Archive for the Category Frühling

 
 

Frühlings Erwachen

Und endlich haben Frühlings zarte Hände,
ein sanfter Regen Erde hier berührt;
nun sprießt und wächst es, blühend ohne Ende,
von Sonnenlicht in warmem Gold gekürt.

Als hätte sie den Winter nie gekannt,
der doch noch herrschte eisig hier vor Tagen,
erglänzt im blühenden Perlmuttgewand
nun der Magnolie rosaweißes Wagen.

Im satten Gelb Forsythien hell erstrahlen,
und blaue Teppiche, der Szilla Sterne,
sich in das Wiesengrün des Parkes malen,
wo kleine Gänseblümchen kuscheln gerne.

Die Amsel lässt ihr lieblich Lied erschallen,
verkündend uns des Frühlings Wohlgefallen.

© Ingrid Herta Drewing

Warten

In Washington blühen die Bäume,
in Calgary fiel frischer Schnee;
wir hegen im Regen die Träume
von Frühling und Wiesenklee.

Erhoffen die Rückkehr der Schwalben,
der Obstbäume blühendes Glück;
doch noch greift ins Grau allenthalben
hier sehnsüchtig nur unser Blick.

© Ingrid Herta Drewing

Dornröschen-Schlaf

Es singen keine Vögel,
verlassen liegt das Tal,
kein Wind, kein Sonnensegel,
nur grauer Wolken Qual.

Des dunklen Waldes Schweigen
fügt klanglos sich, fast mild,
dem Tann von jeher eigen,
ins grün begrenzte Bild.

Wo bleibt des Frühlings Jubel,
der hellen Tage Licht,
der Vögel Zwitscher-Trubel?
Gelähmt, hier herrscht Verzicht.

Als hätt‘ ein Zauber böse
die kleine Welt verflucht,
bis sie der Lenz erlöse,
der irrend nach ihr sucht.

© Ingrid Herta Drewing

April-Appell

Die Sonne blickt heut‘ golden aus dem Blau,
probiert bereits das helle, leichte Kleid,
damit, wenn Südens Lüfte wehen lau,
sie passend hier erscheint zur Frühlingszeit.

Wir Menschen geh’n hingegen warm gekleidet;
es bläst ein kalter Wind noch aus Nord-Ost.
Des Winters Rückkehr, der das Osterfest uns neidet‘,
bedachte uns sogar mit Schnee und Frost.

Jetzt lechzt nach Lenz hier alles, was will leben,
nach Wärme, Blütenduft und Gärten Zier.
Es mögen unsre Sänger bald einschweben
und künden lieblich auch von Frühling hier!

April, es reicht!Von plumpen Winterscherzen
erfuhren wir wohl schon genug im Märzen!

© Ingrid Herta Drewing

Frühlings Spur

Der Duft der blauen Hyazinthen
hier zeichnet sanft des Frühlings Spur,
wird trotzen nun des Winters Finten,
verjagen ihn aus Wald und Flur.

Er naht mit seinen milden Lüften,
mit Blumenflor und Vogelsang,
mit hellen Liedern, Blütendüften
und Sonnenschein,bald tagelang.

Auch uns lässt Lenz da froh erleben,
das zarte Glück, fern Winters Weh;
wir dürfen schauend uns verweben
in Hoffnungsgrün und Blütenschnee.

© Ingrid Herta Drewing

Vorfrühlingsmorgen

Die Luft so seidenweich
und doch erfrischend, klar,
ein Tag, der Sorgen bar,
aus jenem sanften Reich
des Frühlings, der uns nah’.

Noch ist ’s ein zartes Regen.
Das Leben scheint gewillt,
aus stillem Erdenbild
sich grünend zu bewegen;
es keimt und knospet mild.

Der Ringeltaube Flehen,
das dunkel, kehlig klingt,
im Morgen zärtlich schwingt,
lässt uns schon träumend sehen,
was bald der Frühling bringt.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsruf

Ja, mögest du auf Zephirs Schwingen gleiten
zu uns und wehren Winters kalter Hand!
Wir hoffen doch auf dich, dass du beizeiten
hier Eis und Schnee schickst schnell aus diesem Land.

Was säumst du noch so lange dort im Süden?
Auch wir bedürfen deiner milden Luft,
sind dieser eiseskalten Tage müde
und sehnen uns nach Wärme, Blüten, Duft.

Wir warten hier auf dich, die Vogelscharen,
die uns bei Winters Rückkehr jüngst verlassen,
sie mögen mit dir kommen, ihre klaren
und hellen Lieder hier erschallen lassen!

Es nennt auch der Kalender deine Pflicht;
so schwing dich endlich auf, vergiss uns nicht!

© Ingrid Herta Drewing

Frühling am See

Hell glänzend spielt das Licht hier auf dem See,
ein Glitzer-Tanz von tausenden Brillanten.
Die Sonne gleißend strahlt aus ihrer Höh‘
und weckt den Frühling auf in unsren Landen.

Schon recken, strecken sich der Weide Kätzchen;
so wohlig warm ist’s nun im Sonnenlicht.
Den Bienen bieten sie ein weiches Plätzchen,
das ihnen üppig Pollenglück verspricht.

Und sanft ein Schwanenpaar zieht seinen Bogen.
Dies‘ zarte Frühlingsbild ist mir vertraut;
dem Pas de deux der Liebe wohl gewogen,
hab‘ ich es lächelnd jedes Jahr erschaut.

Erlebe wieder hier mit allen Sinnen
des Lebens zauberhaftes neu‘ Beginnen.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsfern

Hier hält ein eiskalter Morgen
gefangen der Freude Licht;
im Wolkengrau, tief verborgen,
verhüllend das klare Gesicht.

Verstummt auch das Lied,das süße,
das sonst im Frühjahr erklang.
Der Krähen krächzende Grüße
verhallen noch winterbang.

Und dünnfingrig greifen Bäume
mit matten Zweigen ins Grau;
kein reges Knospen, nur Träume
von blühender Frühlingsschau.

© Ingrid Herta Drewing

Ostermontag 2013

Als öffne sanft sich eine Blüte,
so strahlt die Sonne in den Tag.
Der Morgenröte warme Güte
ihr Lächeln uns nun schenken mag.

Es lässt, obwohl noch winterkalt,
der Ostermontag Schönes ahnen,
die Zaubernuss in Blühgestalt
hisst rosafarben ihre Fahnen.

Befreit streift hier mein Blick ins Weite,
beschirmt von Himmels lichtem Blau,
entdeck‘ ich Frühlings zart Geleite
im Park: des Krokus‘ Farbenschau.

Und weiß, lang wird es nicht mehr währen,
dann klingt beschwingt auch hier die Welt,
wenn singen zu des Frühlings Ehren
die Vögel, denen es gefällt.

© Ingrid Herta Drewing