Als sei’s ein Werk aus altem Holzbaukasten,
so Klotz auf Klötzchen, Stein auf Stein,
in das doch kundig Hände fassten
und setzten klare Scheiben ein.
Noch gilt’s zu werkeln, wahrend die Fassade.
Es ward errichtet ein Gerüst,
und traurig grüßt die Balustrade,
wo helles Blühen wird vermisst.
Der Tag der Einheit geht an ihm vorüber,
denn Frankfurt führt den Festakt aus.
Hier herrscht heut Ruh‘, das Gegenüber
führt’s spiegelbildlich auch hinaus.
Verwaist der Schlossplatz, auf den grauen Stufen,
wo werktags Menschen gehen ein und aus,
schweigt nun sogar der Tauben Rufen.
Drei goldne Lilien glänzen hoch am Haus.
Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 5th, 2015 | Besinnliches, Heimat, Leben, Orte, Wiesbaden | Tags: Baumaßnahmen, Festakt, Frankfurt, Morgen, Rathaus, Ruhe, Tag der Einheit, Wiesbaden | 0 Comments
Es grüßt der Ginkgo-Baum noch sommergrün,
als zeige er uns an sein lang‘ Bestehen.
Jahrhunderte sah er vorübergehen,
und Menschen kamen, gingen; er blieb kühn.
Sehr bald darf er in gelber Seide glänzen.
In hellem Leuchten wirkt sein Blätterkleid,
als komme er, ein Gast aus ferner Zeit,
um seine Heimat China zu kredenzen.
Weithin wird dann sein Bild im Park erstrahlen,
bereichern hier der Bäume Farbenpracht,
bevor der Spätherbst naht und grau mit fahlen,
feucht-kühlen Nebeln webt an Winters Macht.
Wir kennen wohl den Kreislauf der Natur
und schwingen mit auf ihrer sanften Spur.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 2nd, 2015 | Flora, Frühherbst, Herbst, Leben, Licht, Natur | Tags: Am Warmen Damm, Beständigkeit, China, Ginkgobaum, Herbst, Natur, Park, Schönheit, Vergänglichkeit, Wiesbaden | 0 Comments
Ein milder Frühherbst-Tag, am Teich
versammelt sich die Nilgans-Schar.
Auch Enten lockt das Wasserreich,
das immer schon ihr eigen war.
Hier wird oft Futter angeboten,
das zieht auch Tauben magisch an,
und Krähen scheinen auszuloten,
wie man sein Teil sich holen kann.
Meist‘ scheint die Nilgans zu obsiegen,
nur mühsam sich das Teichhuhn nährt.
Wie soll es auch sein Scherflein kriegen,
wenn’s ihm der große Vogel wehrt!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 1st, 2015 | Fauna, Herbst, Leben, Nebel, Park, Tiere, Vögel, Wasser, Wiesbaden | Tags: Am Warmen Damm, Futter, Krähen, Macht, Nilgänse, Stockenten, Tauben, teich, Teichhuhn, Verdrängung, Wasservögel, Wiesbaden | 0 Comments
(Zum Vorhaben, Müll des AKW Stade
auf der Wiesbadener Deponie abzuladen)
„Lässt du mein kleines Pförtnerhaus
nun weiter bei dir strahlen?
Auch der Kantine Schutt muss raus,
ich werd’s dir gut bezahlen?“
„Die Niedersachsen wollten’s nicht
und haben sich gewehrt,
auch Sachsen sagte nur „Verzicht“,
die Last sei dort verkehrt.
Auch wir entsagen gar zu gern
dem Geld für deinen Müll,
such dir im Untergrund,tief, fern
ein Lager für’s „Idyll“!
Die Wasser der Matthiaker,
sie sollen sauber fließen!
Wiesbaden muss als Weltkurstadt
solch „ Angebot“ ausschließen!
© Ingrid Herta Drewing,2015
August 26th, 2015 | Gesellschaftskritisches | Tags: Lebensqualität, Müll aus dem AKW Stade, Weltkurstadt, Wiesbaden | 0 Comments
Die Stadt trägt wieder Sommers Kleid,
darf in der Sonne lächeln
und lässt sich, fern der Hitze-Zeit,
nun lind vom Wind umfächeln.
Sie lädt zum Weinfest Gäste ein,
kredenzt in den Pokalen
das Rheingold, besten Rheingau-Wein.
Da mag der Kenner strahlen.
Ein Jubiläum, vierzig Jahr
zählt nun schon Weines Woche,
und Wiesbaden zeigt wunderbar,
was mundet, wie versprochen.
Vom Dom Carillon-Spiel erklingt.
Die Turmuhr zeigt die Stunde,
die man hier froh genießt, beschwingt,
gesellig in der Runde.
© Ingrid Herta Drewing
August 19th, 2015 | Deutschland, Geselligkeit, Lebensfreude, Sommer, Stadt, Wein, Wiesbaden | Tags: August, Fest, Rheingauwein, Rheingold, Sommer, Weinwoche, Wiesbaden | 0 Comments
Geselligkeit, nicht nur am Sommerabend,
Wiesbaden lädt zu seinem Weinfest ein.
Da darf man sich an Rheingau-Weinen laben,
auch gibt’s manch‘ kulinarisch‘ Stelldichein.
In großer Zahl der Winzer Stände locken,
gut zu verkosten nicht nur Riesling-Wein,
und hoch im Dom Carillon, Klang der Glocken
hell läuten hier des Frohsinns Stunden ein.
Das Rathaus kann nun als Kulisse grüßen
der Bühne, wo manch‘ Künstler unterhält.
Das Publikum sitzt fröhlich ihm zu Füßen,
genießt den Wein und was ihm sonst gefällt.
Sogar das Wetter scheint dem Fest gesonnen,
vorbei die Hitze, Frische hat gewonnen!
© Ingrid Herta Drewing, 2015
August 15th, 2015 | Deutschland, Geselligkeit, Lebensfreude, Musik, Sommer, Sonette, Stadt, Wein, Wetter, Wiesbaden | Tags: August, Carillon, Frohsinn, Geselligkeit, Marktkirche, Rathaus, Riesling, Schloss, Sommer, Weinwoche, Wiesbaden | 0 Comments
Es werfen auf der Rue jetzt die Platanen,
als sei es Herbst, schon welke Blätter ab.
Auch die versengten Wiesen lassen ahnen,
dass Trockenheit hier herrscht, weil Wasser knapp.
Wo sonst in sattem Grün das Auge weidet,
siehst du Staubteufel tanzen, wenn der Wind
dort ab und zu in leichten Wirbeln gleitet,
und Blätter ihm da raschelnd Partner sind.
Zu heiß, zu trocken, drückend diese Schwüle.
So hatten wir den Sommer nicht ersehnt!
Nun hoffen wir auf Regen und auf Kühle,
damit dies‘ Welken sich hier nicht ausdehnt.
Erstrahlen soll die Rue in frischem Grün,
wenn wir von dort aus hin zum Weinfest zieh’n.
© Ingrid Herta Drewing, 2015
August 13th, 2015 | Deutschland, Hoffnung, Lebensfreude, Natur, Orte, Sonette, Stadt, Wachstum, Wetter, Wiesbaden | Tags: Hoffnung, Kühle, Regen, Sommer, Trockenheit, Wachstum, Weinfest, Wiesbaden, Wilhelmstraße | 0 Comments
Da zwischen Busch und Bäumen scheint es auf,
Fürst Bismarcks Denkmal, Patina behaucht!
Auf Wanderer und Jogger hier im Lauf
wirkt die Gelassenheit, wenn er auftaucht.
Erinnert an die Zeit der Gründerjahre,
als alle Welt hier kurte in der Stadt,
und man des Kaisers Nähe wollt‘ erfahren,
der sich hier häufig eingefunden hatt‘.
Noch künden Villen, Historismus-Bauten
von jenem Flair und Fin de Siècle-Zeit.
Wiesbadens Bürger mögen diese trauten
Fassaden, die uns täglich doch Geleit.
Die Stadt am Taunushang und Rhein gelegen
darf trotz Moderne auch dies Erbe hegen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Juni 6th, 2015 | Berühmte Persönlichkeit, Deutschland, Heimat, Kunst, Sonette, Stadt, Wiesbaden | Tags: Bismarck, Historismus, Prachtbauten, Rhein, Stadt im Grünen, Taunus, Villen, Weltkurstadt, Wiesbaden, Wilhelminsche Ära | 0 Comments
Kaum flügge, fliegen sie ins Leben,
die Mauersegler-Kinder dort!
Hoch seh ich sie am Himmel schweben,
sich sanft im Sonnenlicht verweben,
als sei die Luft ihr sichrer Hort.
Für mich sind sie Frühsommers Boten.
Nun strömt hier Wärme in die Welt!
Der Winter wich zu Antipoden,
und Frühlings Flora darf ausloten,
was uns noch blumigzart gefällt.
Wir freuen uns an Blütendüften,
an klarem Tag und Vogelsang.
Doch Mauersegler in den Lüften,
so fern von Dunkelheit und Grüften,
verkünden schon des Sommers Klang.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Mai 27th, 2015 | Fauna, Flora, Frühsommer, Lebensfreude, Licht, Natur, Sonne, Vögel | Tags: Antipoden, Blütendüfte, Boten, Frühling, Frühsommer, Mauersegler, Wärme, Wiesbaden | 0 Comments
Der Mai ist da, es duften seine Glöckchen
zart, wo die Bäume ihnen Schatten spenden;
und auf den Wiesen wollen Wollgrasflöckchen
Frühsommergrüße an den Frühling senden.
So warm, wie jetzt der Mai den Tag empfängt,
fühlt man sich fast in südlichen Gefilden,
des Mittags von der Sonne heiß bedrängt,
verwöhnt von einem Abend, der sehr milde.
Nun geht man leicht gekleidet gern spazieren,
in Park und Wald lockt frisches Maiengrün.
Und mancher mag auch auf der Rue flanieren,
zur Festspiel-Oper freudig hin dann ziehn.
.
Jetzt fühlen wir die Leichtigkeit, zu sein.
Die schöne Welt lädt uns hell blühend ein.
© Ingrid Herta Drewing
Mai 19th, 2015 | Flora, Lebensfreude, Mai, Musik, Orte, Wiesbaden | Tags: Leichtigkeit, Mai, Maifestspiele, Maiglöckchen, Milde, Oper, Wärme, Wiesbaden | 0 Comments