Geburtstagsgruß für Andreas

Der zweite Januar im Jahr,
das ist ein Tag, der uns gefällt,
denn da erblicktest, wunderbar,
Andreas, Du, das Licht der Welt.

Ob Mutter, Schwiegermutter, Kinder,
erst recht auch Deine liebe Frau,
wir alle freuen uns nicht minder,
dass es Dich gibt, Du weißt’s genau.

Drum wollen wir Dir gratulieren
voll Freud zu Deinem „Wiegenfest“
und bitten Gott, er möge führen
für Dich in Zukunft nur das Best‘.

Denn dessen sind wir eingedenk:
Er gab Dich uns als lieb Geschenk!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Gebet zum Jahreswechsel

Herr, führe uns auf deinen Pfaden,
zeig uns den Weg zu deinem Licht,
nimm unsre Schuld in deiner Gnade
und schenk uns Mut und Zuversicht!

Lass deine Kinder hier nicht wanken
in schwachem Sinn und Übermut,
erleuchte Herz uns und Gedanken,
bewege, wo die Kraft uns ruht!

Gib, dass wir menschlich sind, in Güte
dem Nächsten helfen mit Geduld,
Geschöpfe schützen, jede Blüte
sei uns ein Zeichen deiner Huld!

Damit wir diese schöne Erde,
die du uns liebend anvertraut,
auch pflegen und bewahren werden
in deinem Licht, das wir erschaut.

© Foto u. Gebet: Ingrid Herta Drewing

Blick aus dem Fenster

Ein kühler Tag, auf dessen blauer Bühne
der Wind verwegen mit dem Rauche spielt,
der zart gekräuselt quillt aus den Kaminen
und weiß in Tanzfiguren Sonne fühlt.

Sie steigen, neigen, wirbeln sich im Kreise
und schrauben hoch und höher Pirouetten,
um bald darauf in wundersamer Weise
sich leicht zu lösen von den Wirkungsstätten.

Verlieren sanft sich in des Himmels Höhen,
ein Wölkchen schwebt noch hell im Mittagslicht,
das schließlich auch entwächst des Blickes Spähen,
wenn Wind es trägt aus der begrenzten Sicht.

Was immer auch verlässt der Bühne Ort,
es wirkt gewiss an andrer Stelle fort.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Marktkirche

Garten in Coerde

Wintergrauer Tag,
in kahlen Baumes Geäst
tanzen Kohlmeisen.

Garten, frühlingsgrün.
Elstern, Amseln und Meisen
in der milden Luft.

Vogelgezwitscher
durchdringt die müde Stille
des Regentages.

© Foto und Text / Ingrid Herta Drewing,31.12.18

Jahreswende

Heut schreibt sich Winter grau in den Kalender;
das Jahr, am Ende, tröpfelt so dahin.
Zart keimt die Hoffnung, dass sich etwas ändre,
das neue Jahr auch bringe Neubeginn.

Als sei das Neue an der Zeitenschranke,
die an Silvester sich zum Starte hebt,
mehr als ein Zeitraum, Intervallgedanke.
Es träumt der Mensch davon, so lang er lebt.

So zweigesichtig Janus um sich blickt,
wir sind es doch, die sinnend hier beginnen.
Ein jeder Tag wird neu von uns gestrickt
aus jenem Faden, den die Nornen spinnen.

Es wird nur Neues, Gutes alsdann geben,
wenn wir bewusst gestalten unser Leben.

© Foto und Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Wilhelmstraße

Silvesterwünsche

Wir sind wohl hoffnungsvolle Optimisten,
begrüßen froh gestimmt das neue Jahr
und glauben, dass sich nun doch bessern müsste,
was uns im alten gar zu garstig war.

Gesundheit sehnt herbei der leidend Kranke,
an Arbeit denkt, wer lang schon arbeitslos.
Der Klimagunst gilt grün auch der Gedanke,
man wünscht sich, Einsicht werde endlich groß.

Der eine träumt von seiner großen Liebe,
ein anderer sieht ’s Glück in Gut und Geld.
Bescheiden wünscht so mancher, Frieden bliebe
erhalten ihm in seiner kleinen Welt.

So wähnen wir das Wohl im Zeitenschritt,
und immer geht die Hoffnung lächelnd mit.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Erster Weihnachtsfeiertag

Es grüßt die Landschaft frühlingsgrün,
wirkt dennoch fast verstellt.
Am Hang die Nebel aufwärts zieh’n,
verschleiern hier die Welt.

Ich wünschte mir zur Weihnacht Schnee,
den Winter klar und kalt,
wenn Sonnenglanz aus Himmels Höh‘
aufglitzern lässt den Wald.

Statt dessen künden Sturm und Regen
uns an ein graues Bild.
Die Wetterwünsche, die wir hegen,
sie bleiben unerfüllt.

Mag es auch wild jetzt draußen dräuen,
zu Hause stört ’s uns nicht,
weil wir gesellig uns erfreuen
bei Punsch und Kerzenlicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Heiligabend

Wie jubelt ’s zur Weihnacht!
Wie hell singt der Chor!
Wie sprudelt im Schalle
die Freude hervor!

Das Singen erfüllt
meine Seele mit Macht,
die liebend erbebt.

Der Glaube, er lebt,
im Lichte enthüllt.
Es ist Heilige Nacht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Marktkirche, Krippe v. Wolf Spemann

Heiligabend

Die letzten Stunden im Advent
auf Weihnacht stimmen festlich ein.
Schon hell die vierte Kerze brennt,
und warm erstrahlt der Lichter Schein.

Andächtig wird der Tag begleitet,
beschaulich wirkend ohne Hast,
weil das, was als Geschenk bereitet,
nur seinen Wert als Liebe fasst.

Sei es nun Tanne oder Fichte,
geschmückt, grüßt traulich uns der Brauch.
Der Weihnachtsbaum erglänzt im Lichte,
und Kinderaugen leuchten auch.

Gemeinsam finden wir uns wieder,
sonst oft durch Arbeit, Zeit getrennt,
und singen froh die alten Lieder,
die schönen, die ein jeder kennt.

Die Weihnacht, keine Phantasie!
Die Botschaft, die uns Frieden kündet,
schenkt Liebe, Freude, Harmonie,
Vertrauen, das uns hier verbindet.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wintersonnenwende

Die Weihnachtsstimmung schwimmt im Regen.
Die Füße werden klamm, feuchtkalt
weht dir der Westwind nun entgegen
und bläst den Nebel aus dem Wald.

Hier grünen hohe Tannenbäume,
von Schneelast Äste unbeschwert,
und frühlingshafte Weihnachtsträume
ein zwitschernd Meisenpaar beschert.

Die Illusion, zur Sonnenwende
zög’ mit dem Licht auch Frühling ein,
hebt nur für kurze Zeit die Blende,
dann holt dich Winter wieder ein.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing