Vor der Nacht
Noch im Sinken
dies’ glühende Versprechen
in den Himmel geschrieben,
dein Sonnengruß.
Ingrid Herta Drewing
Noch im Sinken
dies’ glühende Versprechen
in den Himmel geschrieben,
dein Sonnengruß.
Ingrid Herta Drewing
Tage gibt es, da träumen die Stunden;
festlich gekleidet, in Silber gewirkt,
schreiten sie langsam; still, liebend verbunden,
fließen Minuten, ohne Sekunden
emsig zu zählen, der Augenblick bürgt.
Tage gibt es, da klingen die Töne
dir so vertraut, ein harmonischer Klang,
dunkel und lieblich, tiefes Versöhnen
findet sich, einend in allem Schönen,
und es begleitet dich zärtlich Gesang.
Tage gibt es, da leuchten im Lichte
Farben, fein spielend in Glanz, Harmonie,
flüstern in Regenbogen Gedichte,
blau, violett, gelb, rot, grün Geschichten,
malen dir lächelnd des Glücks Sinfonie.
Tage gibt es, da schwebt in den Lüften
seidig und weich ein betörender Hauch.
Blüten erblühen und decken die Klüfte,
Wunder wirkend, im Zauber der Düfte
ruft dich, weit schwingend, das Leben nun auch.
Ingrid Herta Drewing
Es leuchten weiß der Margeriten Sterne,
sie recken hoch hinaus ihr schön’ Gesicht
zum großen Stern, dort in des Weltalls Ferne,
und baden in der Wiese Sonnenlicht.
Wie zur Parade stehen Sonnenblumen,
in eine Richtung blickt ihr Strahlenhaupt
zu ihrer großen, goldnen, heißen Muhme.
Deshalb ist auch ihr Vorname erlaubt.
Das Heliotrope vieler Pflanzen, Blüten
begeistert stets mich, wenn ich es erschau.
Ein Hauch von sanftem, ewigem Behüten
liegt über Park, Wald, Wiese, Feld und Au.
Was mir als Mensch, den Wandel in der Sicht,
doch auch Verlässlichkeit des Seins verspricht.
Ingrid Herta Drewing
Frühlingstanz
Im luftigen Kleide, zum Tanz auf der Wiese,
so lockt uns jetzt freundlich der Frühling hinaus.
Als Segen erscheinen uns Tage wie diese;
die strahlende Sonne, wir kosten sie aus!
Dies Blühen ! Die Düfte erfüllen die Welt,
und froh in den Lüften ein Singen und Schwingen,
als habe sich wer ein Orchester bestellt,
um alles in liebliches Klingen zu bringen.
Wer mag da noch bleiben zu Hause am Herde,
sich grämen und bang seine Sorgen bebrüten?
Denn neu lädt uns ein diese werdende Erde,
entfaltend so farbig und schön ihre Blüten.
So lasst uns genießen dies himmlisch Geschenk
und danken dem Schöpfer, der gütig hier lenkt.
Ingrid Herta Drewing
Hier spürst du schon des Sommers Weben;
er hat die Boten uns geschickt:
Die Mauersegler, die hier schweben
und schwirren, helle Laute geben,
verkünden, dass er ist zurück.
Des Frühlings Blütenbäume haben
nun abgelegt ihr weißes Kleid.
Der Kirsche runde, grüne Gaben
versprechen, uns recht bald zu laben
in ihrer süßen Früchte Zeit.
Der Sonne gleißend helles Strahlen
beherrscht den Tag die Wärme wächst.
Man möcht’ sich gern am Strande aalen,
denn schon bereitet Hitze Qualen,
die Trockenheit, es scheint verhext.
Da wartet man und ruft nach Regen,
den dann auch ein Gewitter bringt.
Den Landwirt freut der nasse Segen,
der seine Pflanzen auch mag hegen,
damit die Frucht wächst und gelingt.
Ingrid Herta Drewing
Von goldnem Sonnenlicht umflossen,
erwacht das Leben, um zu träumen.
Der Frühling lächelt in den Bäumen
und Wiesen, blühende Genossen.
So mag ein Erdentag beginnen,
beschirmt von Himmels hellem Blau,
und ich erleb’ mit allen Sinnen
des Frühlings zarte Blütenschau.
Lass mich von Licht und Duft betören,
der frühen Vögel süßem Lied.
Das Leben darf auch dir gehören,
so flüstert ’s zärtlich ins Gemüt.
Ingrid Herta Drewing
Der Jugend Träume, weit gespannt, gleich Sternen
erglänzen sie im Dunkel tiefer Nacht.
Man stört sich nicht, dass sie in weiten Fernen,
fühlt sich lebendig, stark; getan, gedacht.
Mit diesem leichten Sinn lockt uns das Leben,
wenn hoffend wir ins Ungewisse ziehen.
So mancher Kampf, auch viel vergeblich’ Streben,
es schreckt uns nicht, wenn jugendfroh wir glühen.
Und in dem Glauben an die guten Mächte,
die uns trotz allem auf dem Weg begleiten,
sind wir gestärkt und finden auch das Rechte,
das zu uns passt, sind nicht zu wirr die Zeiten.
Denn, wenn ein Krieg das Leben überschattet,
auch manches junge Blut im Tod ermattet.
Ingrid Herta Drewing
Im milden Schein der goldnen Abendsonne
vergeht nun langsam dieser Frühlingstag,
der uns geschenkt so wohlig Wärme, Wonne,
wie man es fast nicht schöner kennen mag.
Bald zeigt sich hier der Stille Traumgesicht.
Von ferne höre ich noch Flugzeuggrummeln.
Nach Hause fliegen nun die letzten Hummeln.
Allmählich rötet sich das Abendlicht.
Die Amsel sitzt in hohen Baumes Wipfel,
singt süß hier ihre Abendmelodie,
die dann verstummt; hoch ragt des Berges Gipfel,
ein Schattenriss der Abendsinfonie.
So geht der Tag, versinkt in roter Glut;
beglückt erschau’ ich diese Farbenflut.
Ingrid Herta Drewing
Dir, liebe Mutter, wollen wir heut’ danken
für deine Liebe, Hilfe und Geduld.
Du hast uns stets gestützt, wenn wir im Wanken,
sprachst nie von Dankbarkeit und unsrer Schuld.
Zwar braucht ’s zum Danken nicht den Muttertag,
wir sind uns ja im ganzen Jahr sehr nah,
und dennoch freut es uns, ganz ohne Frag’,
dass der besondre Tag für dich ist da.
Weilst du doch nun in deiner Kinder Kreise,
die alle hier um dich versammelt sind.
Erwachsen sind wir, doch auf liebe Weise
erinnern wir uns an die Zeit als Kind.
Wir pflückten Gänseblümchen auf der Wiese,
und überreichten dir den kleinen Strauß,
die selbst gemalten Bilder; An Elise
ward auch für dich geübt, heimlich im Haus.
Jetzt sind ’s die Enkel schon, die Blümchen bringen,
die freudig präsentieren dir ihr Bild
und zart ein liebes Liedchen für dich singen.
Du nimmst sie in den Arm und lächelst mild.
Wir, die wir selbst jetzt Mütter, wissen heute
um Freud und Leid, hautnah um Kinderglück.
Du hast es uns gelehrt, denn deine Freude,
sie strahlt wohl auch durch uns nun hell zurück.
Ingrid Herta Drewing
Es warten auf den Frühlingsregen
schon lange Wiesen, Wald und Feld.
Zu trocken ist es, Sonnensegen
hat wochenlang sich eingestellt.
Nun darben Pflanzen, in den Wäldern
herrscht schon wie sommers Brandgefahr.
Die Bauern wässern künstlich Felder,
staubtrocken liegt die Erde.
Der Pegel vieler Flüsse ist
so niedrig wie sonst selten.
Die Schifffahrt fast erliegen müsst;
auf Regen hofft Rheinfelden.
Am Deutschen Eck in Koblenz dort
ist flach der Rhein, ein Meter
der Wasserstand; man quert vor Ort
den Rhein hier bald per Pedes.
Mag Mai doch endlich Regen bringen,
nachholen, was April versäumt,
damit die Quellen, Bäche springen,
die Tier- und Pflanzenwelt schön träumt!
Ingrid Herta Drewing