Liebeskummer

Es ist ganz traurig Valentin,
denn seine Valentine
beachtet ihn nicht, weil sie ihn
jüngst flirten sah mit Ann-Katrin,
der üppigen Blondine.

Er pflückt ihr einen Rosenstrauß,
will sie damit versöhnen.
Doch sie sieht ihn und nimmt Reißaus,
verschließt die Tür zu ihrem Haus,
will ihn wohl gar verhöhnen.

Nun schreibt im Brief er ein Gedicht,
gesteht, dass er sie liebe,
sie sei sein Stern, sein Sonnenlicht
und nur sie zähle, andre nicht,
für sie sein Herz nur bliebe.

Sie traut den süßen Worten nicht,
und fragt nach seiner Treue.
Er habe, so sei der Bericht,
mehrfach missachtet diese Pflicht,
ob es ihn wirklich reue?

Bedenk‘ dein Wort, oh Valentin,
dies‘ eifersüchtig‘ Wesen
hat’s dir noch lange nicht verziehn!
Da musst du dich noch mehr bemühn,
bevor ihr Leid genesen!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Liebe

Ja, Liebe, dir zu widersprechen,
ist uns versagt, du hast die Kraft,
das stärkste Bollwerk sanft zu brechen,
und heilst, wo tief die Wunde klafft.

Du meisterst kühn den Sturm der Meere,
und Eis schmilzt hin in deiner Glut.
Du überbrückst der Wüste Leere
und lenkst in Bahnen wilde Flut.

Wo du in deinem Rosenkleide
die dunkle Erde zart berührst,
erblüht sie grünend, fern dem Leide,
und wird ins helle Licht geführt.

© Ingrid Herta Drewing

Morgenmuffel

Und Regen plätschert, liebt das Monotone.
Dein Blick, noch schläfrig, nimmt den Morgen wahr,
nachdem der Wecker laut und unisono
sehr lang gedudelt hat sein Tralala.

Du gehst ins Bad und machst dich tagesfrisch.
Nach einer Tasse Tee ist ’s Zeit, zu starten.
Es lauert Arbeit im Betrieb auf dich;
gewiss wird auch der Bus nicht länger warten.

Dort sitzen sie mit müder, ernster Miene
und schauen trostlos, wie der Regen rinnt.
Doch lachend auf der Rückbank Josefine
und andre Schüler, die sehr munter sind.

Sie bringen Farbe in den grauen Tag,
und ihre Freude pflanzt sich lächelnd fort.
Du schmunzelst, fühlst, dass man vermag
erhellen jeden tristen, öden Ort.

© Ingrid Herta Drewing

Idole

Mancher Mensch wünscht, er wär‘ Sieger,
sieht sich selbst als graue Maus
und bewundert Überflieger,
denen Ruhm winkt und Applaus.

Es geht meist um Glamour, Sport
oder kühne Abenteuer,
während er malocht vor Ort
und hier brav zahlt seine Steuer.

Ach, er wär‘ gern so ne VIP,
hätte Fans, die ihn verehren;
bei YouTube sein Videoclip
würd‘ Millionen ihm bescheren.

Was er sieht, das ist geschönt,
folgt nur kurz der Mode Schein.
Viele, von der Welt verwöhnt,
fielen tief, arm und allein.

Wer dich liebt, den magst du hegen,
Menschen, dir persönlich nah,
Empathie, Zuneigung pflegen,
denn sie sind auch für dich da.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Ver-rückte Jahreszeiten

Kein Winter war, ein Frühling ist
zartmatt zu uns ins Tal gekommen.
Die Sonne rar, des Nebels Frist,
das Grau,es ward noch nicht genommen.

Da fehlt dir klar das helle Licht
und mit ihm deutlich die Konturen.
Verwischt, was wahr;es zeigt sich nicht
der grüne Glanz auf Wäldern, Fluren.

Verkümmert zarte Blümchen schauen
hier aus des Vorjahrs welkem Laub.
Dem Frühling schenke kein Vertrauen,
an Winters Spielchen da noch glaub‘!

Befürchte gar, dass er im März
sich meldet kalt mit Frost und Schnee
und Lenzes Schar als bösen Scherz
erklärt, sie sei nun längst passe´.

Ist ’s Klimawandel, der bewirkt
dies‘ Jahreszeiten-Einerlei?
Hat unser Handeln hier verwirkt
des Winters klares Konterfei?

Wir sollten jedenfalls bedenken,
dass wir vernünftig walten nun,
nicht schädlich noch durch unser Lenken
dem Wetter-Wirrwarr Vorschub tun!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Der alte Wolf und der Fuchs

Den alten Wolf beäugte Fuchs,
hielt Ausschau auch nach Beute.
Ein Schäferhund von großem Wuchs
bewachte dort die Herde flugs,
ganz ohne Hundemeute.

Der Wolf fühlt‘ sich durch Hunger klamm.
Der Herde schnell entrissen
hätt‘ gar zu gerne er ein Lamm
und sann, wie er den Hund verdamm‘.
Da naht der Fuchs beflissen.

Er sprach: „ Mein Lieber, so allein
willst du ein Schaf hier jagen?
Der Wachhund beißt dich bös‘ ins Bein.
Lass‘ diesen Plan doch lieber sein,
sonst geht’s dir an den Kragen!

Ich weiß, es gibt hier in der Nähe
viele Gänse, unbewacht.
Ich fing jüngst dort mit meiner Fähe
fast ihrer fünfe, keine zähen;
ja, der Fang hat was gebracht!

Wenn du es willst, führ‘ ich dich hin;
gemeinsam lass uns jagen!
Hältst auf die Stalltür, bis ich bin
beim Federvieh, uns zum Gewinn.
Was ist, woll’n wir ’s nun wagen?“

Der Wolf, vom Hunger arg geplagt,
war leicht zu überrumpeln,
hatt‘ kaum, dass ihn der Fuchs gefragt,
mit ihm den Gänsefang gewagt.
Zum Stall sah man ihn humpeln.

Brav hielt er dort die Tür weit auf.
Die Gänseschar laut schnattert‘.
Der Fuchs schnappt‘ eine aus dem Hauf‘
und rannte weg in raschem Lauf,
Wolf stand stumm und verdattert.

Und schon ward’s nah im Hause hell.
Dann knallte eine Flinte.
Der Wolf nun hastet weg sehr schnell,
hört‘ Schüsse, hündisches Gebell,
erkannte Fuchses Finte.

Der wartete wohl nicht auf ihn,
tat bös ihn überlisten,
um ihm die Beute zu entzieh’n,
dieweil er musst‘ vor Hunden flieh’n,
sein Leben mager fristen.

Drum denke nach, wenn dir ein Fuchs
laut anpreist seinen Plan,
sonst wird dir nur was abgeluchst,
und dir bleibt schnöder Wahn!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingshoffnung

Ein zartes Schimmern,dort die Morgenröte!
Am Horizont erwacht ein neuer Tag
und weckt den Wunsch, die Jahreszeit nun böte
ein klares Bild, das freundlich, auch behag‘.

Zu lange lag im Nebel unsre Welt;
Gesang und Farbentöne fast verklungen,
als habe wer die Sonne abbestellt,
da kaum ein Strahlen zu uns durchgedrungen.

Doch nun erwacht im Licht erneut dies‘ Hoffen,
dass mit dem Nebel Traurigkeit entfliehe,
die Türen, Fenster lüden, wieder offen,
den Frühling ein, der hell und mild einziehe.

Und lieblich in der Blüten leichtem Kleid
beglücke uns Natur, halt‘ Freude hier bereit.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Winternebel

Verschlafen liegt die Stadt,
und alle Tage
im Nebel dösen so dahin.
Was sonst geleuchtet hat
als Lustansage,
zeigt hier nur einen müden Sinn.

Dir fehlt der Sonne Licht,
ihr goldnes Scheinen,
die klare, frische Winterluft.
Der Smog, der manchmal dicht,
wehrt allem Reinen
und treibt das Leben in die Gruft.

Da rufst du nach dem Wind
und wilden Stürmen,
auf dass ihr Wirbeln Klarheit bring‘,
willst, dass nicht weiter blind
sich Wolken türmen.
Das Licht in blauer Weite schwing‘ !

© Ingrid Herta Drewing,2014

Geburtstags-Akrostichon

M aike, Liebes, Du sollst heut‘
A m Geburtstag hoch, hoch leben!
I nnig wünsch‘ ich Dir viel Freud‘,
K uchen wird es auch wohl geben.
E inen bunten Blumenstrauß
S chick‘ ich virtuell ins Haus.

G lück sei stets auf Deiner Seite,
E ine Welt in Harmonie!
B leib‘ gesund im Lauf der Zeiten
U nd lass‘ von Humor Dich leiten,
R uhe, Muße, Phantasie !
T age hell im Sonnenschein
S eien häufig Dir gegeben,
T reue, Liebe, Lust im Leben!
A lles Gute wünsch‘ ich Dir,
G eburtstagskind, das glaube mir!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Drei Varianten

zur Wortvorgabe:Amour, Feuerwerk,rosa,Ohr,Wort

1. Traum

Dies‘ Feuerwerk! Oh, mon amour!
Wir kannten beide keine Uhr.

Der Morgenröte rosa Wort,
ein zärtlich Flüstern klingt in meinen Träumen,
erreicht mein Ohr;ich möcht‘ den Tag versäumen,
verweilen hier im Liebes-Hort.

2.Guter Rat

So mancher, der dies‘ Feuerwerk Amour
besang mit rosafarb’nen Fügelworten,
fand bald sich wieder auf der falschen Spur
an fremden,aschefahlen,öden Orten.
Drum hüte wohl,was sie dir flüstert in dein Ohr,
bewahre ihr Geheimnis, sei kein tumber Tor!

3.Korb

Wo ist das Feuerwerk
einer Amour fou?
Rosafarben
treffen deine Süßholzworte
auf taube Ohren.

© Ingrid Herta Drewing,2014