Archive for the Category Besinnliches

 
 

Brunnen-Idyll

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Wo die grünen Wasser wispern
in der Sonne heißem Schein,
bläht ein Pferd weit seine Nüstern,
still vergnügt bei nassem Spei’n.

Und ein Löwe fletscht die Zähne,
zeigt sich kühn in Marmorstein,
trägt gar prächtig seine Mähne
reiht sich in den Nischen ein.

Auch dabei bei diesem Spritzen
ist ein weißer Elefant.
Man sieht ihn fast lächelnd sitzen,
zeigt den Rüssel elegant.

Nashorn, Hirsch, ein Tiger, Bär
mischen mit in diesem Reigen,
so, als ob ’s ein Leichtes wär‘
Wasser sich im Bogen neigen.

Unaufhörlich, kühlen Regen
senden sie in Brunnens Flut.
Schenken Frische, uns zum Segen
in der Mittagshitze Glut.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Beim Anblick alter Ruinen

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Die alten Steine, die dort den Ruinen,
schon fast zerfallen, Festigkeit gewähren –
und hier ein Zelt, das flink die Beduinen
zum Schutz erstellt, dem Wetter gut zu wehren –

Vergangenheit und Gegenwart uns zeigen,
wie flüchtig doch der Menschen Werke sind;
was Hochkulturen einst war wert und eigen,
das schwand, ist nur noch Widerstand im Wind.

Das Dasein, so vergänglich uns gegeben,
ist dennoch hehres Glück in unsrer Zeit.
Wir schätzen es, auf dieser Welt zu leben,
und Hoffnung, Freude sind uns auch Geleit.

Erfüllend mag uns Liebe hier erheben,
doch trägt bereits sein Ziel in sich das Leben.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Kriegsgefahr

Krieg,2014

Wir sehen sorgend, wie auf Welten-Bühnen
sich Macht und Unvernunft dort ständig paaren,
wie Großmannssucht und Hochmut so seit Jahren
sich fest verstricken und in Krieges kühnen,
abscheulich tiefen Abgrund münden, fahren.

Da treiben Gier und Hass ihr böses Spiel,
die Menschlichkeit ward aus dem Blick verloren,
und Kinder leiden, sterben, kaum geboren,
nur weil der Wahn der Mächtigen als Ziel
das eigne Streben nach mehr Raum erkoren.

Der Krieg sei doch der Vater aller Dinge,
zitiert man, missverstanden, Heraklit,
rechtfertigt so noch jenen bösen Schritt,
als ob zerstörend dann das Heil gelinge,
riskiert der Menschheit Untergang damit.

Hört endlich auf und lasst die Waffen schweigen!
Seid nicht so kopflos, Todes wilde Herden!
Eintracht statt Zwietracht meistert die Beschwerden,
die sich im Klimawandel wohl bald zeigen
Gedeihlich ist nur Friede hier auf Erden!

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Vom Glück

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Man muss so vieles, was es gibt, nicht haben.
Zufriedenheit schenkt uns das wahre Glück,
sich freuen können an den kleinen Gaben
und lächelnd schenken einen lieben Blick.

Den Nächsten, der uns braucht, wohl zu verstehen,
weit öffnen unsre Seele, Herz und Sinn;
mit wachem Blick durch dieses Leben gehen
und nicht nur ständig wittern Geld, Gewinn.

Was uns beglückt, das kann man meist nicht kaufen.
Es schenkt sich uns, macht tief im Innern reich.
Das Raffen, Gieren lässt in Leere laufen
treibt auch in Trübsal, führt ins Abseits gleich.

So freu ich mich an dem, was mir gegeben.
Die Gottesgaben leuchten; die Natur
lässt täglich so viel Schönes uns erleben.
Man muss den Blick dafür bewahren nur.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Worte

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Den leichten Vögeln unsre Worte gleichen.
Sie gleiten unbedacht flugs über Lippen.
Gedanken werden kaum zu Schranken, Klippen.
Fort ist das Wort; es wird sein Ziel erreichen.
Wie gerne fingst du’s ein, um es zu streichen,
das falsch Gesagte richtig auszudrücken.

Der Worte Klang dringt tief in unsre Seele,
und sind sie sanft, ist’s wie ein zärtlich’ Kosen,
schenkt Wärme, Licht, lässt hell erblühen Rosen.
Jedoch die harten, harschen, die Befehle,
sie schnüren zu, dem der sie hört, die Kehle,
und Traurigkeit lähmt nach dem Wüten,Tosen.

Wer dichtet, darf mit Wörtern, Klängen spielen,
zu Bildern sie verweben, Poesie
sie läutern und beleben, Phantasie
in weite Räume, Farben-Träume zielen,
in Rhythmen tanzen, jenen vielen,
die die Musik uns schenkt in Harmonie.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Vor dem Spiegel

Die Falten, die die Zeit
dir auf die Stirn gebügelt,
als schrieben sie den Eid,
dass alles, was beflügelt,
ob’s Leid, ob’s Freudenfest
auch Spuren hinterlässt.

Da kräuseln sich an Mund
und Augen Lachens Zeugen,
doch tut sich Gram auch kund,
mag leicht die Züge beugen.
Es zeichnet Jahr für Jahr
des Lebens dich fürwahr.

Jedoch der Augen Glanz
ist leuchtend dir geblieben,
verspricht noch immer ganz
dies Hoffen, innig Lieben,
das hier im Leben singt,
noch in den Tiefen schwingt
und gütig Freude bringt.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Nachgefragt

Wie wichtig sind euch Wissen und Erkennen,
Verantwortung, Wahrhaftigkeit und Fleiß?
Wer pflegt der Macht nur hinterher zu rennen
und schwammig nichts mag da konkret benennen,
der fordert irgendwann zu hohen Preis.

Statt vollmundig in Worthülsen zu tönen,
ist Sachlichkeit, Bescheidenheit gefragt,
besonnen handeln, statt der Schau zu frönen,
sich klug verhalten, Feinde zu versöhnen,
dem Krieg abschwören, der mit Leid nur plagt.

Entscheiden, mit der Zukunft im Visier,
nicht nur den Tag erfolgreich, satt beenden.
Das Morgen unsrer Kinder haltet ihr,
wie alle, die hier leben, so auch wir,
doch heute schon, verfügend, in den Händen.

Gefragt sind Menschlichkeit und klarer Blick,
Wahrhaftigkeit gepaart mit viel Geschick.

© Ingrid Herta Drewing

Blick aus dem Fenster

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Ein kühler Tag, auf dessen blauer Bühne
der Wind verwegen mit dem Rauche spielt,
der zart gekräuselt steigt aus den Kaminen
und weiß in Tanzfiguren Sonne fühlt.

Sie steigen, neigen, wirbeln sich im Kreise
und schrauben hoch und höher Pirouetten,
um bald darauf in wundersamer Weise
sich leicht zu lösen von der Wirkungsstätte.

Verlieren sanft sich in des Himmels Höhe,
ein Wölkchen schwebt noch hell im Mittagslicht,
das schließlich auch entwächst des Blickes Spähen,
wenn Wind es trägt aus der begrenzten Sicht.

Was immer auch verlässt der Bühne Ort,
es wirkt gewiss an andrer Stelle fort.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Ermunterung

Schon mancher, der sich aufgeschwungen
und auch die Höhe hat erreicht,
erkennt, dass man hier hat gedungen
den Dämon, und er leicht erbleicht.

Nicht alles, was in Höhen schaukelt,
hält schließlich auch, was es verspricht.
Oft wird dir hier nur vorgegaukelt,
es stehe dort im rechten Licht.

Darum lass dich davon nicht täuschen;
nicht jedes Lied klingt wirklich gut.
Oft sind es nur banal Geräusche.
Sing ruhig dein Lied, behalt’ den Mut!

© Ingrid Herta Drewing

Zum Jahresende

Version 2

Des Jahres Tage sind gezählt.
Der Blick zurück lässt Wünsche offen,
gebiert zugleich das stille Hoffen,
dass Glück im neuen Jahr uns wähl’.

Prognosen gibt es, im Orakel,
da findet mancher seine Sicht.
Noch ahnt er nichts von dem Debakel,
das ihn alsbald nimmt in die Pflicht.

Silvesterträume in den Lüften;
der Lärm den Dämon dräng’ zurück!
Jedoch in unsren engen Klüften,
wir weben mit an dem Geschick.

So vieles, was wir tun, entscheiden,
ist wichtig, zeigt des Lebens Weg.
Die Gier, den Hass gilt ’s zu vermeiden,

die Liebe sei uns Brücke, Steg!
Dann wird vielleicht das nächste Jahr
auch für uns Menschen wunderbar.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing