Ermunterung

Du fühlst dich nicht wohl
und igelst dich ein,
denkst dir, dass so hohl
die Anderen sei’n,
die demonstrieren
und revoltieren,
um ihr bisschen Recht
zu verifizieren?

Doch ohne sie wäre
längst tot dieses Land.
Die Freiheit, die hehre,
ins Denken verbannt.
Du musst es doch spüren
und nun registrieren,
um vieles,was schlecht,
nicht zu akzeptieren!

© Ingrid Herta Drewing

Wiesbadens Weinfest

Die Stadt trägt wieder Sommers Kleid,
darf in der Sonne lächeln
und lässt sich, fern der Hitze-Zeit,
nun lind vom Wind umfächeln.

Sie lädt zum Weinfest Gäste ein,
kredenzt in den Pokalen
das Rheingold, besten Rheingau-Wein.
Da mag der Kenner strahlen.

Ein Jubiläum, vierzig Jahr
zählt nun schon Weines Woche,
und Wiesbaden zeigt wunderbar,
was mundet, wie versprochen.

Vom Dom Carillon-Spiel erklingt.
Die Turmuhr zeigt die Stunde,
die man hier froh genießt, beschwingt,
gesellig in der Runde.

© Ingrid Herta Drewing

Hoffnung auf Sommer

Der Regen tröpfelt hin und wieder;
kühl ist es, und kein Vogel singt.
Vorbei die Zeit der Sommerlieder,
ist’s das, was der August noch bringt?

Ich hoff‘, der Sommer macht nur Pause
und kehrt zurück mit neuer Kraft;
die Sonnenblumen vor dem Hause
steh’n noch erwartungsvoll im Saft.

© Ingrid Herta Drewing

Rosenblüten

Es zeigt der Rosenstrauch
hier schön in Vielfalt Blüten,
trifft Form und Farbe auch
in jeweils andrer Güte.
Jedoch ihr Duft, der lieblich mild,
weithin des Sommers Luft erfüllt.

© Ingrid Herta Drewing

Sommerspur 2003 -2015

Auch dieser Sommer schreibt sich in Kalender,
steht golden Pate an der Sonnenuhr,
entpuppt sich aber hitzig als Verschwender
und hinterlässt uns seine heiße Spur.

Getreidehalme, gelb, nach Wasser lechzend
und dürre, kleine Körner tragend nur.
Die Wälder glühend unter Bränden ächzend,
zu trocken ist ’s, es leidet die Natur.

So manches Bachbett muss das Wasser missen,
die Quelle tröpfelt, fast ist sie versiegt.
Die Schifffahrt weiß nicht weiter auf den Flüssen,
kaum Wasser unterm Kiel, und sie erliegt.

Der Permafrost und auch die Gletscher tauen,
das lässt uns grübelnd in die Zukunft schauen.

© Ingrid Herta Drewing
–

40 Jahre Wiesbadener Weinfest

Geselligkeit, nicht nur am Sommerabend,
Wiesbaden lädt zu seinem Weinfest ein.
Da darf man sich an Rheingau-Weinen laben,
auch gibt’s manch‘ kulinarisch‘ Stelldichein.

In großer Zahl der Winzer Stände locken,
gut zu verkosten nicht nur Riesling-Wein,
und hoch im Dom Carillon, Klang der Glocken
hell läuten hier des Frohsinns Stunden ein.

Das Rathaus kann nun als Kulisse grüßen
der Bühne, wo manch‘ Künstler unterhält.
Das Publikum sitzt fröhlich ihm zu Füßen,
genießt den Wein und was ihm sonst gefällt.

Sogar das Wetter scheint dem Fest gesonnen,
vorbei die Hitze, Frische hat gewonnen!

© Ingrid Herta Drewing, 2015

Hochsommer

Es werfen auf der Rue jetzt die Platanen,
als sei es Herbst, schon welke Blätter ab.
Auch die versengten Wiesen lassen ahnen,
dass Trockenheit hier herrscht, weil Wasser knapp.

Wo sonst in sattem Grün das Auge weidet,
siehst du Staubteufel tanzen, wenn der Wind
dort ab und zu in leichten Wirbeln gleitet,
und Blätter ihm da raschelnd Partner sind.

Zu heiß, zu trocken, drückend diese Schwüle.
So hatten wir den Sommer nicht ersehnt!
Nun hoffen wir auf Regen und auf Kühle,
damit dies‘ Welken sich hier nicht ausdehnt.

Erstrahlen soll die Rue in frischem Grün,
wenn wir von dort aus hin zum Weinfest zieh’n.

© Ingrid Herta Drewing, 2015

Abend im August

Der Abend senkt nun blinzelnd seine Lider,
von ferne nur noch Fluggeräusche grummeln
und wo sich sonst Insekten summend tummeln,
dort schließen sich die Blüten sorgsam wieder.

Die Sonne, fast im Wolkenbett versunken,
zum Abschied rötet sie den Himmel nun.
Es geht der Tag jetzt, der so sonnentrunken
sich vormals zeigte, um sanft auszuruh’n.

Bald naht die Nacht auf ihren dunklen Schwingen,
lässt nur dem Silbermond die lichte Bahn.
Er darf im Chor der Sterne Solo singen,
und Schnuppen fallen leuchtend, Wünsche-Wahn.

Und mag sich heute Nacht auch mancher Wunsch erfüllen,
des Menschen Sehnsuchtsträume sind wohl nicht zu stillen.

© Ingrid Herta Drewing

Sommermorgen

Es geht die Nacht,
in heller Harmonie
der Tag erwacht,
befreit aus Agonie,
will nur dem Lichte frönen.

Die Amsel singt,
und ihre Melodie
in Lüften schwingt,
als solle sie nur hie
den Sonnenaufgang krönen.

Der Rose Duft,
der Milde Sinfonie,
erfüllt die Luft,
und es vermag wohl sie,
uns lieblich zu verwöhnen.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Porzellanhochzeit

Heut jährt sich Euer Hochzeitstag.
Nun sind’s schon zwanzig Jahr‘,
zweimalig Rosenhochzeits-Zeit!
In liebender Gemeinsamkeit
habt Ihr erfahr’n als Paar
des Lebens Stürme Seit‘ an Seit‘.

Heiß war er im August, der Tag,
und doch so hell und klar!
Die Braut, so zart im weißen Kleid,
der Bräutigam, ihr stolz Geleit,
ein schönes, gutes Paar!
Wir Gäste sahen’s ohne Neid.

Und heut, an Eurem Ehrentag,
da stehn, wie wunderbar,
drei Kinder vor Euch, dankbereit!
Familienglück,in heut’ger Zeit,
Ihr lebt es, was so rar,
seid füreinander da!

An diesem, Eurem Jubeltag
woll’n wir das Glas erheben
Fern sei Euch Kummer, Sorge, Plag,
viel Freud‘ es für Euch geben mag
auch fürderhin im Leben!
Gott schenk Euch seinen Segen!

© Ingrid Herta Drewing,2015