Im Nebel
Grau ist der Morgen,
Novembergespenster
noch schauen ins Fenster.
Nebel verborgen
liegt hier die Welt.
Wenn Sonne doch schiene
und schenkte uns Licht,
ihr golden Gesicht,
verzauberte Mienen,
freudig erhellt!
© Ingrid Herta Drewing
Grau ist der Morgen,
Novembergespenster
noch schauen ins Fenster.
Nebel verborgen
liegt hier die Welt.
Wenn Sonne doch schiene
und schenkte uns Licht,
ihr golden Gesicht,
verzauberte Mienen,
freudig erhellt!
© Ingrid Herta Drewing
Die Nacht, so Mond beschienen, sternenklar,
jedoch der Tag versinkt im Einheitsgrau.
Nur Raureif,Nebels Kuss, säumt hier bizarr
die welken Blätter in der Bodenschau.
Mit seinen kalten, feuchten Händen hat
der Spätherbst nun die Landschaft ganz erfasst.
Was vormals leuchtete und glänzte satt,
das liegt jetzt fahl und todesstarr erblasst.
Ein monotones Bild,das traurig stimmt;
da muss die Hoffnung wiederholt beteuern,
dass alles, was hier nur noch sterbend glimmt,
auflodern wird, sich blühend zu erneuern.
Das pralle Leben der Natur macht Pause,
ruht sanft im unterirdischen Zuhause.
© Ingrid Herta Drewing
Jetzt schwindet mehr und mehr des Tages Licht,
und Spätherbst, launig, wirft die Nebelkerzen,
nimmt gräulich uns zuweilen fast die Sicht,
um heller Farben Schönheit auszumerzen.
Da mag so mancher still vom Süden träumen,
von heißer Sonne, Müßiggang am Strand,
von lauen Nächten und Orangenbäumen,
von Meereswellenglück und warmem Sand.
Jedoch, wir wissen, dass auch klare Tage
uns sonnig hier mit Winterweiß begrüßen;
drum können wir dies‘ Interim ertragen
und uns zu Haus‘ das Leben reich versüßen.
Der Zauber der Adventszeit bald beginnt,
und freudiges Erwarten Licht gewinnt.
© Ingrid Herta Drewing
Der Jugend Träume, weit gespannt, gleich Sternen
erglänzen sie im Dunkel tiefer Nacht.
Man stört sich nicht, dass sie in weiten Fernen,
fühlt sich lebendig, stark; getan, gedacht.
Mit diesem leichten Sinn lockt uns das Leben,
wenn hoffend wir ins Ungewisse ziehen.
So mancher Kampf, auch viel vergeblich’ Streben,
es schreckt uns nicht, wenn jugendfroh wir glühen.
Und in dem Glauben an die guten Mächte,
die uns trotz allem auf dem Weg begleiten,
sind wir gestärkt und finden auch das Rechte,
das zu uns passt, sind nicht zu wirr die Zeiten.
Denn, wenn die Not das Leben überschattet,
der Tod uns droht, oft Zuversicht ermattet.
© Ingrid Herta Drewing
Hier trudeln Blätter, schweben sanft zu Boden;
die Bäume rüsten sich zur Winterszeit,
derweil im Lande unsrer Antipoden
der Sommer Einzug hält im grünen Kleid.
Die Erde ,schräg gestellt auf ihrer Bahn
um unsre Sonne, sich in Schwebe hält;
wenn Nordhalbkugel sieht das Dunkel nah’n,
die Südhalbkugel sich im Licht gefällt.
So sind zu gleicher Zeit auf dieser Welt
auch Frühling,Herbst und heiß und kalt zugegen.
Natur im Gleichmaß hier die Waage hält,
so sollte auch der Mensch das Leben hegen.
Im Einklang mit dem Kosmos sich zu finden
und von Chaotischem sich ganz entbinden.
© Ingrid Herta Drewing
Der Spätherbst meldet sich ,das erste Weh;
der Körper mault, mag Nebel, Kälte hassen;
auch liegt schon auf den nahen Hügeln Schnee,
ein rauer Wind zieht pfeifend durch die Gassen.
Wie Blätter Sommerträume weggeweht.
Nun heißt es,sich zu Hause einzurichten.
Die Pflanzenbank am Fenster wird gehegt.
Es will der Blick noch gerne Grünes sichten.
Wer ’nen Kamin hat, kann sich wohlig wärmen,
schätzt die Gemütlichkeit bei Kerzenlicht
und schaut versonnen, wie die Flammen schwärmen,
rückt nun,ein Höhlenmensch, zum Feuer dicht.
So widersteht er kalter Widrigkeit
und kann gelassen sehen Winters Zeit.
© Ingrid Herta Drewing
Die letzten Astern noch im Garten,
fast zaghaft blickt ihr Sterngesicht
in Spätherbsttrübe noch als Licht.
Es lässt die Sonne auf sich warten.
Rundum die Bäume stehen kahl;
der Blätter Zierde, ausgeträumt,
jetzt welk den Stamm am Boden säumt.
Was einstmals grünte, wirkt nun fahl.
Da wird auch dir schwer das Gemüt,
als sei dein Leben mit betroffen;
jedoch dein Wissen nährt das Hoffen,
dass alles wieder neu erblüht.
© Ingrid Herta Drewing
Noch spielen Sonnenfunken in den Haaren
der alten Weide, spiegelnd sich im See
an manchen Tagen, himmelblauen, klaren,
im Raureif glänzend, Gruß der Nebelfee.
Erstarrt in stummer Trauer steht sie dort,
kein warmes Windgeflüster in den Zweigen.
Wo unlängst Wasservögel wild vor Ort,
entfaltet sich der Kälte eisig‘ Schweigen.
Des Winters Boten herrschen hier im Land
und halten lichtes Leben fest gefangen.
Die Milde wich der rauen,kalten Hand,
und es gefror das Lächeln, scheues Bangen.
Jedoch es schläft noch in den Tiefen jenes Leben,
das sich im Frühling blühend wird erheben.
© Ingrid Herta Drewing
Wir wünschen uns bedingungslose Liebe,
die Treue prägt und nicht nach Marktwert schielt,
verwechseln sie jedoch oft leicht mit Trieben,
wenn uns Verliebtheit seelisch aufgewühlt.
Dem Rausch der Sinne folgt auch ein Erwachen.
Wohl dem,der traf des Herzens rechte Wahl,
gemeinsam kann mit seinem Partner lachen
und meistern Alltagssorgen, Trübsal, Qual!
Dann wird Vertrauen wachsen, und die Jahre,
sie weben warm der Liebe helles Kleid,
Verständnis für den liebsten Menschen wahren;
das Wir als Kür, nicht Zwangsgemeinsamkeit.
Ein solches Paar schenkt Freude, sanftes Strahlen
und lässt die Liebe schöne Bilder malen.
© Ingrid Herta Drewing
Schon immer ringt der Mensch mit der Natur,
und er versucht, sich über sie zu heben;
der Erdenlastigkeit will er entschweben,
entwickelt seit Jahrtausenden Kultur.
Jedoch, bei Licht besehen, muss man sagen,
dass er sie nachahmt, ihr viel abgeschaut.
Im Zwiegespräch mit ihr erwachsen Fragen;
oft zeigt Natur die Antwort traut, auch laut.
Wen wundert’s,sind wir Menschen doch ein Teil
in diesem rätselhaften Erdenleben
und dürfen hier für eine kleine Weil‘
auf diesem blauen Glück durch’s Weltall schweben.
Wenn wir da mit Natur in Einklang leben,
das Bleiberecht nicht nachlässig vergeben.
© Ingrid Herta Drewing