Schnee liegt, die weiße Stille
verbirgt des Lebens Klang.
Es lässt ein ernster Wille
hier schweigen den Gesang.
Der Winter hat nun mächtig
sein kühles Reich erbaut
und prangt, dort herrschend, prächtig
frostklirrend, Eis ergraut.
Doch warm gehüllt, ich schaue
zum klaren Himmelszelt,
das sternenreich, verblauend ,
schirmt märchenhaft die Welt.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 3rd, 2012 | Winter | Tags: Abend, Märchen, Sterne, Stille, Winter | 0 Comments
In der winterkalten Nacht
nur die fernen Sterne funkeln,
und der Frost frisst sich ins Dunkel.
Weh dem, der kein Obdach hat!
Doch es gibt sie, jene Berber,
die nicht vor der Kälte fliehen,
wehren hilfsbereiten Werbern,
wollen in kein Heim einziehen.
Tückisch dann, was scheint zum Wohl,
dass es wärme Körper, Seele,
Feuerwasser, Alkohol,
rinnend durch die raue Kehle.
Er befrei’ von Kälte, Sorgen,
glaubte mancher, der ihn trank
und berauscht, einschlafend sank
in die Nacht, die ohne Morgen.
In der winterkalten Nacht
nur die fernen Sterne funkeln,
und der Frost frisst sich ins Dunkel.
Weh dem, der kein Obdach hat!
© Ingrid Herta Drewing
Februar 2nd, 2012 | Gesellschaftskritisches, Winter | Tags: Alkohol, Frost, Heim, Obdachlose, Tod, Wärme, Winter | 0 Comments
Dieses Nebellied,
der See, ein Jadesiegel
des Wintermorgens.
*
Heller Wintertag;
unter blaugoldnem Himmel
glänzt weiß die Stille.
*
Warm blickt die Sonne,
streichelt Winters kahles Haupt.
Eiszapfen weinen.
Die Freudentränen rinnen
und wachsen in die Tiefe.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 1st, 2012 | Haiku & Co | Tags: Eisfläche, Eiszapfen, See, Sonne, Tauwetter, Winter | 0 Comments
Rau weht der Wind heut’ aus Nord-Ost.
Die weißen Flocken wirbeln, stieben.
Die Erde, hart geplagt vom Frost,
darf nun bald weich bedeckt hier liegen.
Die Kleidung, vorschnell eingemottet,
wird wieder aus dem Schrank geholt,
sich gegen Kälte abgeschottet.
Ja, Winter hat uns recht verkohlt.
Tat so, als wolle er nicht kommen
in unser Land in diesem Jahr.
Sein Zögern ward zu ernst genommen;
man glaubte, Frühling sei fast da.
Nun wird er uns wohl Mores lehren
und macht sich hier mit Kälte breit.
Wir, machtlos, können ’s nicht verwehren;
es ist ja seine Jahreszeit.
© Ingrid Herta Drewing
Januar 29th, 2012 | Jahreszeiten, Winter | Tags: Frost, Frühlingshoffnung, Schnee, Verspätung, Winter | 0 Comments
Noch lesen wir des Winters Spuren,
in Nächten manchmal bitterkalt.
Der Raureif liegt auf Wiesen, Wald,
und Schlaf beherrscht die Sonnenuhren;
der Nebel löscht des Tags Gestalt.
Doch wenn einmal die Sonne scheint,
dann lädt ein Lächeln ein, zu träumen,
und silbern flüstert ’s in den Bäumen,
den Büschen, filigran; man meint,
weit weg zu sein von grauen Räumen.
Als lägen Sterne, Diamanten
auf Halmen, Zweigen; helles Licht,
ein himmlisch’ Blau von Hoffnung spricht.
Dies’ Winterbild, das wohlbekannte,
entlohnt für Trübsal und Verzicht.
© Ingrid Herta Drewing
Januar 28th, 2012 | Natur, Winter | Tags: Diamanten, Glitzerwelt, Kälte, Licht, Nebel, Raureif, Sonne, Winter | 0 Comments
Ein Spätherbst lässt hier Winter missen,
er fröstelt, hat im Januar
kein Flockenbettchen mehr zerschlissen;
Frau Holle schläft bis Februar.
Wenn alle schon vom Frühling träumen,
das Leben prall in Knospen schwillt,
beginnt sie, ihr Haus aufzuräumen;
zur Erde stieben Flocken wild.
Die Menschen, die zur Fastnachtszeit
sich auf den Straßen lustig tummeln,
sie werden sich im Narrenkleid
noch zusätzlich in Pelz vermummen.
Bis zum April liegt dann der Schnee,
und zwischendurch wird ’s auch mal tauen.
Die Frühblüher aus weißem Weh
mit ihren zarten Köpfchen schauen.
Vielleicht ist auch an Frühlings Statt
des Sommers Wärme schon zur Stelle?
Im Klimawandel Holle hat
verwischt der Jahreszeiten Schwelle.
© Ingrid Herta Drewing
Januar 20th, 2012 | Natur, Winter | Tags: Frau Holle, Klimawandel, Schnee, Winter | 0 Comments
Auf einer Wolkenbank sitzt blass die Sonne.
Sie blickt dort müde aus dem Einheitsgrau
der Wolken; doch sie scheint dem nun entronnen
für kurze Zeit zu lichter Erdenschau.
Hier liegt kein Schnee, der weiß in ihrem Strahlen
zum Winterzauber ruft das stille Land.
Seit Wochen hat des Regens feuchtes Prahlen
die Felder nun als See und Sumpf benannt.
Und in der Stadt sind blank gewischt die Steige,
recht flüssig nimmt Verkehr auch seinen Lauf.
Nur Kinder hier wohl noch zum Schneewunsch neigen.
In Läden herrscht schon Winterschlussverkauf.
Den Lenz erwartend räumt man ’s Lager frei,
und zeigt im Fenster Frühlings Konterfei.
© Ingrid Herta Drewing
Januar 13th, 2012 | Winter | Tags: Ausverkauf, Frühling, Regen, Sonne, Winter, Wolken | 0 Comments
Wie viele Winter habe ich gesehen,
mit wachem Auge tief erschaut,
und viele Bilder mir wie Schnee verwehen,
Erinnerungen, aufgestaut.
Doch einen Winter werd‘ ich nie vergessen,
das war, als du, mein Schneemann, mich geküsst.
Es schien mir zunächst frech, ja fast vermessen;
dann war mir so, als ob ich träumen müsst.
Wir hatten rote Wangen, kalte Hände,
doch unsre Herzen klopften heiß.
Im Augen – Blick der Wintersonnenwende
schmolz hin in Liebe alles Eis.
© Ingrid Herta Drewing
Dezember 23rd, 2011 | Liebe, Winter | Tags: Kuss, Liebe, Winter, Winteronnnenwende | 0 Comments
Es rieselt Schnee, bedeckt die Wunden,
die wir der Erde zugefügt,
die braunen Furchen, tief gepflügt.
In himmlisch weißen Sternenstunden
sie sanft in Winters Stille liegt.
Als hätten Engel ihr aus Träumen
ein lindes, weißes Tuch gewebt,
den Schleier, der sie licht umschwebt,
ihr Leben zärtlich zu umsäumen,
bis es im Frühling neu erbebt.
© Ingrid Herta Drewing
Dezember 23rd, 2011 | Besinnliches, Winter | Tags: Frühling, Leben, Scnee, Stille, Winter | 0 Comments
Einstweilen hat der Winter sich verkrochen.
Der Regen hat den Schnee bald weggespült.
Zwei Tage war im Brautkleid, schon versprochen,
die Erde; doch dann ward der Bund gebrochen.
Der Tauwind kam, wir haben ihn gefühlt.
Der stolze Schneemann in dem kleinen Garten,
ihn hatten Kinder liebevoll gebaut,
er sollte glanzvoll auf das Christfest warten,
trug einen Tannenzweig, schön als Standarte;
nun schmilzt er hin, ist fast schon weggetaut.
Und von den Dächern tropft es, rutscht der Schnee,
den wir zur Weihnacht hätten gern behalten
im Mondlicht glänzend, Zauber aus der Höh’.
Nun meldet sich hier kühl die Nebelfee,
in grauen Schleiern ihren Tanz gestaltend.
© Ingrid Herta Drewing
Dezember 21st, 2011 | Adventszeit, Natur, Wetter, Winter | Tags: Nebel, Schneeflocken, Schneemann, Tauwind, Weihnacht, Winter | 0 Comments