Klima-Gipfel

Die Trockenheit und Wüsten wandern;flutend
fällt andern Ortes Wasser tötend ein.
Der Klimawandel, den man, falsch vermutend,
missachtete, ließ taub, unwirksam sein,
holt offenbar uns nun in Stürmen ein.

So mancher hier mit Ironie begrüßte,
dass ihm sei Wärmezuwachs da beschert.
Doch was ein Sommer-Leben mal versüßte,
hat längst in Unwettern die Freud’ verwehrt
und ganze Landstriche im Nu zerstört.

Uns wecken immer erst die Katastrophen,
sie nehmen die Verblendung kurz zurück.
Zum Klimagipfel wird erneut gerufen,
Nachhaltigkeit soll rücken in den Blick,
der Treibhausgase Kurve führ’n zum Knick.

Ich hoff’, Vernunft verleiht jetzt klaren Kick!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Hoffnung

Nicht Träume sind es, die auf dunklen Pfaden
den Weg mir weisen, wo das Lichte webt.
Es sind nur Hoffnung, Glaube, Myriaden
der guten Menschen, deren Liebe lebt.

Wenn auch noch Hass und Krieg der Asche frönen,
ich warte auf ein menschlich‘ Auferstehen.
Im Glauben an ein göttliches Versöhnen
möcht‘ ich die Lande neu erblühen sehen.

Und werden nun zum Welken Blätter fallen,
beginnen trübe Tage, Nebels Zeit,
mag Sturmes Brausen durch die Wälder hallen,
so gibt der Anfang doch dem End‘ Geleit.

Ein heller Frühling wird auf dieser Erde
erneut erwachen aus dem „Stirb und Werde“.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Herbstnacht

Rabengestalten
auf des Herbstmondes Bühne
im kahlen Geäst
proben stummes Schattenspiel,
bevor Nebels Vorhang fällt.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Herbst

Es schenkt der Herbst den Bäumen bunte Kleider,
lädt ein zum Tanze mit dem wilden Wind,
braucht dazu weder Zwirn, noch einen Schneider
hier, wo Natur ihm Silberfäden spinnt.

Die Blätter, die sich seidig glänzend wiegen,
sie ahnen nichts von ihrem stummen Fall,
wenn er sie wirbelnd lässt in Lüften fliegen,
zum Welken,Todestanz führt an den Ball.

Noch leuchten sie und sind uns Augenweide.
Es mag der Blick sich wohl nicht trinken satt,
wenn nach dem Nebelgrau des Mittags Freude
rotgoldne Feuer aufzubieten hat.

Dann hilft uns dieser Farbenkrafts Versengen,
des Welkens Zeit, den Tod hier zu verdrängen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Musiktrost

Der Himmel Wolken verhangen;
es fehlt dem Tagen an Licht.
Wo gestern noch Vögel sangen,
und Lieder lieblich erklangen,
übt heute das Lächeln Verzicht.

Die Wiesen zu Heu geschoren,
vorbei der blühende Traum,
was grünend ins Leben geboren,
wirkt nun so müde, verloren,
und Blätter welken am Baum.

Doch bist du zu Haus geborgen,
zum Glück ist fern dir der Krieg!
Und all deine kleinen Sorgen
trüben dir nicht den Morgen,
hörst du den Klang der Musik.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Spätsommerabend-Spaziergang

Mild geht hier ein Septembertag zu Ende,
dem es gefiel, in hellem Sonnenlicht
uns doch noch dieses warme Glück zu spenden
als Sühne für vergangenen Verzicht.

Kein Lüftchen kräuselt da den klaren Spiegel
des Teiches, wo ein später Sommer spielt;
am Ufer Enten, deren sanfte Flügel
im Abendschein schon Träumen vorgefühlt.

Hier wird nun Ruhe bald das Tal begrüßen,
feucht auf den Wiesen liegt der Abendhauch.
Mir mag sie den Spaziergang so versüßen,
des Tages Ausklang, schenkt mir Frieden auch.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Septembermilde

Nun gibt es doch dies‘ Licht, dies‘ himmlisch‘ Blau;
September schenkt uns milde Sommertage,
weist ab die müde Regenwolkenschau
und wehrt auch dichter, grauer Nebelplage.

Da darf das leichte Seidenkleid noch punkten,
bevor es tief sodann im Schrank verschwindet.
Und allen die von kühlen Zeiten unkten,
wird jetzt der Wärme Wohlgefühl verkündet.

Zwar ist’s ein Aufschub nur, denn auf den Wiesen
hält Herbstzeitlose sich schon zart bereit,
auch Astern in den Gärten hier begrüßen
im Sternenkleid die dritte Jahreszeit.

Wir seh’n das Spiel gelassen und genießen
das Glück der hellen Stunden, die verfließen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Täuschung

Gefangen im Netz
googeln die Iphone-Fische
und fühlen sich frei.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Träumerei

Wenn zartes Laub die Bäume trügen,
ich wähnte mich in Frühlings Zeiten
und strafte Herbstgedanken Lügen,
denn seidig mild sich Lüfte wiegen
jetzt, da der Sommer will entgleiten.

Wenn Menschenhass hier endlich schwiege,
ich fühlte mich in Friedens Zeiten
und sähe Freude, Glück obsiegen,
denn keine Nachricht künd‘ von Kriegen,
wo Völker sich zu Tode streiten.

Doch lässt der Konjunktiv mich wissen,
hier wird der Wunsch zur Illusion,
bald naht der Herbststurm, und beflissen
packt Holle aus die Nebelkissen,
jagt meinen Frühlingstraum davon.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstnähe

Auf meiner Schulter spür’ ich schon
des Herbstes welke Hand,
stumm fordernd ein sein Pfand,
der Sommerliebe reifen Lohn;
doch noch ich mich entwand.

Verflechte meinen Sehnsuchtsblick
im Blütenbild der Wiesen.
Nach letzter Mahd will sprießen
ein neues, helles Blumenglück
dort wo die Bäche fließen.

Herbst setzt ins Grün bereits den Fuß
und lockt mit Herbstzeitlosen.
Jedoch der Duft der Rosen
im Garten darf als lieber Gruß
des Sommers uns noch kosen.

© Ingrid Herta Drewing