Musik

M usik, du Klang,den ich erwähle,

U mgibt mich zart dein Zauberlied,

S chenkst mild du Balsam meiner Seele;

I nnige Freude mir erblüht,

K lingt hell im Herzen und Gemüt.

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Geschenk der Musik

Wenn das Wetter grau hier dräut,
und nur Regen strömt herab,
gibt es etwas, das mich freut
und beglückt in meinem Heut‘.
Die Musik bringt mich auf Trab.

Holt mich aus dem Sorgental,
gibt mir Kraft und lässt mich singen;
Melodien ohne Zahl
mindern manche trübe Qual,
Herz und Seele dürfen schwingen.

Sehe Licht in meiner Welt,
folge froh den sanften Klängen
der Musik, die schön erhellt
uns das Dunkel, wohl gefällt
und befreit von dumpfen Zwängen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Kurzer Traum

Zärtlich klingt ein Lied,  und leise
summ ich seine Melodie,
eine wundersame Weise
singt von Glück und Harmonie.

Fliederfarben will’s sich färben,
diese Milde,  lieblich, traut,
ein Tenor im Liebeswerben,
Töne schmelzend, ohrvertraut.

Doch dann dröhnen wilde Bässe,
und der zarte, kurze Traum
löst sich auf in grauer Blässe,
bis er stirbt im stummen Raum.

© Ingrid Herta Drewing

Traum

Mir träumte schön von einem Garten,
gar reich erfüllt von Blütenduft,
wo singend bunter Vögel Arten
erheben leicht sich in die Luft.

Dort äsen Rehe auf der Wiese,
ganz ohne Scheu, doch elegant,
und alter Bäume grünes Sprießen
schenkt Schatten dort mit milder Hand.

Und Menschen wandeln zeitlos, heiter,
ihr Lächeln von der Liebe spricht.
Sie sind des Glückes Wegbereiter
und fürchten Tod und Stunde nicht.

Es scheint, sie haben längst vergessen
dies’ irdisch Los, auch Müh und Plag,
so sanft sind sie, von nichts besessen,
was ihren Geist zu lähmen mag.

Sie singen, und sie musizieren
und widmen sich der Poesie.
Die Zeit im Schönen zu verlieren,
ist ihres Liedes Melodie.

Und unter Sternen traulich leben
in Frieden und in Harmonie.
Ich sah den Ort im Traum entschweben.
Doch blieb ein Hauch
von Poesie.

© Ingrid Herta Drewing

Aufklaren

Und klar im hellen Morgenlicht
erstrahlt hier neu die Welt.
Der Nebel wich, der gestern dicht
verweigerte dir Weite, Sicht.
Die Landschaft unverstellt!

Du fühlst dich frei; mit Herz und Sinn
genießt du froh in Wald und Flur,
was dir dort reicht das Leben hin,
des kleinen Glückes Neugewinn,
der Schöpfung herrliche Natur.

Dir ist, als trüge hier ein Klingen
ein lieblich‘ Lied tief in dein Ohr,
und Farben, die im Lichte schwingen,
dir leuchtend nun von Freude singen,
ein Augenschmaus und Jubelchor!

© Ingrid Herta Drewing,2013

November-Devise

Ein regennasser Tag, so Licht vergessen,
nun dümpelt matt im Nebelmeer dahin.
Novembers Kälte lässt dich klar ermessen
des Herdes Feuer wärmenden Gewinn.

Verwelkt,schwarzbraun versammelt sich auf Steigen
das Laub, das jüngst noch strahlte goldenrot.
Jetzt säumt ’s Alleen, deren kühles Schweigen
verloren wirkt, als berge es den Tod.

Da suchst du Trost und findest ihn zu Hause,
wo du mit Blumen, Farben und mit warmem Licht,
dem Wohlklang auch, Musik in deiner Klause,
verstehst zu mindern Mangel und Verzicht.

Und mögen draußen dumpf die Nebel schwingen,
hier kannst du dennoch Sonnenlieder singen!

© Ingrid Herta Drewing,2013

Neubeginn

Es trägt der Wind die Worte in die Weite,
fast ungehört verklingen sie wie Rauch,
der sich, in Lüften lösend, leis’ befreite,
ein Kräuseln, hin zum Himmel, nur ein Hauch.

Nicht alles, was hier wirkte, muss einst schwinden.
Auch eine zarte, sanfte Melodie
wird sich in eines Vogels Singen finden,
erklingen wieder neu in Harmonie.

Ein Spiel der Klänge, das den Tag vollendet,
bevor er sich zu dunkler Nacht hinwendet,
um dann in tiefer Träume Reich zu sinken.

Ein Neubeginn, der helles Licht uns spendet,
der Hoffnung, Freude in die Seele sendet,
wird uns gewiss an einem Morgen winken.

© Ingrid Herta Drewing

Macht der Musik

Was kann betören sanft mit Zauberklängen,
tief in die Seele greifen, hat die Macht,
uns zu befreien aus des Alltags Enge,
schenkt uns den Tag, der singend, hell erwacht?

Ja, die Musik vermag es; wie die Liebe
erschließt sie hoffnungsfroh uns neu die Welt.
Vergessen wird so alles Böse, Trübe;
wir wenden uns zum Guten, das gefällt.

Da endet Traurigkeit. Mit ihrem Schwingen
gewährt uns eine schöne Melodie
den Balsam unsrer Seele: Harmonie.

Sie heilt das kranke Herz und wird bezwingen,
was stumm gefangen ist in Lethargie,
entführt uns zärtlich, Glückes Sinfonie.

© Ingrid Herta Drewing,Üb. 2013

Schöner Chorgesang

Ja, wer kann in solchen Klängen
hier nicht finden seine Welt,
frei sein, atmen, unverstellt,
wenn in hellen Chorgesängen,
die der Mauern Enge sprengen,
Licht ins Sorgendunkel fällt?

Und der Melodien Schwingen
trägt die Seele sanft empor,
schenkt ihr, was sie fast verlor,
löst sie aus des Alltags Ringen,
zaubert ihr in frohem Singen
Harmonie, die sie erkor.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Herbst-Muße

Nun schwingen des Herbsts dunkle Saiten.
Der kürzeren Tage Licht,
belagert von Nebel dicht
und Regens nasskaltem Begleiten,
verwehrend die klare Sicht.

Doch wärmt dich ein Feuer zu Hause,
so wohlig, bei Kerzenschein
hast du ’s gemütlich und fein.
Mag’s draußen auch stürmen und brausen,
hier kehrt die Stille sanft ein.

Beschaulichkeit lockt dich zu lesen,
zu lauschen schöner Musik;
die Seele im Balsam sich wieg‘.
Von Trübsal und Kummer genesen,
genießt du der Künste Sieg.

© Ingrid Herta Drewing,2013