Archive for the Category Besinnliches
Jäh bricht der Tod ein in des Menschen Leben,
das eben noch verheißungsvoll erblüht’,
und Dunkel legt sich lähmend auf das Streben,
die Frage nach dem Sinn wird neu bemüht.
Der Schmerz der Überlebenden, die Klage
um den geliebten Menschen, der gestorben,
sie zeigt uns nun zu deutlich, dass wir vage
dies Dasein nur verstehen, kaum erworben.
Wenn kalt die Hand des Todes nach uns fasst,
wird uns bewusst, wie wertvoll dieses Leben,
einmalig uns als ein Geschenk gegeben,
und nicht, wie oft empfunden, eine Last.
Drum meidet doch den Streit um Nichtigkeiten,
beginnt einander liebend zu begleiten!
© Ingrid Herta Drewing
April 8th, 2013 | Besinnliches, Tod | Tags: Dasein, Geschenk, Leben, Lebenssinn, Liebe, Tod | 0 Comments
Hier hält ein eiskalter Morgen
gefangen der Freude Licht;
im Wolkengrau, tief verborgen,
verhüllend das klare Gesicht.
Verstummt auch das Lied,das süße,
das sonst im Frühjahr erklang.
Der Krähen krächzende Grüße
verhallen noch winterbang.
Und dünnfingrig greifen Bäume
mit matten Zweigen ins Grau;
kein reges Knospen, nur Träume
von blühender Frühlingsschau.
© Ingrid Herta Drewing
April 3rd, 2013 | Besinnliches, Frühling, Natur | Tags: Frühling, Kahle Bäume, Kälte, Krähen | 0 Comments
Schwarz säumt die Menge die Straße.
Dort in dumpfem Trommeltakt
die Prozession des Schweigens,
der Büßer und Träger der Pasos.
Und andächtig neigen sich Gläubige
zu der weißen Marien-Gestalt.
Vom Lichtflor der Kerzen und Nelken umstrahlt,
schwebt sie hoch über den Häuptern
und den finsteren Capuchones.
Und wieder der Trommeln Ruf
und das Echo des Schweigens.
Die Costaleros gemessenen Schrittes
tragen den Herrn,Christus am Kreuz,
mit ihm alle Schuld und die Bitte: Vergib!
Auch du hieltest den Palmzweig bereit,
der verwelkt dich noch mahnt.
Wie schnell schwanden Begeisterung,Treue!
Der Palmarum-Jubel erstarb in Golgatha.
Karfreitagtraurigkeit:
Warum muss immer die Unschuld sterben?
Und wieder der Trommeln Takt,
die Guardia Civil marschiert mit
und übernimmt (mangels Römer)
die Rolle, die sie auch sonst oft vertritt.
© Ingrid Herta Drewing,1976
März 29th, 2013 | Besinnliches, Glauben, Orte, Ostern | Tags: Capuchones, Chritus, Granada, Guardia Civil, Karfreitagsprozession, Kreuzigung, Maria, Schweigen, Trommeln | 0 Comments
Man muss so vieles, was es gibt, nicht haben.
Zufriedenheit schenkt uns das wahre Glück,
sich freuen können an den kleinen Gaben
und lächelnd schenken einen lieben Blick.
Den Nächsten, der uns braucht, wohl zu verstehen,
weit öffnen unsre Seele, Herz und Sinn;
mit wachem Blick durch dieses Leben gehen
und nicht nur ständig wittern Geld, Gewinn.
Was uns beglückt, das kann man meist nicht zahlen.
Es schenkt sich uns, macht tief im Innern reich.
Das Raffen, Gieren führt zu Seelenqualen,
treibt auch in Trübsal, führt ins Abseits gleich.
So freue dich an dem, was dir gegeben.
Die Gottesgaben leuchten, die Natur
lässt täglich so viel Schönes dich erleben.
Du musst den Blick dafür bewahren nur.
© Ingrid Herta Drewing
März 14th, 2013 | Besinnliches, Lebensfreude | Tags: Glück, Gottesgaben, Liebe, Naturschönheit, Zufriedenheit | 0 Comments
Und Worte klingen sanft aus alten Sagen,
ein fremder Zauber wird mir offenbar.
Die Lieder singen von vergang’nen Tagen
und einer Welt, die gänzlich anders war.
Doch vieles gleicht sich, denn des Menschen Leben
kennt heute so wie damals Freud und Leid.
In Liebe glücklich wie auf Wolken schweben,
die Treue, das Vertrauen im Geleit.
Auch die Gefahren, die noch immer drohen,
die Krankheiten,der Krieg, die Not, der Tod.
Nichts kann bewahren dauerhaft vor rohen,
gemeinen Seiten, falschem Sieggebot.
Nur hin und wieder eine Friedenszeit
trägt rosenschön der Hoffnung helles Kleid.
© Ingrid Herta Drewing
März 4th, 2013 | Besinnliches, Leben, Menschen | Tags: Frieden, Hoffnung, Krieg, Leben, Leid, Liebe, Mittelalter, Not, Sage, Sinn, Tod, Vergangenheit, Zauber | 0 Comments
Die Tage nasskalt, die Sonne verhüllt,
wer sehnt sich da nicht nach Frühling und Milde,
nach himmlischem Blau,Welt lichthell erfüllt
und sanften Lüften in traulichem Bilde?
Du träumst, es sei Grün und zart knospen Blüten,
der Vögel Gesang am Morgen dich weckt‘,
und Blumendüfte dir lieblich vergüten,
was dich jetzt noch wettergarstig erschreckt.
Einstweilen heißt es, Geduld da zu üben,
darfst tief dich verkriechen in warmem Flaus
und statt der Vögel hellfröhlichem Fiepen
singst selbst du dein Lied, wählst Blumen dir aus.
So ein, zwei Wochen wirst du wohl noch warten,
dann klingt und duftet hier Frühling im Garten.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 27th, 2013 | Besinnliches, Frühling, Natur | Tags: Blütendüfte, frühlingssehnsucht, Kälte, Nässe, Sonne, Vogelsang, Winter | 0 Comments
Wonach man strebt,ist mehr als Wohlbefinden;
wir Menschen wollen auch gern glücklich sein,
versuchen, wenn wir’s haben, Glück zu binden,
im Wahn, dies‘ sei der höchste Wert allein.
Jedoch so flüchtig ist ’s, lehrt uns verstehen,
dass hier im Leben nichts sich halten lässt:
Dem Werden, Wachsen folgt stets das Vergehen;
nichts bleibt beständig, enden wird das Fest.
Und dennoch nähren wir dies‘ süße Hoffen
auf eines kleinen Glückes Ewigkeit
und wünschen uns , dass alle Himmel offen,
fern aller Leiden und Vergänglichkeit.
Bejahen unsres Daseins sanfte Spur,
ein Leben in sich wandelnder Natur.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 23rd, 2013 | Besinnliches | Tags: Beständigkeit, Ewigkeit, Glück, Hoffnung, Leben, Liebe, Vergänglichkeit | 0 Comments
Noch träumt der Sonntag in den stillen Straßen,
nur eine Katze quert sanft meinen Weg.
Der Lärm, der werktags hörbar über Maßen,
er ist verstummt,Verkehr hat sich gelegt.
Es scheint, als schliefe im Dornröschenzauber
die kleine Stadt für eine lange Zeit.
Der Regen spülte ihre Gassen sauber,
die nun erglänzen licht im Sonntagskleid.
Der Sonnenprinz wird sie wohl bald wachküssen
und wenn vom Turme hell die Glocken klingen,
wird sie,ermuntert, um die Pflichten wissen
und sich recht schnell ins rege Leben schwingen.
Doch noch genieße ich des Morgens Ruhe
fernab von allem Wuseln und Getue.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 17th, 2013 | Besinnliches | Tags: Beschaulichkeit, Katze, Sonntagsruhe, Stadt | 0 Comments
Die Welt
farbiger Schatten,
ein virtuelles Reich,
das sich ausbreitet
und
unheimlich,
schnell
dem Leben
Zeit und Atem
nimmt.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 15th, 2013 | Besinnliches, Gesellschaftskritisches | Tags: Internet, Lebenszeit, Medienwelt, Menschlichkeit, Spontaneität, Unverbindlichkeit | 0 Comments
Und wenn aus jenen fernen Nächten
die Sterne, die so groß an Zahl,
mir diese Stunden wieder brächten,
die nur erträumten und die echten,
die süßen Stimmen allzumal;
ich weiß nicht, ob sie mir auch heute
so wohlig klängen im Gemüt;
in frisch erwachter, neuer Freude
ein alt vertrautes Liebeslied?
Das,was gewesen, liegt im Schreine,
Erinnerungen, sanftes Gold,
doch es erglänzt in hellem Scheine,
vergessen Last,es zählt alleine
was schön erlebt und lächelt hold.
Obwohl dies‘ alles längst gebunden
in hartem Schluss, Vergangenheit,
hat es sich heimlich eingefunden
und gibt der Gegenwart Geleit.
© Ingrid Herta Drewing
Februar 14th, 2013 | Besinnliches, Erinnerungen, Jugend, Liebe | Tags: Erinnerung, Gegenwart, Jugendliebe, Schönes, Vergangenheit | 0 Comments