Frühsommer

Hoch über der Stadt
schweben im blauen Himmel
die Mauersegler.

Aus südlichen Gefilden
brachten sie den Sommer mit.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Jahresklang

Es grünen Wälder. Felder, Wiesen, künden
von Leben, das der Frühling licht gebracht,
der duftend nun, dies blühende Empfinden
versprechend, sich mit Sommer wird verbinden,
bis Herbstes Reife glüht in Farbenpracht.

Entlaubt und kahl, im Nebelkleid die Bäume
erwarten dann des Winters weiße Zier,
der flockenweich in seinen stillen Räumen
das Leben ruhen lässt in sanften Träumen,
bis es sich neu im Lenz entfaltet hier.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Frühsommer- Freude

So filigran! Holunderblüten- Spitzen,
malt weiß das Licht hier in das klare Blau.
Der Mittag leuchtet, gleißend Strahlen blitzen;
Frühsommer spielt in Garten, Park und Au.

Und auf dem See zwei Segelboote schweben.
Sie gleiten, tanzen dort im frischen Wind,
als fühlten sie gemeinsam dieses Leben,
in das sie doch allein gefahren sind.

So ganz dem Himmel da anheim gegeben
zwei kleine, weiße Wölkchen, die sich lind
im Sonnenglanz des Tages sanft verweben,
bis sie sich lösen, still vergangen sind.

Dies alles prägt den hellen Augenblick,
schenkt mir im Schauen frühen Sommers Glück.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Jahresklang

Die Welt ist Klang, die Welt ist Farbe,
in Harmonie ein lichtes Schwingen.
Es deckt der Frühling Winters Narbe;
im Blühen hell die Vögel singen.

Der Sommer schenkt uns Wärme, Reifen,
Gewitter auch; doch Regenbogen
so farbenschön in Lüfte greifen
am Himmel, Sonnenstrahl gewogen.

Im Herbst, ein Rausch, dies Abschiedfest!
Es brennt des Laubes Gold-Gesicht,
bis wild der Sturm es tanzen lässt,
es fällt und welkt im Nebel dicht.

Der Winter wählt die Pause, Stille,
und glitzernd funkelt weiß der Schnee.
Als wirke hier ein starker Wille
bannt Frostes Eis den Klang im See.

Doch wieder klingt die Welt, in Farbe
und Harmonie ein lichtes Schwingen.
Bald deckt der Frühling Winters Narbe;
Musik erblüht, hell Vögel singen.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Im Park

Zum Sommerabschied
schenkt uns die Sonnenblume
ihr Blütenlächeln.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Herbsthoffnung

Es rinnen des Sommers Stunden.
Das Wasser in meiner Hand,
im Klaren noch schöpfend, gefunden,
tropft herbstbereit auf das Land

Gleich einem Baum gibt mein Leben,
vergänglich, sich Farbträumen hin,
sich schützend vor fröstelndem Beben
und Winters eisigem Sinn.

Zwar klingen die Abschiedslieder
verlorener Liebe,Verzicht,
doch leuchtend des Phönix‘ Gefieder
verspricht nach der Asche das Licht.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Herbstsignale

Es hat die graue Nebelkatze
am Morgen hier schon vorgefühlt,
betatscht mit ihrer feuchten Tatze
die Landschaft, die noch Sommer spielt.

Doch musste sie der Sonne weichen,
die hell ihr Lied am Mittag singt
und mildert frühen Abschieds Zeichen,
wenn Himmel blaue Bänder schwingt.

Wir kennen wohl die Herbst-Signale;
es zogen jüngst die Schwalben fort.
Der dritten Jahreszeit Spirale
beginnt zu drehen sich vor Ort.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Verregneter Urlaub

Die Leiter leer, der Laubfrosch bleibt versteckt.
Auch so fühl’ ich, wie kühl die Tage sind,
und freue mich, wenn mich mal Sonne weckt,
weil sie im Wolkengrau ein Schlupfloch find’t.

So war mein Urlaubswetter nicht geplant;
ich träumte doch vom Schwimmen, Sonnenbaden!
Als hätte es die Kälte schon geahnt,
eröffnet ein Solarium hier g’rade.

Da finden sich wohl bald auch Kunden ein.
Ich mag kein künstlich’ Licht, ich brauch’ Natur
und hoffe, dass der Sommer spielt noch rein
auf seiner Wärmestrahlen-Klaviatur.

Damit er wohlig hier erwärm’ die Erde
und auch mein Urlaub noch erholsam werde.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstgefühl

Nicht nur der Abend zeigt sich nun recht kühl;
die Nacht im Sternenmantel blickt jetzt kalt.
Ein fahler Mond, die Bäume dort im Wald,
schon welkend, wecken erstes Herbstgefühl.

Jüngst flogen Mauersegler fort nach Süden.
Mit ihnen zog des Sommers leichtes Schwingen,
und unsre Träume, hellen Lichtes Singen
verstummen hier an Tagen, regenmüden.

Da wendest du dein Wirken mehr nach innen,
bereitest dir Geborgenheit im Nest,
erwartest noch des Herbstes Farben – Fest,
um so gestärkt dem Trübsinn zu entrinnen.

Und herrscht bald dichter Nebel, Blätter fallen,
schenkt dir die Phantasie doch goldne Hallen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Hohe Bäume

Es tragen die hohen Bäume
in ihrem zerfurchten Gesicht
vergangener Zeiten Träume
von klaren, hellhohen Räumen
und Sommern in goldenem Licht.

Seit hunderten Jahren bilden
sie standhaft den prächtigen Wald,
den Wettern trotzend; mit Milde
bereichern sie die Gefilde
und geben dem Boden hier Halt.

Und in ihren grünen Kronen
erzählen die Blätter dem Wind,
dass Vogelgäste dort wohnen
und lieblich singend es lohnen,
weil sie willkommen sind.

© Ingrid Herta Drewing,2014