Es sperren, wenn du Gutes suchst,
sehr oft den Weg dir Argwohns Schwellen,
verirrst dich häufig, und du fluchst,
weil sich dein Tag nicht mag erhellen.
So vieles, was wir hier erleben,
schreibt bös sich ins Bewusstsein ein,
beeinflusst unser menschlich Streben
und lässt uns häufig mutlos sein.
Doch gib nicht auf, auch du wirst sehen,
dass noch im Dunkel Licht bewegt,
den Strauchelnden aufrecht zu stehen,
wenn er die Hoffnungsflamme hegt!
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 29th, 2014 | 0 Comments
Category: Ermunterung, Leben | Tags: Böses, Erfahrungen, Hoffnung, Leben, Mutlosigkeit, Rückschläge, Zuversicht
Sanft dekoriert mit weißen Westen,
für’s Bild gestylt und gut frisiert,
frönt man dem schönen Schein am besten,
lässt sich von Modegurus testen,
so wird das Image aufpoliert.
Als Muster stiller Eitelkeit
zeigt man als Flagge sein Panier,
dezent verbrämt Bescheidenheit,
dass hier wohl lauert jederzeit
der schwarze Geier grober Gier.
Man hat die Macht, glaubt eigne Lügen,
weil man sie gar zu oft erzählt,
übt sich geschult hier im Betrügen.
Wer schwach ist, hat sich da zu fügen,
auch wenn er sich nicht hat verwählt.
Die Lobbyisten als Sirenen,
sie zaubern stets ihr Lied hervor.
Als Miezekätzchen die Hyänen
getarnt Gesetzestexte dehnen,
Expertenwissen als Dekor.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 27th, 2014 | 0 Comments
Category: Gesellschaftskritisches | Tags: Einflussnahme, Fassade, Gesetze, Image, Lobbyisten, Marketing, Maske, Mode, Politik, Politiker, Scheinwelt, Styling, Verkauf
Es hat die graue Nebelkatze
am Morgen hier schon vorgefühlt,
betatscht mit ihrer feuchten Tatze
die Landschaft, die noch Sommer spielt.
Doch musste sie der Sonne weichen,
die hell ihr Lied am Mittag singt
und mildert frühen Abschieds Zeichen,
wenn Himmel blaue Bänder schwingt.
Wir kennen wohl die Herbst-Signale;
es zogen jüngst die Schwalben fort.
Der dritten Jahreszeit Spirale
beginnt zu drehen sich vor Ort.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 27th, 2014 | 0 Comments
Category: Abschied, Herbst, Leben, Natur | Tags: Herbst, Herbstbeginn, Kühle, Nebel, Regen, Schwalben, Sommer, Vogelzug
Nach Süden wird sich nun der Sommer wenden;
der Bäume Laub verkündet Herbstbeginn.
Mit braunen Rändern an den Blätterhänden
zeigt der Kastanienwald kaum Sommersinn.
Noch weilen in den grünen Stachelbetten
die braunen Früchte, die sehr bald dort säumen
den Stamm am Boden, eine Erntestätte;
Maronen lassen den Gourmet schon träumen.
Auch lockt uns wohl des Herbstes Farbenspiel,
das er sogar an grauen Tagen schenkt,
und auf den Höhen, die der Winde Ziel,
das Kind begeistert seinen Drachen lenkt.
So birgt die dritte Jahreszeit doch Freuden,
erleichtert’s uns, dass Sommer jetzt muss scheiden.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 26th, 2014 | 0 Comments
Category: Herbst, Jahreszeiten, Kinder, Lebensfreude, Sommer, Sonette | Tags: Blattfärbung, Drachen, Herbstfreuden, Kastanienwald, Kinder, Maronene, Sommerende, Wind
Die Leiter leer, der Laubfrosch bleibt versteckt.
Auch so fühl’ ich, wie kühl die Tage sind,
und freue mich, wenn mich mal Sonne weckt,
weil sie im Wolkengrau ein Schlupfloch find’t.
So war mein Urlaubswetter nicht geplant;
ich träumte doch vom Schwimmen, Sonnenbaden!
Als hätte es die Kälte schon geahnt,
eröffnet ein Solarium hier g’rade.
Da finden sich wohl bald auch Kunden ein.
Ich mag kein künstlich’ Licht, ich brauch’ Natur
und hoffe, dass der Sommer spielt noch rein
auf seiner Wärmestrahlen-Klaviatur.
Damit er wohlig hier erwärm’ die Erde
und auch mein Urlaub noch erholsam werde.
© Ingrid Herta Drewing
August 25th, 2014 | 0 Comments
Category: Lebensfreude, Natur, Regen, Sommer, Sonette | Tags: Dauerregen, Hoffnung, Laubfrosch, Naturliebe, Solarium, Sommer, Sonnensehnsucht, Urlaub
Zur Erinnerung an die Todesopfer an der Berliner Mauer
( Peter Fechter, achtzehn Jahre alt, wurde im August 1962 beim Fluchtversuch über die Mauer in Berlin-Mitte,Zimmerstraße,in der Nähe des Checkpoint Charlie von DDR-Grenzern angeschossen und verblutete auf dem Todesstreifen vor den Augen vieler Menschen.)
Nimm hin die Blüten und den Schnee!
Sie zeigen mir das Weiß der Trauer,
und selbst die Schwäne auf dem See
erinnern mich an jene Mauer,
die tausend Tode für ihn barg.
Die Hoffnung, Freiheit zu gewinnen,
verlockte ihn zu seiner seiner Flucht.
Er war so jung und wollt‘ entrinnen
aus jenes engen Zwanges Schlucht,
um neu sein Leben zu beginnen.
Mein müdes Herz, erstarrt im Weh;
noch hör‘ ich die geliebte Stimme:
„Wir sehn uns wieder, tschüss, ich geh‘,
denk du nur nicht an alles Schlimme,
es wird nicht kommen gar so arg!“
Nimm hin die Blüten und den Schnee!
Sie zeigen nur das Weiß der Trauer,
es singen Schwäne auf dem See
das Lied von jener Todesmauer,
dort wo mit ihm mein Leben starb.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 24th, 2014 | 0 Comments
Category: Erinnerungen, Gesellschaftskritisches, Historisches, Jugend, Kinder, Mutter, Tod, Trauer | Tags: Berliner Mauer, Kind, Mutter, Peter Fechter, Schmerz, Todesopfer, Trauer, Verwaste Eltern
In jedem Sommer thront auf der Antenne
dies‘ Tauben-Pärchen still im Abendlicht,
als gönne es sich letzter Sonne Sicht,
bevor der Tag errötend sich mag trennen,
und Nacht im Sternenmantel folgt der Pflicht.
Auch ihre kleinen Ringeltaubenkinder
dort sitzen beieinander, traulich dicht.
Gewitter, Regen, Stürme stören nicht,
gemeinsam Lebens Unbill so zu mindern;
kein Eigennutz hier fordert den Verzicht.
Ein Sinnbild mir, verheißt es doch den Frieden,
den Menschen andern Menschen oft verwehren,
weil Hochmut, Habgier, Hass die Einsicht stören,
dass uns nur Liebe, Menschlichkeit hienieden
auf Dauer können irdisch‘ Glück bescheren.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 24th, 2014 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Fauna, Friede, Liebe, Nachdenkliches, Sommer, Vögel | Tags: Einsicht, Frieden, Gemeinschaft, Liebe, Menschlichkeit, Paar, Ringeltauben, Vernunft
Nun ist sie schon nach Süden weggeflogen,
die Mauerseglerschar in ihrer Pracht.
Der Abend scheint mir nicht mehr so gewogen;
mir fehlt ihr Schwirren vor Beginn der Nacht.
Ihr Wegflug weist schon auf des Sommers Ende,
obwohl er schwelend sich gefällt in Glut.
Die Frage, wer die Abschiedsbriefe sende,
verdrängt er lächelnd noch einstweilen gut.
Nach dem Kalender sind es noch vier Wochen,
die er mit Sonnenliedern für uns füllt.
Wir hoffen, dass er hält, was da versprochen,
bevor er sich in Reisekleidung hüllt.
So lasst uns denn das, was uns bleibt, besingen,
genießen jeden schönen, hellen Tag!
Wir selbst erschauen Glanz in allen Dingen,
verleihen ihm Bedeutung ohne Frag’.
© Ingrid Herta Drewing
August 23rd, 2014 | 0 Comments
Category: Abschied, Frühherbst, Lebensfreude, Sommer | Tags: Goldene Tage, Herbst, Lebensfreude, Mauersegler, Sommerende
Nicht nur der Abend zeigt sich nun recht kühl;
die Nacht im Sternenmantel blickt jetzt kalt.
Ein fahler Mond, die Bäume dort im Wald,
schon welkend, wecken erstes Herbstgefühl.
Jüngst flogen Mauersegler fort nach Süden.
Mit ihnen zog des Sommers leichtes Schwingen,
und unsre Träume, hellen Lichtes Singen
verstummen hier an Tagen, regenmüden.
Da wendest du dein Wirken mehr nach innen,
bereitest dir Geborgenheit im Nest,
erwartest noch des Herbstes Farben – Fest,
um so gestärkt dem Trübsinn zu entrinnen.
Und herrscht bald dichter Nebel, Blätter fallen,
schenkt dir die Phantasie doch goldne Hallen.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 22nd, 2014 | 0 Comments
Category: Abschied, Ermunterung, Herbst, Jahreszeiten, Sommer, Sonette | Tags: Geborgenheit, Goldene Tage, Kranichzug, Nachtkälte, Phantasie, Sommer, Welke Blätter
Es tragen die hohen Bäume
in ihrem zerfurchten Gesicht
vergangener Zeiten Träume
von klaren, hellhohen Räumen
und Sommern in goldenem Licht.
Seit hunderten Jahren bilden
sie standhaft den prächtigen Wald,
den Wettern trotzend; mit Milde
bereichern sie die Gefilde
und geben dem Boden hier Halt.
Und in ihren grünen Kronen
erzählen die Blätter dem Wind,
dass Vogelgäste dort wohnen
und lieblich singend es lohnen,
weil sie willkommen sind.
© Ingrid Herta Drewing,2014
August 21st, 2014 | 0 Comments
Category: Landschaft, Leben, Natur | Tags: Alte Bäume, Bodenhalt, Grüne Lunge, Leben, Sommer, Vogelnester, Wald