Heut‘ lässt ein sonnig‘ Herbstgesicht
den feuchten Nebelblick vergessen,
denn Farben weckt das helle Licht.
Der Wärme Güte dir verspricht,
es weiche kalten Regens Nässe.
Fast frühlingsleicht fühlst du dich nun,
genießt die Weiten kahler Felder.
Anstatt am Ofen auszuruhn,
bewegst du dich in Wanderschuhn
und streifst beglückt durch bunte Wälder.
Die Farbe bringt dir Licht ins Leben;
da darf das Auge Maler sein,
um solche Schönheit zu verweben,
als Bild hier innig aufzuheben
in deiner Seele sanftem Schrein.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 26th, 2013 | 0 Comments
Category: Herbst, Landschaft, Lebensfreude, Natur | Tags: Farbenfeuer, Herbstsonne, Indiansummer, Maler, Schönheit, Seele
Befreit von Nacht und Nebelhülle
erstrahlt im Morgenglanz die Welt.
Ins Tal ergießt sich goldne Fülle,
die Sonne sanft die Stadt erhellt.
Und bringt auch in den dunklen Gassen
die lichte Freude in den Tag,
lässt Leben klar den Himmel fassen.
Ein Herbsttag, wie ich ihn gern mag!
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 26th, 2013 | 0 Comments
Category: Herbst, Lebensfreude | Tags: Blauhimmel, Herbstmorgen, Licht, Sonne, Stadt
Der Sonnenbogen
sinkt doch nun merklich tiefer.
Zugvögel fliehen
in südliche Gefilde;
und hier verstummt der Gesang.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 26th, 2013 | 0 Comments
Category: Abschied, Haiku & Co, Herbst | Tags: Spätherbst, Zugvögel
Es trägt der Wind die Worte in die Weite,
fast ungehört verklingen sie wie Rauch,
der sich, in Lüften lösend, leis’ befreite,
ein Kräuseln, hin zum Himmel, nur ein Hauch.
Nicht alles, was hier wirkte, muss einst schwinden.
Auch eine zarte, sanfte Melodie
wird sich in eines Vogels Singen finden,
erklingen wieder neu in Harmonie.
Ein Spiel der Klänge, das den Tag vollendet,
bevor er sich zu dunkler Nacht hinwendet,
um dann in tiefer Träume Reich zu sinken.
Ein Neubeginn, der helles Licht uns spendet,
der Hoffnung, Freude in die Seele sendet,
wird uns gewiss an einem Morgen winken.
© Ingrid Herta Drewing
Oktober 25th, 2013 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags: Erneuerung, Harmonie, Klang, Liebe, Musik, Optimismus
Und still ruht nun das Tal,
gehüllt in Nebelnacht.
Die Bäume stehen kahl,
denn Spätherbst hat die Pracht
der Blätter längst genommen.
Die Krähen, die gekommen,
als schwarze Schatten thronen
im nassen Baumgeäst.
Wenn Winter naht, sie wohnen,
versammelt wie zum Fest,
besiedeln hier die Kronen.
Der Futtersuche Lohnen
verspricht des Menschen Nähe,
der dort gleich vor der Stadt
den großen Müllberg hat.
Da lässt sich viel erspähen;
die Krähen werden satt.
Im Morgenlicht, das fahl,
durch Nebelschleier sacht
in meine Augen dringt,
wirkt dies‘ Bild als Fanal,
wie dunkler Vögel Macht,
sanft überm Abfall schwingt.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 24th, 2013 | 0 Comments
Category: Fauna, Herbst, Leben, Natur | Tags: Baumkronen, Düsternis, Kahle Bäume, Krähen, Müllberg, Spätherbst, Stadt, Vergänglichkeit
Es pflückt der Wind
vom Baum das Blatt,
lässt wirbelnd es erbeben,
im Tanze lind
hoch in die Lüfte streben;
bis es dann matt,
des Fluges satt
dort auf den See
darf schweben.
Ein kleiner Stein
geworfen ward,
taucht ein
ganz dicht daneben,
und Wellen sich erheben.
Sie tragen zart
in weiten Kreisen,
die sicher nun
zum Ufer reisen,
das Blatt ins Erdenleben.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 23rd, 2013 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Leben, Natur | Tags: Abenteuer, Blatt, Lebensfreude, Rettung, See, Tanz, Ufer, Wellen, Wind
Heut ist ein Herbsttag, wie ich ihn erträume,
der Himmel blau, die Sonne strahlend hell,
so mittagsstill, nur in den hohen Bäumen
ein Flüstern, das ein sanfter Wind bestellt.
Das alte Haus, im Weinlaub zart errötet,
zeigt seine weiße Stirn und blickt beseelt.
Am Dach ein Dohlenpaar mild krächzend flötet,
schaut nach, ob auch im Neste nichts mehr fehlt.
Ich sinne, schaue, schreibe dort im Garten,
genieße froh der Sonne klares Licht,
denn bald wird hier der Spätherbst starten
und kündigt an als Losung den Verzicht.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 22nd, 2013 | 0 Comments
Category: Herbst | Tags: Herbst, Mittag, Sonne, Weinlaub
Dort, wo im Juni süße Kirschen reiften,
erglüht der Baum in feuerrotem Kleid.
Die Dohlen, die als Diebe ihn oft streiften,
besuchen ihn in Scharen auch zur Zeit.
Als träumten sie vom Sommer, seinen Gaben,
erinnert durch die rote Blätterpracht,
wie wir uns gern noch im Erinnern laben
an Sonnenglut und wilden Meeres Macht.
Doch mag es sein, sie spüren, dass das Leben
im Farbenrausch des Herbstes sich versprüht,
bevor die Kälte nach den Nebelweben
todähnlich alles Schöne überzieht.
© Ingrid Herta Drewing, Üb.2013
Oktober 21st, 2013 | 0 Comments
Category: Besinnliches | Tags: Dohlen, Erinnerung, Kirschen, Lebensfreude, Nebel, Sommer, Vergänglichkeit
Es schenkt der Herbst uns doch noch milde Tage,
zeigt sonnig sich mit blauem Firmament
und malt den Bäumen seine Lustansage
ins goldne Laub, das rot entflammend brennt.
Als gebe es den Abschied nicht, noch Tod,
lässt er des Lebens Fülle hell erstrahlen
und leuchtend Wilden Weines dunkles Rot
an alte Steine grauer Mauern malen.
Zwar ist ’s ein Aufschub nur, wie wir wohl wissen,
denn bald wird Spätherbst uns in Nebel hüllen;
noch dürfen wir die Freudenfahnen hissen,
und unsre Farben-Sehnsucht schauend stillen.
Bis dann des Winters weiße, stille Zeit
uns träumen lässt von Frühlings Blütenkleid.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 19th, 2013 | 0 Comments
Category: Farben, Herbst, Lebensfreude | Tags: Blauhimmel, Farbenfülle, Feuer, Frühlingstraum, Gold, Herbstlaub, Lebensfreude, Liccht, Liebe, Novembernebel, Sehnsucht, Wilder Wein, Winter
Wenn die Hirten ihren Schafen,
während diese sorglos schlafen,
heimlich nachts die Wolle rauben,
dann geschieht’s in gutem Glauben
an die eigne Herrlichkeit,
denn man fühlt sich als geweiht,
fast schon selbst als Heiligkeit.
Doch wenn Schäfchen dann entscheiden,
lieber ohne Hirt zu weiden
und fortan in großer Schar
meiden Kirche und Altar,
weil dem Klerus sie nicht trauen,
sehen nur des Reichtums Klauen,
ist ’s mit Bischofs Herrlichkeit
nicht mehr weit.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 19th, 2013 | 0 Comments
Category: Satire | Tags: Autoritäres, Bischof von Limburg, Hierarchie, Kirchenaustritte, Prunk