Archive for the Category Leben

 
 

Tropisch

Es ist so schwül und heiß der Sonne Blecken.
Da such‘ ich Kühlung, Schatten, bleib‘ im Haus,
verkriech‘ mich dort wie eine Weinbergschnecke,
mach’s mir gemütlich in der Kuschel-Ecke
und lese meinen Lieblings-Schmöker aus.

Der Ventilator summt sein leises Lied,
bewegt die Luft im Raum; sein frischer Wind,
der stetig wehend zu mir hin nun zieht,
kühlt mir die Stirn, ist Labsal für’s Gemüt.
Wohl temperiert wird da mein Leben lind.

Und wenn die Nacht erwacht, im Dunkelblau
am Himmel Sichel-Mond und Sterne grüßen,
weil‘ ich auf dem Balkon, die Luft ist lau.
Im Windlicht-Schimmer glänzt die Blütenschau
und darf mir duftend hier die Zeit versüßen.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Sommerabend am Wochenende

Es träumt der Sommer auf den Fluren,
besternt die dunkelblaue Nacht.
Im Schlummer liegen Sonnenuhren;
jedoch der Duft, der Blüten Spuren,
verwöhnt mit seinem Hauch uns sacht.

Gesellig mag der Tag ausklingen.
Das Wochenende schenkt uns Raum,
nun fern von Pflichten, ernsten Dingen
entspannt den Abend zu verbringen,
vergessen, was sonst hält in Zaum.

Wir mögen noch im Freien weilen,
im kleinen Garten vor dem Haus,
und Zeit mit lieben Menschen teilen.
Bevor die Stunden uns enteilen,
kosten wir sie gemütlich aus.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Nachtigallen-Lied

Sanft träumt im Lindenbaum die Nacht
und Nachtigallen singen.
Der Sommermond hält golden Wacht,
steht über allen Dingen.

Glühwürmchen leuchten hell; ihr Glänzen
gilt einem Partner, der gewillt
in strahlend frohen Lichter-Tänzen
die Paarungsschritte gern erfüllt.

Du schaust still in den Mond, dein Lieben
bleibt ein geheimes Sehnsuchtslied.
Der Rose Duft, der dir geblieben,
erquickt dir Seele und Gemüt.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Mittagspause im Park

Es träumt ein sanfter Mittag auf den Wiesen
und schenkt dir eine Pause, Muße, Ruh‘,
fernab vom Lärm den Sommer zu genießen.
Am kühlen Teich schaust du den Gänsen zu.

Sie stehen still, als hätt‘ zur Mittagsstunde
sie wer hier aufgerufen und entrückt,
im Sonnenlicht zu lauschen einer Kunde,
zu sehen, was sie sonst noch nie erblickt.

Auch du auf deiner Parkbank gönnst dir nun
ein Innehalten unterm Baum im Schatten,
bevor die Arbeit wieder ruft, zu ruh’n
ein Weilchen fern von stressigem Ermatten.

Und dich erquickt dies‘ Sammeln in der Stille,
schenkt neue Kraft dir in des Sommers Fülle.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Nach dem Sommerregen

Des Sommerregens Reste tropfen
herab vom Blätterdach der Bäume.
Ein zögerlich‘ Synkopen-Klopfen
gluckst auf, spielt RegenfassesTräume.

Die Tauben auf dem Dachfirst pflegen,
nun frisch geduscht, ihr Federkleid.
Bald mag sie milde Wärme hegen,
denn Sonne grüßt schon, strahlbereit.

Und in den Pfützen auf den Wegen,
da spiegelt sich des Himmels Blau.
Ein Regenbogen, farbverwegen,
wölbt hoch sich über Stadt und Au.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Wunschtraum

Es war einmal ein Stacheldraht,
dem war das eigne Dasein fad.

Statt stach’lig Felder zu umsäumen,
wollt er viel lieber glänzend träumen,
er sei ganz glatt und blank von Art,
der Teil von einem Biker-Rad
und rolle mit ihm durch die Welt,
weit weg von Stachelzaun und Feld.

Doch, wie’s so ist mit schönen Träumen,
sie sterben meist in Alltags Räumen.
Er blieb so dornenhart besetzt
und hat manch Wesen dann verletzt.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Sommermorgen – Ermunterung

Im Himmelblau der Segler Schau,
die hoch in Lüften schweben!
Ein Sommermorgen, mild und lau,
mag deine Stimmung heben.

Von Blütenduft erfüllt die Luft,
betört dich, weckt die Sinne.
Es schwinden Trübsal, Schmerzens-Kluft.
Nun heißt es:Neu beginne!

Das kleine Glück, ein Augenblick
des Schauens! Innehalten
bringt dir Geschick und Kraft zurück,
dein Leben zu gestalten.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Sommerabend auf dem Balkon

Des Tages Vögel kriechen ins Gefieder,
jetzt da die Sonn‘, sich rötend, geht zur Ruh.
Schon schweigen hier der Amselhähne Lieder,
und Blumen falten sanft die Blüten zu.

Der Abendstern erstrahlt am Himmelszelt,
und erste Fledermäuse flattern, ziehen
auf Beutefang in ihrer kleinen Welt,
wo die Insekten vor den Jägern fliehen.

Auch ich lass nun den Sommertag ausklingen
auf dem Balkon im Windlicht-Schummerschein.
Der Linden Düfte lieblich zu mir dringen,
und nasenselig atme ich sie ein.

Erschaue, wie der Tag so sacht entgleitet,
und Nacht den Sternenmantel still ausbreitet.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Jahresklang

Es grünen Wälder. Felder, Wiesen, künden
von Leben, das der Frühling licht gebracht,
der duftend nun, dies blühende Empfinden
versprechend, sich mit Sommer wird verbinden,
bis Herbstes Reife glüht in Farbenpracht.

Entlaubt und kahl, im Nebelkleid die Bäume
erwarten dann des Winters weiße Zier,
der flockenweich in seinen stillen Räumen
das Leben ruhen lässt in sanften Träumen,
bis es sich neu im Lenz entfaltet hier.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Mensch und Fortschritt

Kein Wesen auf der Erde geht so schnöde
hier mit dem Leben und den Seinen um,
verwüstet die Natur, macht sie zur Öde!
Trotz Fortschritt zeigt sich Homo sapiens dumm.

Da lässt ihn nun sein Hirn so viel ausklügeln,
verleiht ihm Flügel, bringt ihn bis ins All;
doch immer noch vermag er nicht zu zügeln
Gewalt und Kriege, Hochmut vor dem Fall!

Es sterben Mensch und Tier, das Land vergiftet,
die Meere überfischt und Öl getränkt
und wo Vernunft in Frieden Einsicht stiftet,
drängt Geldgier an die Macht, zerstört und lenkt.

Wann endet es, dies‘ ruinös‘ Verhalten
und lässt uns und den Lebensraum erhalten?

© Ingrid Herta Drewing,2015