Archive for the Category Besinnliches

 
 

Frühlingsmittag

Friedlich schöne Mittagsstunde!
Hier im hellen Sonnenlicht
hör’ und fühl’ ich Frühlings Kunde,
sehe, wie er lächelnd spricht.

Von des Lebens jungem Werden,
Wachsen, Grünen, Neubeginn.
Er entlockt der kleinen Erde,
zärtlich flüsternd, Blütensinn.

Froh gestimmt die Vögel singen,
fliegen leicht beschwingt, die Luft
ist erfüllt von süßem Klingen
und der Blüten mildem Duft.

Friedlich schöne Mittagsstunde!
Mir ist auch nun leicht zu Mut,
träum’ im Park bei der Rotunde,
Lebensfreude tut so gut!

© Ingrid Herta Drewing,2011

Ameisen

Auf den geheimen Pfaden
der Kampf der Myriaden,
die, folgend einer Pflicht,
sich mühen, wie besessen,
und tragen selbstvergessen
hier Leben in das Licht.

Da mag der Frühling grünen;
auf Wald-und Wiesenbühnen
lässt sie ihr irdisch‘ Los
in stetem Kommen, Gehen
den Wettern widerstehen.
Gemeinsam sind sie groß.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Lebenskreis

Ich gehöre auch zu jenen,
die im Bann der Poesie
sich auf Bilder, Worte lehnen
und in Versen, Klängen sehnen
nach dem Lied der Harmonie.

Ist’s doch wunderbar auf Erden,
dass hier vieles wächst und lebt
und trotz mancherlei Beschwerden
zart erblüht, zu neuem Werden
aufwacht und erstarkend bebt.

So, als sei kein Tod gegeben,
währe ewig dieses Glück;
fern von allem dunklen Streben
hier im Kreislauf schwebe Leben
unaufhörlich, ohn‘ Zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsgewissheit

Forsythien noch im Nebel leuchten,
verheißen Frühlings helles Bild,
wenn auch den Tag, den regenfeuchten,
hier heute Sonne nicht erfüllt.

Vonnöten ist der Nieselregen;
zu trocken liegen Wald und Feld.
Er schenkt den Pflanzen jetzt den Segen,
der sie im Wachsen, Blühen hält.

Bald wird auch Sonne wieder strahlen,
verströmen hier ihr warmes Licht.
Vorbei ist Winter, der im Fahlen
uns zeigte farblos kaum Gesicht!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsahnen

Es heben sich die Tulpen-Spitzen
grün aus der Erde braunem Grund;
und über Asphalts Winterritzen
des Löwenzahnes Sternenrund.

Das drängt nun alles hin zum Licht
sucht nach des Frühlings milder Süße.
Im Park versammelt, dicht an dicht,
der Krokusgrüppchen zarte Grüße.

Die Amsel singt hell voller Lust
hier lieblich ihre Flötenlieder;
und auch von dir weicht Frostes Frust,
kommt endlich doch der Frühling wieder.

© Ingrid Herta Drewing

Lebensfluss

Es springt die Zeit aus jener fernen Quelle
und fließt im muntren Lebensfluss dahin,
umspült auch deines kleinen Glückes Schwelle,
verändert dir im Strömen Sicht und Sinn.

Gleich Inseln, diese schönen Augenblicke,
die du erleben darfst, doch halten nicht!
Doch nimmt die Zeit auch Leid und Schmerzgeschicke,
schenkt Freude, Liebe, nicht nur den Verzicht.

Mit ihr wirst du dereinst zum Meer gelangen,
in welches letztlich alle Wasser münden,
in seinen Tiefen ruhen; kein Verlangen
wird drängen dich, dein Sein dort zu ergründen.

Du fühlst von sanfter Welle dich gehoben,
dein Leben mit dem Ewigen verwoben.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Im Winternebel

Kühl sind die Tage, und die Nebel halten
die Stadt gefangen und den Atem an.
Ich möcht’ den Vorhang weit aufreißen, walten
dass endlich Sonne man erblicken kann.

Zwar können wir die Räume schön erhellen,
wir schaffen künstlich unser eignes Licht,
jedoch der Sonne warme Strahlenquelle
ersetzt uns dieses Scheinen dennoch nicht.

Wer sehnt sich nicht nach blauem Himmel, Weite,
nach Wärme und der hellen Sonnenglut?
Denn fern von Smog frei atmen, das bereitet
uns Wohlgefühl, tut Körper, Seele gut.

Auch ich ersehne Wetterbesserung,
damit das Sonnenlicht mich bringt in Schwung.

© Ingrid Herta Drewing

Friede und Freiheit

Dort, wo die Freiheit fehlt,
wird viel von ihr gesungen,
weil wir, doch wohl beseelt,
sind ganz von ihr durchdrungen.

So gilt die Sehnsucht auch
dem Frieden, der nicht ist;
mit jedem Atemhauch
in Angst wird er vermisst.

Ja frei sein und in Frieden
zu leben,ist das Ziel.
Dann können wir hienieden
auch schaffen Gutes,viel.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Hoffnungsschimmer

Welches Lied wird es uns singen,
dieses Jahr, das nun beginnt?
Wird dein Werk dir gut gelingen,
auch Erfolg und Freude bringen?
fragst du, hoffend wie ein Kind.

Das durch’s Schlüsselloch der Pforte
schon ein süß Geheimnis sieht,
dort an weihnachtlichem Orte
lauscht,gebannt vom Märchenworte,
träumt, was Schönes ihm geschieht.

Ja, auch dich beseelt dies‘ Hoffen,
Wunderbares möge sein,
dass die Glücksfee dich getroffen,
halte deine Chancen offen,
freudvoll lad‘ ins Leben ein.

© Ingrid Herta Drewing,

Kurzer Traum

Zärtlich klingt ein Lied,  und leise
summ ich seine Melodie,
eine wundersame Weise
singt von Glück und Harmonie.

Fliederfarben will’s sich färben,
diese Milde,  lieblich, traut,
ein Tenor im Liebeswerben,
Töne schmelzend, ohrvertraut.

Doch dann dröhnen wilde Bässe,
und der zarte, kurze Traum
löst sich auf in grauer Blässe,
bis er stirbt im stummen Raum.

© Ingrid Herta Drewing