Dort, wo im Juni süße Kirschen reiften,
erglüht der Baum in feuerrotem Kleid.
Die Dohlen, die als Diebe ihn oft streiften,
besuchen ihn in Scharen auch zur Zeit.
Als träumten sie vom Sommer, seinen Gaben,
erinnert durch die rote Blätterpracht,
wie wir uns gern noch im Erinnern laben
an Sonnenglut und wilden Meeres Macht.
Doch mag es sein, sie spüren, dass das Leben
im Farbenrausch des Herbstes sich versprüht,
bevor die Kälte nach den Nebelweben
todähnlich alles Schöne überzieht.
© Ingrid Herta Drewing, Üb.2013
Oktober 21st, 2013 | Besinnliches | Tags: Dohlen, Erinnerung, Kirschen, Lebensfreude, Nebel, Sommer, Vergänglichkeit | 0 Comments
Es schenkt der Herbst uns doch noch milde Tage,
zeigt sonnig sich mit blauem Firmament
und malt den Bäumen seine Lustansage
ins goldne Laub, das rot entflammend brennt.
Als gebe es den Abschied nicht, noch Tod,
lässt er des Lebens Fülle hell erstrahlen
und leuchtend Wilden Weines dunkles Rot
an alte Steine grauer Mauern malen.
Zwar ist ’s ein Aufschub nur, wie wir wohl wissen,
denn bald wird Spätherbst uns in Nebel hüllen;
noch dürfen wir die Freudenfahnen hissen,
und unsre Farben-Sehnsucht schauend stillen.
Bis dann des Winters weiße, stille Zeit
uns träumen lässt von Frühlings Blütenkleid.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 19th, 2013 | Farben, Herbst, Lebensfreude | Tags: Blauhimmel, Farbenfülle, Feuer, Frühlingstraum, Gold, Herbstlaub, Lebensfreude, Liccht, Liebe, Novembernebel, Sehnsucht, Wilder Wein, Winter | 0 Comments
Oktobergold,die Farben, die hier glühen,
das Laub der Bäume feurig röten,zieren,
verleihen Herbst dies‘ Leuchten;Ernte-Mühen
sich scheinen nun im Glanze zu verlieren.
Ein Morgen, der in sonnigem Aufklaren
auch dir das Licht in deine Seele schreibt,
dich lehrt, das Schöne innig zu erfahren,
schenkt zur Erinnerung dies‘ Bild,das bleibt.
Wärmt dir dein Herz noch, wenn in Winters Weiten
die Nebel hüllen deine Tage ein,
der Frost der Nächte droht, dich zu begleiten,
zu löschen deine Feuer, bist allein.
Dann wird des Phönix flammende Gestalt
sich aufwärts schwingen aus der Asche kalt.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 18th, 2013 | Herbst, Leben, Liebe, Sonette | Tags: Auferstehung, Bild, Erinnerung, Farbenspiel, Lebensfreude, Oktobergold, Phönix, Seele, Winter | 0 Comments
Was kann betören sanft mit Zauberklängen,
tief in die Seele greifen, hat die Macht,
uns zu befreien aus des Alltags Enge,
schenkt uns den Tag, der singend, hell erwacht?
Ja, die Musik vermag es; wie die Liebe
erschließt sie hoffnungsfroh uns neu die Welt.
Vergessen wird so alles Böse, Trübe;
wir wenden uns zum Guten, das gefällt.
Da endet Traurigkeit. Mit ihrem Schwingen
gewährt uns eine schöne Melodie
den Balsam unsrer Seele: Harmonie.
Sie heilt das kranke Herz und wird bezwingen,
was stumm gefangen ist in Lethargie,
entführt uns zärtlich, Glückes Sinfonie.
© Ingrid Herta Drewing,Üb. 2013
Oktober 17th, 2013 | Lebensfreude, Musik | Tags: Befreiung, Gesang, Haarmonie, Klang, Lebensfreude, Liebe, Musik | 0 Comments
Es hat der Herbst sein buntes Farbenbanner
gehisst in Wäldern, Gärten und Alleen.
Auch goldne Reben herzt er, ja das kann er,
lässt sonnig sich hoch auf dem Weinberg sehen.
Weinlese, Ernteglück mag man jetzt preisen;
zum Keltern füllen wir die Trauben ein.
Bald trinken wir den ersten Federweißen,
genießen ihn zu Zwiebelkuchen fein.
Der Arbeit Früchte ernten wir und laben
am reich gedeckten Tisch uns, der beschert,
und danken Gott für dieses Lebens Gaben,
die er uns täglich wieder neu gewährt.
In Demut woll’n wir derer auch gedenken,
die unsre Hilfe brauchen,sie beschenken.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 16th, 2013 | Besinnliches, Erntedank, Glauben, Lebensfreude | Tags: Dankbarkeit. Hilfsbereitschaft, Erntedank, federweißer, Gott, Herbst, herbstgenüsse, Lebensfreude, Weinlese, Zwiebelkuchen | 0 Comments
Der Tag verklingt, des Abends lange Schatten
nun greifen nach dem Land, das Sonne trinkt,
die noch den Himmel rötet im Ermatten
und zärtlich, sanft der Nacht entgegen sinkt.
Das wundersame, warme, rote Fluten
verleiht der Landschaft dieses Zauber-Schimmern,
und auch des Herbstes helle Feuergluten
hier leuchtend in der Bäume Blattgold flimmern.
Als sänge da das Leben, Farben trunken,
zum Abschied uns sein allerschönstes Lied,
damit wir, wenn im Nebel es versunken,
bewahren seine Schönheit im Gemüt.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Oktober 12th, 2013 | Besinnliches, Herbst, Lebensfreude, Musik, Natur | Tags: Abendrot, Abschied, Herbst, Lebensfreude, Leuchten, Schönheit, Sonne | 0 Comments
Oktober, der in herbstlichem Bemühen
die Landschaft schönt, erweckt zu goldner Pracht,
lässt feurig noch der Bäume Blätter glühen,
bevor der Tanz des Wirbelwinds erwacht.
Bald ziehen nun die Kraniche nach Süden;
der Blüten Traum mit ihnen auch verfliegt.
Die grauen Tage nahen, regenmüde,
wenn Nebels Dichte Farbenspiel besiegt.
Die kahlen Bäume, eine stumme Klage,
nur Krähen krächzen, der Vergänglichkeit
entbieten lebhaft sie die Kampfansage,
zu siegen trotz kühl-nasser Jahreszeit.
Wir lassen Kerzen, Kürbisköpfe strahlen
und Licht ins Dunkel der Dämonen malen.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Oktober 11th, 2013 | Herbst | Tags: Blattgold, Hoffnung, Lebensfreude, Nebel, Vergänglichkeit | 0 Comments
Nur schemenhaft im Nebel die Konturen;
so dicht verhüllt ist alles weit und breit,
wo gestern noch im Licht die Sonnenuhren
des Rosenhags zart angezeigt die Zeit.
Als solle nun der Farben Lied verklingen,
erlöschen dies‘ rotgoldne Blätter-Bild,
das in der Mittagssonne hell mag singen
und hier die Sehnsucht nach dem Schönen stillt.
Es trotzt dem feuchten Dunst der klare Blick,
der prüfend zwar den nächsten Schritt nur schaut,
die Einsamkeit als Mantel, kein Zurück
in Sommerklänge, die dem Ohr so traut.
Und dennoch Hoffnung die Gewissheit stellt,
dass sich aus Grauem schält die lichte Welt.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Oktober 10th, 2013 | Herbst, Leben, Natur | Tags: Hoffnung, Indian summer, Lebensfreude, Nebel, Rosenhag, Schönheit, Sonnenhr | 0 Comments
Ein milder Morgen, wenn auch Nebel bindet,
die Sonn‘ verborgen hält, diffuses Licht
den Weg kaum einem müden Auge kündet,
das nur ins Graue schaut, wie fast erblindet,
hier findet seine Farbenfreude nicht.
Noch ruht die Welt, dem feuchten Dunst ergeben,
der ihren Traum da herbstlich, sanft und sacht
bewahrt, bis schließlich helles Sonnenleben
die Farben weckt, die leuchtend schön erbeben,
vor Mittag glänzen nach der Nebelwacht.
Dann mögen auch die Krähen krächzend toben
und schwarz befrackt bekunden ihr Revier
von den Antennen aus, auf Dächern oben.
Ich darf im Sonnenlicht den Schöpfer loben
und sehe Weite, hier vor meiner Tür.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Oktober 7th, 2013 | Herbst, Lebensfreude | Tags: Herbstlaub, Krähen, Lebensfreude, Licht, Lobgesang, Mittag, Morgennebel, Schöpfer, Sonne | 0 Comments
Oktobermorgen,
die Konturen der Bäume
im dichten Nebel.
Endlich,die Sonne!
Sie taucht mit warmen Strahlen
die Landschaft in Licht.
Herbstfeuer lodern,
tanzen in goldenem Laub
vor blauem Himmel.
© Ingrid Herta Drewing,2013
Oktober 2nd, 2013 | Haiku & Co | Tags: Blattgold, Herbst, Laubfärbung, Lebensfreude, Licht | 0 Comments