Archive for the Category Lebensfreude

 
 

Unter Linden

Wie lieblich duften nun die Linden,
die golden, reich in Blüte stehen.
Mag nasenselig mich ergehen,
in der Allee mich gern einfinden.

Da möcht’ ich Hummel, Biene sein,
ganz tief in diese Blüten kriechen;
nicht für den Nektar, nein, nur riechen
ihr süß‘ Parfüm im Sonnenschein!

Doch Labsal sind auch so die Bäume.
Die feuchte Luft nach Juniregen
schenkt milden Duft; der Linden Segen
lässt hier die Stadt vom Sommer träumen.

© Ingrid Herta Drewing

Verregneter Urlaub

Die Leiter leer, der Laubfrosch bleibt versteckt.
Auch so fühl’ ich, wie kühl die Tage sind,
und freue mich, wenn mich mal Sonne weckt,
weil sie im Wolkengrau ein Schlupfloch find’t.

So war mein Urlaubswetter nicht geplant;
ich träumte doch vom Schwimmen, Sonnenbaden!
Als hätte es die Kälte schon geahnt,
eröffnet ein Solarium hier g’rade.

Da finden sich wohl bald auch Kunden ein.
Ich mag kein künstlich’ Licht, ich brauch’ Natur
und hoffe, dass der Sommer spielt noch rein
auf seiner Wärmestrahlen-Klaviatur.

Damit er wohlig hier erwärm’ die Erde
und auch mein Urlaub noch erholsam werde.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsritt

Der Morgen hell und blau,
die Luft so rein und klar
und dennoch lieblich, lau,
des Frühlings Blütenschau,
ein Duften, wunderbar!

Froh sattelst du dein Pferd
und reitest in den Wald.
Wie hell grünt Baum und Erd’!
Der Mai hat ’s uns beschert,
und jung wird, was schien alt.

Du siehst dies Wachsen, Streben;
da geht das Herz dir auf:
Wie herrlich ist das Leben!
Ein Pegasus im Schweben
nimmt seinen Himmelslauf.

© Ingrid Herta Drewing

Pfingstfreude

So zart das Blütenkleid, der wilde Mohn,
dies’ leuchtend rote Feuer in den Wiesen!
Ein leichter Wind die Gräser wiegt, sie fließen
in sanften Wogen, lichter Strahlen Lohn.

Frühsommer spielt schon in den Sonnenuhren;
am Mittagshimmel das Gestirn hoch glüht
und kost die Wälder und die grünen Fluren,
die Auen, Gärten, die hier neu erblüht.

Da regt in allem hell sich die Natur,
sogar der Griesgram scheint jetzt gut gestimmt.
Die Freude zieht, mild lächelnd, ihre Spur,
die vielem nun den grauen Schatten nimmt.

So mag man auch die Pfingstbotschaft verstehen
und miteinander menschlich umzugehen.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsmorgen

Es ruht der Morgen sanft in tiefer Stille.
Die Nacht begrüßt, noch träumend, nun den Tag,
bevor der Sonne Licht in goldner Fülle
die frühen Vögel lockt in Feld und Hag.

Jetzt, schwebend zwischen Schlafen und Erwachen,
erscheint die Welt noch rein und sorgenfrei,
bis dann im Licht die Fragen neu entfachen
die Brennpunkte im Alltagseinerlei.

Jedoch im Frühling wachsen dir wohl Schwingen,
ein Blütenlächeln lieblich dich empfängt;
beflügelt, wird dir vieles auch gelingen;
weit wird die Welt, fühlst dich nicht mehr beengt.

Denn so viel Schönes darfst du nun erschauen;
der Schöpfung Wunder schenkt dir Gottvertrauen.

© Ingrid Herta Drewing

Beschwingter Tag

Mir ist so frühlingsleicht zu Mut’,
könnt’ mit den Vögeln singen,
schon früh ein Ständchen bringen
und fühl’ mich wie ein junges Blut,
dem alles mag gelingen.

Die Illusion schenkt mir die Kraft,
jetzt werd’ ich renovieren,
den Frühling tapezieren;
turn‘ auf der Leiter, hab’s geschafft,
die Wand darf nun florieren.

Da alles sich verjüngt und blüht
— Natur schenkt ’s uns, zu sehen –
will ich nicht abseits stehen.
Des Frühlings Lächeln im Gemüt,
lässt leicht auch mich nun gehen.

© Ingrid Herta Drewing

Maienlied

Das Maiengrün, der Zauber erster Liebe,
in einem Frühlingswald so lind erwacht,
als ob hier Elfen ihre Lieder schrieben,
mit Liebe, Anmut, Zärtlichkeit bedacht.

Auch Sommers Glut, des Herbstes Flammenfarben,
sie malen sich in der Erinn’rung Bild.
Die Träume, die in Winters Stille starben,
sie wachen auf in jedem Frühling, mild.

Sie wirken hier in wundervollen Kreisen,
und sanft erfüllen darf sie die Natur.
Wir folgen dieser Schöpfung, die so weise
auch unsrem Leben schenkt die lichte Spur.

Und hegen dieses Glück mit allen Sinnen;
im Spiel der Zeit ein stetes neu’ Beginnen.

© Ingrid Herta Drewing

Erwartung

Mit unschuldsblauen Augen blickt der Tag
am Morgen dir ins blasse Angesicht.
Geheimnis ist, was er heut’ bringen mag,
ob es dir gar missfällt, ob ’s dir behagt,
magst du erahnen, doch du weißt es nicht.

Oft überrascht dich eine Kleinigkeit,
ein Schmetterling, der kurz bei dir zu Gast
auf dem Balkon, die Blüten wählt zur Rast
und dort verweilt in seiner Leichtigkeit,
bevor er weiter fliegt, ganz ohne Hast.

Vielleicht siehst du schon erste Schwalben schweben.
Als Sommers Boten kehren sie zurück
Ihr Anblick schenkt dir dieses kleine Glück,
verspricht dir Wärme, lichtes, leichtes Leben
im hellen Sonnenschein, der dich erquickt.

Gewiss darfst du viel Schönes nun erwarten.
Jetzt teilt ’s Natur in reicher Fülle aus.
Es wird zum Paradies der kleine Garten,
das Wachsen, Blühen durfte wieder starten,
und auch die Rosen ranken sich um ’s Haus.

© Ingrid Herta Drewing

Heißer Apriltag

Frühsommertage, Hitze im April!
Schon lechzt so mancher nach dem frischen Bade
im kühlen See; auf Frühlingswiesen still
sonnt Eva sich, Paul angelt am Gestade.

Jetzt schmeckt das Eis, die Kinder strahlen, kommen,
die Waffeln reich gefüllt, vom Eismann wieder;
und Vater wird ein kühles Blondes frommen,
doch Mutter hält Diät, versagt ’s sich lieber.

Der Tag ist klar, man wandert froh gestimmt;
auch Dackel Willi hält nichts an der Leine,
rennt hin und her, die Äst’ ins Maul er nimmt
und streift damit bestrumpfte Damenbeine.

Und gar zu gern nimmt er ein Bad im See.
Die Entenmutter sichert schnell die Jungen.
Der Willi, klitschnass, springt dann in den Klee
und schüttelt sich, da heißt ’s: schnell weggesprungen!

Am Abend kehrt zufrieden man zurück.
Ein schöner Sonnentag geht nun zu Ende.
Die Freude an Natur, dem kleinen Glück,
nimmt die Familie mit in die vier Wände.

© Ingrid Herta Drewing

Milder Frühlingstag

Es streift der Frühling lächelnd durch die Gärten,
weckt Floras Blumenkinder zärtlich auf.
Der milde Südwind ist sein Weggefährte,
wiegt sanft der Bäume Blüten, hier zuhauf.

Ein heller Reigen, Tanz im Sonnenlicht,
wie Watte Wölkchen hoch am Himmel reisen,
und auf der Bäume Wipfel singend preisen
die Vögel lieblich Frühlings Angesicht.

Da magst auch du nicht grau bei Seite stehen;
es scheint dir heut’ das Leben leicht zu sein,
lässt dich in lichten Farben Freude sehen,
du kleidest dich schön frühlingsfrisch nun ein.

So vieles, was verrät des Menschen Spur,
fügt sich doch ein in Bilder der Natur.

© Ingrid Herta Drewing