Gedanken ihren Tanz.
In ihrem Reigen folgen sie dem Wind
dorthin, wo Träume wahr geworden sind.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Januar 11th, 2013 | Besinnliches, Glauben, Leben, Liebe | Tags: Erfüllung, Glaube, Hoffnung, Leben, Liebe, Träume, Vergänglichkeit | 0 Comments
Die Erinnerung an den Flügelschlag
des Kohlweißlings
auf der Kapuzinerblüte.
Aufscheinen eines Sommerlichts,
das kurz ins Auge fiel.
Einen Wimpernschlag später
sein Tod im gelben Schnabel
der Zeit.
© Ingrid Herta Drewing
Januar 5th, 2013 | Besinnliches | Tags: Leben, Schönheit, Vergänglichkeit | 0 Comments
Ins Blau des Himmels
zeichnet ein Jet seinen Weg.
Ein Kondensstreifen,
weiße Diagonale,
des Menschen flüchtige Spur.
© Ingrid Herta Drewing
November 4th, 2012 | Haiku & Co | Tags: Kondensstreifen, Vergänglichkeit | 0 Comments
Die Blätter trudeln, tanzen Windes Reigen;
zur letzten Lese schreitet die Natur,
bevor sie, ruhend in des Nebels Schweigen,
versteckt des Herbstes todeswelke Spur.
Der Efeu und die Tanne da obsiegen
und wehren hier der dritten Jahreszeit,
wenn sie sich grünend noch im Winde wiegen,
bevor der Winter ihnen Weiß verleiht.
Auch zeigt trotz Schnee und Eis sich Blütenleben.
Christrosen wachsen, zarten Frühlings Gruß,
ein helles Weihnachtsbild, wenn Kältestreben
auf dieser kleinen Welt fasst frostig Fuß.
So geht wohl auch bei jedem Sterbensschritt
des Lebens Hoffnung dennoch lächelnd mit.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 12th, 2012 | Besinnliches, Herbst, Leben, Natur | Tags: Christrose, Efeu, Herbst, Hoffnung, Imergrün, Leben, Tanne, Vergänglichkeit, Weihnachten, Winter | 0 Comments
Gemeinsam
auf dem See
zwei Schwäne kreisen,
anmutig,
weiß wie Schnee.
Sie schwimmen leise,
wie Wolken schweben,
auf ihre Weise,
ein lichtes Leben.
Und am Gestade
färbt der Herbst
die Bäume
nun zur Parade
farbenfroher Träume,
die sich im Wasser
spiegeln, wieder finden,
Eschen, Kastanien,
Buchen, Birken, Linden.
Ich stehe, schaue,
darf Natur genießen
und seh’, vertraue,
dass in sanftem Fließen
auch dieses Leben,
das vergeht
und doch besteht,
hier weiter webt
und, Phönix gleich,
aus Grauem strebt,
im Frühlingsbeben
zum Licht sich hebt.
© Ingrid Herta Drewing
September 30th, 2012 | Besinnliches, Herbst, Kreislauf des Lebens, Vanitas | Tags: Herbst, Herbstlaub, Leben, Phönix, Schwäne, Vergänglichkeit | 0 Comments
Und wieder geht ein Tag, ein neues Blatt;
Kalender zeigt: Es ist des Jahres Mitte
nun schon seit Wochen weidlich überschritten,
jetzt, da doch Sommer uns gefunden hat.
Fast unbemerkt sind wir hinein geglitten,
und es blieb auch die Midlife Crises aus.
Der Regentage graue, stumme Bitte
fand gütig Antwort durch die Kunst zu Haus.
Die Poesie, Musik, wohl unbestritten,
der Malkunst Leuchten, ihre Farbenpracht
entschädigen für vieles, was erlitten,
wie Sterne strahlend hell in All und Nacht.
Da mag nun täglich leise Licht entschwinden;
wir werden Herbst und Winter auch verwinden.
© Ingrid Herta Drewing
Juli 24th, 2012 | Ermunterung, Lebensfreude, Sommer, Vanitas | Tags: Jahresmitte, Kunst, Lebensfreude, Poesie, Vergänglichkeit, Zeit | 0 Comments
Du schneidest, was welk,
und denkst wehmütig dann,
dass auch dir irgendwann
solch ein Schnitt
schließlich wird
ein Ende bereiten.
Wie alles, was lebt
und wachsend hier strebt,
wird der Tod dich begleiten.
Nur was erblüht,
kann auch vergehen;
nur was hier lebt,
im Licht erbeben,
den großen Pulsschlag fühlen:
Leben.
© Ingrid Herta Drewing
Juni 29th, 2012 | Besinnliches | Tags: Tod, Vergänglichkeit | 0 Comments
Und nichts ist von Dauer, was wir erkiesen,
alles nimmt mit ohne Mitleid die Zeit,
die Wasser, die tosend zum Meere fließen,
die Pflanzen, die blühend und welkend sprießen.
Uns steht hier vieles nur sehr kurz bereit.
Sogar die Sterne, die himmlisch erglänzen,
sterben von Anbeginn in ihrem Licht,
tragen es dennoch so weit, uns kredenzend,
weiten uns Menschen die irdischen Grenzen,
ein Himmel voll Hoffnung und Zuversicht.
Zuversicht wächst in vertrauendem Glauben,
dass gütig uns, wenn unser Leben einst fällt,
der Herrgott in seiner Gnade erlaube,
die Seinen zu sein; fern dem Sternenstaube
geborgen in seiner Hand er uns hält.
© Ingrid Herta Drewing
November 1st, 2011 | Besinnliches, Glauben | Tags: Gaube, Gott, Hoffnung, Leben, Liebe, Vergänglichkeit, Vertrauen | 0 Comments
Ein Krähenruf, der Nebel dicht;
wo jüngst noch flutend Sonnenlicht
den hellen Tag im Blau verwirrte,
der Lerche süßer Sang so girrte,
wohnt jetzt nur Einsamkeit, Verzicht.
Und wieder sinkt der Sonne Bogen.
Doch fühlen wir uns nicht betrogen;
vertraut damit doch Jahr für Jahr.
Des Lebens Kreislauf zeigt uns klar:
Hier wird, was bleibt und geht, gewogen.
Wir Menschen kennen dieses Spiel,
erzeugen uns ein Wohlgefühl,
erhellen leuchtend das Zuhause.
Wenn draußen kalte Stürme brausen,
genießen wir doch Wärme viel.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 13th, 2011 | Besinnliches, Herbst | Tags: Herbst, Licht, Mensch, Nebel, Stürme, Vergänglichkeit, Wäme, Zivilisation | 0 Comments
Das Tal weitet sich,
nun, dem Nebel entronnen,
begrüßt es den Tag.
Helles Feuerwerk,
aufflammend in den Bäumen,
Herbstblätterfreude.
Die Rosenblüte,
einsame, mutige Schöne,
singt ihr Purpurlied.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 12th, 2011 | Besinnliches, Haiku & Co, Natur | Tags: Farben, Herbstfeuerwerk, Nebel, Sonne, Vergänglichkeit | 0 Comments