Rostrote Bäume hier die Straße säumen,
ihr filigran‘ Geäst wirkt wunderbar.
Die Knospen, zart geöffnet, rötlich träumen,
bevor sie sich entfalten grün und klar.
Es scheint, als grüße Herbst schon sanft den Lenz
und wolle ihm die späte Reife zeigen,
wenn Bäumen er in flammender Kadenz
die Blätter färbt vor langen Winters Schweigen.
Was so vergänglich wirkt, bricht auf ins Leben,
das neu und jung sich hin zum Licht bewegt.
Vielfältig will sich Frühling nun verweben,
da zärtlich hier Natur die Pflanzen hegt.
© Ingrid Herta Drewing,2014
April 22nd, 2014 | Frühling, Leben | Tags: Alkmaar, Frühling, Herbst, Leben, Rote Bäume, Vergänglichkeit | 0 Comments
Ja, viel Hinlängliches,
das dir den tristen Alltag bestückt,
wird Unzulängliches.
Doch
auch Verfängliches,
das in der Welt mit Liebreiz beglückt,
ist nur Vergängliches.
© Ingrid Herta Drewing,2014
April 2nd, 2014 | Vanitas, Vergänglichkeit | Tags: Vanitas, Vergänglichkeit | 0 Comments
An den Sonnenwegen stehen
blasse Lilien; von Vergehen
spricht die kühle Nacht.
Sterne ihren Himmel bleichen,
weite Welten uns erreichen,
Licht, das fern entfacht.
Auch in Träumen dieses Sinnen;
im Versäumen noch beginnen
wir das alte Lied,
immer währendes Verweben
in das wunderbare Leben,
das hier neu erblüht.
© Ingrid Herta Drewing,2014
März 4th, 2014 | Frühling, Lebensfreude, Vanitas | Tags: Frühlingsnacht, Leben, Licht, Liebe, Lilien, Träume, Vergänglichkeit | 0 Comments
Dünner Putz
blättert ab.
Lüftelmalerei
vermag
der Fassaden
Grauen
nicht mehr
zu tarnen.
Vergeblich
auch
der Versuch,
mit Lichtwörtern
neue Sicht
in brüchige
Rahmen
zu kitten,
Fenster,
einzufangen
den Rest Sonne.
© Ingrid Herta Drewing,2013
November 25th, 2013 | 5- Wörter-Gedichtsvorgabe, Besinnliches | Tags: Fassade, Fenster, Klarheit, Vergänglichkeit | 0 Comments
So lichtfern dümpelt hin der Tag
im Nebel, der seit vielen Stunden
die Landschaft hält in Grau gebunden.
Kein Sonnenstrahl sich zeigen mag;
Konturen vollends sind verschwunden.
Da drängen dich Gedanken,trübe,
Vergänglichkeit, der Tod, das Leben.
Des Frühlings, Sommers lichtes Weben,
auch Herbtes goldne Farbenschübe,
geliehen nur, uns kurz gegeben.
Und dennoch glaubst du, dass das Licht
dir wiederkehrt, was scheint verborgen,
dich wird befreien von den Sorgen,
wenn es in seiner Klarheit spricht,
und hoffst auf einen neuen Morgen.
© Ingrid Herta Drewing,2013
November 19th, 2013 | Besinnliches, Glauben, Jahreszeiten, Vanitas | Tags: Glaube, Hoffnung, Licht, Nebel, Spätherbst, Vergänglichkeit | 0 Comments
Nebel gefiedert
kauern des Herbstes Vögel
im kahlen Geäst.
Diffus fließt Laternen-Licht,
und Konturen verschwimmen.
Schweigende Schritte,
nasse Blätterteppiche.
Noch wärmt der Mantel.
Doch Kälte greift ins Gesicht
und schwingt hauchzarte Fähnchen.
© Ingrid Herta Drewing,2013
November 17th, 2013 | Besinnliches, Haiku & Co, Herbst | Tags: Kälte, Nebel.kahle Bäume, Vergänglichkeit | 0 Comments
Es trinkt der See sich noch an Farben satt,
dem Blau des Himmels, rotem Gold der Bäume,
das sonnig leuchtend dieser Herbsttag hat
geschenkt als Spiegelbild,lässt Phönix träumen.
Hier werden bald die Nebelvögel schwingen,
auslöschen alle Pracht und warmen Glanz,
und Frost wird ihn in blinde Eishaut zwingen,
wo Wasservögel schweben jetzt im Tanz.
Er fühlt es nicht, Natur wird schmerzlos lenken,
doch mir mischt Wehmut sich in meinen Blick,
erschaue Schönes, dennoch weiß mein Denken,
wie endlich hier das Leben, alles Glück.
Doch tröstlich ist der Kreislauf der Natur:
Was hier vergeht, kommt wieder, ruht ja nur!
© Ingrid Herta Drewing,2013
November 15th, 2013 | Herbst, Kreislauf des Lebens, Leben, Natur | Tags: Abschied, Farben, Glück, Leben, Naturkreislauf, Schönheit, See, Sonne, Tod, Vergänglichkeit, Wasservögel | 0 Comments
Wie schnell vergeht die Zeit,
des Frühlings,Sommers Licht,
verhüllt im Nebelkleid
des Herbstes Goldgesicht!
Und mit den Blättern fliegt
mein Sehnsuchtslied im Wind,
nun Sturm die Zweige biegt,
im Nass ein Traum zerrinnt.
Doch im Gesang geborgen
bewahr‘ ich kleines Glück,
das mir den neuen Morgen,
hier klingend bringt zurück.
© Ingrid Herta Drewing,2013
November 8th, 2013 | Herbst, Lebensfreude, Musik | Tags: Gesang, Glück, Herbst, Klang, Lied, Nebel, Vergänglichkeit | 0 Comments
Und still ruht nun das Tal,
gehüllt in Nebelnacht.
Die Bäume stehen kahl,
denn Spätherbst hat die Pracht
der Blätter längst genommen.
Die Krähen, die gekommen,
als schwarze Schatten thronen
im nassen Baumgeäst.
Wenn Winter naht, sie wohnen,
versammelt wie zum Fest,
besiedeln hier die Kronen.
Der Futtersuche Lohnen
verspricht des Menschen Nähe,
der dort gleich vor der Stadt
den großen Müllberg hat.
Da lässt sich viel erspähen;
die Krähen werden satt.
Im Morgenlicht, das fahl,
durch Nebelschleier sacht
in meine Augen dringt,
wirkt dies‘ Bild als Fanal,
wie dunkler Vögel Macht,
sanft überm Abfall schwingt.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Oktober 24th, 2013 | Fauna, Herbst, Leben, Natur | Tags: Baumkronen, Düsternis, Kahle Bäume, Krähen, Müllberg, Spätherbst, Stadt, Vergänglichkeit | 0 Comments
Dort, wo im Juni süße Kirschen reiften,
erglüht der Baum in feuerrotem Kleid.
Die Dohlen, die als Diebe ihn oft streiften,
besuchen ihn in Scharen auch zur Zeit.
Als träumten sie vom Sommer, seinen Gaben,
erinnert durch die rote Blätterpracht,
wie wir uns gern noch im Erinnern laben
an Sonnenglut und wilden Meeres Macht.
Doch mag es sein, sie spüren, dass das Leben
im Farbenrausch des Herbstes sich versprüht,
bevor die Kälte nach den Nebelweben
todähnlich alles Schöne überzieht.
© Ingrid Herta Drewing, Üb.2013
Oktober 21st, 2013 | Besinnliches | Tags: Dohlen, Erinnerung, Kirschen, Lebensfreude, Nebel, Sommer, Vergänglichkeit | 0 Comments