Archive for the Category Frühling

 
 

Vorfrühling

Hoch in den Norden sind sie umgezogen,
des Winters Frost und auch sein Nebel-Tross.
Vorbei die Zeit des Frierens, kalter Füße!
Wo jüngst, zu Eis erstarrt, kein Wasser floss,
sind jetzt die Enten, Schwäne hingeflogen.

Es naht der Frühling nun auf schnellen Schwingen;
der Bäume und der Büsche Knospen schwellen.
Frühblüher auf den Wiesen leuchtend grüßen,
und munter gluckern Bäche; aus den Quellen
die Wasser hell und klar und frisch entspringen.

Der Sonnenbogen steigt, es wachsen Tage;
in ihrem Licht die Vögel zwitschern, singen
die Sehnsuchts-Liebeslieder, jene süßen.
Die Amsel darf das Abendständchen bringen.
Vorbei ist nun der Nebelkrähe Klage!

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Frühlings- Begegnung

Da war ein Klang, ein Bild, ein zartes Schauen.
Gedanken, Farben fanden sich im Lied,
und Laute, Takte, sanftes Silbenbauen,
der Worte Rhythmen schenkten dies‘ Vertrauen,
dass Poesie in Sinn und Seele zieht.

Es schien die Freude hell ins Herz zu dringen.
Sie führte hin zum Licht den müden Tag,
und in den Lüften ließ ein leises Schwingen
den Frühling heiter Blütenlieder singen.
Nun endete des Winters Nebelplag‘.

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Februar-Impressionen

Kein Winter, kaum
traf Schnee auf Wiesen, Felder.
In diesem Jahr
blieb hier die Kälte aus.
Kein weißer Flaum,
nur Nebelhort die Wälder.
Der Frost, uns fern,
er weilt im Nordpolhaus.

Die Amsel singt,
auch Störche sind schon da!
Der Südwind trug
sie her auf sanften Schwingen.
Schneeglöckchen klingt,
verspricht, dass Frühling nah‘.
Kein falscher Trug,
er wird bald blühen, singen!

© Ingrid Herta Drewing, 2014

Frühlings-Fracht

Es zieht ein weißes Wolkenschiff
in Himmels Blau dahin
und schwebt so leicht, kein Bergesriff
nimmt ihm den Richtungssinn.

Den Frühling führt es mit an Bord;
sanft trägt des Südens Brise
im Sonnenlicht die Wolke dort
hoch über Wald und Wiese.

Schneeglöckchen läuten hier im Tal,
auch Krokusgrüppchen sprießen,
wo unlängst noch im Nebelfahl
nur Krähen wollten grüßen.

Süß flötet schon der Amselhahn
sein schönes Liebeslied.
Ich fühle mild den Frühling nah’n
und froh wird mein Gemüt.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Ver-rückte Jahreszeiten

Kein Winter war, ein Frühling ist
zartmatt zu uns ins Tal gekommen.
Die Sonne rar, des Nebels Frist,
das Grau,es ward noch nicht genommen.

Da fehlt dir klar das helle Licht
und mit ihm deutlich die Konturen.
Verwischt, was wahr;es zeigt sich nicht
der grüne Glanz auf Wäldern, Fluren.

Verkümmert zarte Blümchen schauen
hier aus des Vorjahrs welkem Laub.
Dem Frühling schenke kein Vertrauen,
an Winters Spielchen da noch glaub‘!

Befürchte gar, dass er im März
sich meldet kalt mit Frost und Schnee
und Lenzes Schar als bösen Scherz
erklärt, sie sei nun längst passe´.

Ist ’s Klimawandel, der bewirkt
dies‘ Jahreszeiten-Einerlei?
Hat unser Handeln hier verwirkt
des Winters klares Konterfei?

Wir sollten jedenfalls bedenken,
dass wir vernünftig walten nun,
nicht schädlich noch durch unser Lenken
dem Wetter-Wirrwarr Vorschub tun!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingshoffnung

Ein zartes Schimmern,dort die Morgenröte!
Am Horizont erwacht ein neuer Tag
und weckt den Wunsch, die Jahreszeit nun böte
ein klares Bild, das freundlich, auch behag‘.

Zu lange lag im Nebel unsre Welt;
Gesang und Farbentöne fast verklungen,
als habe wer die Sonne abbestellt,
da kaum ein Strahlen zu uns durchgedrungen.

Doch nun erwacht im Licht erneut dies‘ Hoffen,
dass mit dem Nebel Traurigkeit entfliehe,
die Türen, Fenster lüden, wieder offen,
den Frühling ein, der hell und mild einziehe.

Und lieblich in der Blüten leichtem Kleid
beglücke uns Natur, halt‘ Freude hier bereit.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingsahnen

Es heben sich die Tulpen-Spitzen
grün aus der Erde braunem Grund;
und über Asphalts Winterritzen
des Löwenzahnes Sternenrund.

Das drängt nun alles hin zum Licht
sucht nach des Frühlings milder Süße.
Im Park versammelt, dicht an dicht,
der Krokusgrüppchen zarte Grüße.

Die Amsel singt hell voller Lust
hier lieblich ihre Flötenlieder;
und auch von dir weicht Frostes Frust,
kommt endlich doch der Frühling wieder.

© Ingrid Herta Drewing

Unzeitgemäß

Schon zeigen sich des Haselbaumes Kätzchen,
obwohl Kalender noch von Winter spricht.
Doch fehlen zum Bestäuben jene Schätzchen,
die Bienen; ihnen schmeckt das Wetter nicht.

Sie träumen noch bei ihren Honigwaben
von Licht und Wärme, milder Frühlingszeit,
wenn Bäume,Wiesen ihrer Blüten Gaben,
den Nektar, für sie halten auch bereit.

Und wir um Weihnachts-Winterschnee betrogen,
befürchten, dass im März die kalte Macht,
der Blütenpracht, mal wieder nicht gewogen,
ein frostig Schneekleid wirkt in dunkler Nacht.

© Ingrid Herta Drewing

Winter-Fastnacht

Fast schon vorbei der Januar;
wie schnell die Zeit entflieht!
Es zeigt hier bald der Februar
sein närrisches Gemüt.

Der Narren fünfte Jahreszeit
ist jetzt schon voll im Schwange.
Der Winter trägt sein Schneemann-Kleid
und lässt den Frühling bangen.

Der hatte sich jüngst sanft gerührt,
ließ gar die Knospen schwellen.
Nun wird er grob zurückgeführt,
der Kälte Hunde bellen.

Noch zeigt der Winter hier im Land
sein eisig‘ Regiment,
behält es bleich und kalt als Pfand
mit frostigem Talent.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Tulpen

Ich seh’ dem Leben gern beim Wachsen zu,
und Tulpen mir erlauben dies seit Tagen.
Zur Rettung vor dem Frost ins Haus getragen,
sie keimten auf, nun wachsen sie im Nu.

Schon blicken aus dem grünen Blätterbette,
geschlossen noch, die Blütenkelche rot.
Es ist, als ob sie wer gerufen hätte
und sie sich reckten zart, vom Licht umloht.

Drei kleine Tulpen nur im Blumentopf,
jedoch sie können mir die Hoffnung geben,
das Glück und Freude selbst dem ärmsten Tropf
beschert sind durch die Kraft, die schenkt das Leben.

Nun warte ich noch einen Tag verhalten,
erlebe sie in leuchtendem Entfalten.

© Ingrid Herta Drewing