Archive for the Category Besinnliches

 
 

Herbst-Pantun

Es schenkt der Herbst der Landschaft neue Farben,
der Birke Blätter, glänzend goldne Seide.
Der Mensch erfühlt, der Herbst lässt ihn nicht darben,
genießt die Farbgesänge, Augenweide.

Der Birke Blätter, glänzend goldne Seide,
ein blauer Himmel bildet den Kontrast.
Genießt die Farbgesänge, Augenweide,
befreit hier von des grauen Alltags Hast!

Ein blauer Himmel bildet den Kontrast.
Wie schön dies’ Farbenspiel in Gärten, Wäldern!
Befreit hier von des grauen Alltags Hast,
ruht froh der Blick auf  reicher Ernte Feldern.

Wie schön dies’ Farbenspiel in Gärten, Wäldern!
Der Mensch, er fühlt, der Herbst lässt ihn nicht darben.
Froh ruht der Blick auf reicher Ernte Feldern.
Es schenkt der Herbst der Landschaft neue Farben.

© Ingrid Herta Drewing

Feierabend

Und früh versinkt die Sonne hinterm Haus,
noch ganz vertieft ins Spiel der langen Schatten.
Ein heller Herbsttag klingt nun leise aus,
sanft hier im roten Abendschein ermattend.

Dich zieht es heimwärts, wohlig am Kamin
willst du den Feierabend ruhig verbringen.
Behutsam glättet, mögen Sorgen flieh’n,
ein müder Vogel die gestressten Schwingen.

Hältst inne, lässt dich von Musik beseelen.
Was noch zuvor bedrückte, die Querelen
entschwinden weit, als gäbe es sie nie.

Du fühlst, wie dich der Klang, die Melodie
entführen in den Raum der Harmonie
und nichts vermag dir nun dies’ Glück zu stehlen.

Ingrid Herta Drewing

Schwanenpaar

Versonnen
stand ich am Gestade;
die Wellen kräuselten den See.
Ich fühlte Abendwindes Gnade
und sah, wie Schwäne,
weiß wie Schnee,
gemeinsam ihre Bahnen zogen,
so unbeirrt zu zweit, entrückt,
als habe sie des Lebens Bogen
als Paar schon in die Welt geschickt.

Sie schwanden bald aus meinem Blick,
sich lösend sanft im Abendrot.
Erinnernd dachte ich zurück,
an dich,
den Sommer,
unser Boot.

© Ingrid Herta Drewing

Schlechte Nachrichten

Ein trüber Tag erwacht mit Sorgenfalten,
die neueste, schlechte Nachricht, wie bestellt.
Der letzte Rettungsschirm hat nicht gehalten.
Schon wieder ein Taifun! Verheerend walten
Erdbeben, wütend, auf dem Dach der Welt.

Da möchte man sich matt das Frühstück schenken;
das Schlimme hier, so scheint es, wächst behände.
Doch solltest du Vergangenes bedenken,
als nah am Abgrund man auch musste lenken,
Zitterpartien, und dennoch gutes Ende.

So trinkst du deinen Tee im Gottvertrauen,
dass er es noch erträglich werden lässt,
beginnst damit, dich seelisch aufzubauen,
kannst wieder freudig in den Garten schauen,
wo nun der Herbst beginnt sein Farbenfest.

© Ingrid Herta Drewing

Herbstermunterung

Da geht sie hin, die helle Zeit,
als offen standen Fenster, Türen;
und auch das leichte Seidenkleid
darf wohl den Sommer nicht mehr spüren.

Nach innen kehrt sich bald das Leben,
wenn es vor Kälte, Nebel flieht
und, um die Stimmung anzuheben,
gemütlich, warm sein Nest versieht.

Und sollten draußen Stürme toben,
so ist ’s doch heimelig am Herd.
Geselligkeit ist da zu loben,
denn Frohsinn hat sich stets bewährt.

Auch in der trauten Zweisamkeit
hält man einander lieb, gekuschelt,
erträgt die Unbill kühler Zeit,
wird manches auch dabei verwuschelt.

Und solltest du alleine sein,
musst du nicht gar vereinsamt leben.
Ein gutes Buch, Musikklang, rein,
das Internet soll’ s auch noch geben.

Verbindung halten, wie ’s gefällt;
beim Fernseh’n, Talkgast in der Runde,
erfährst du aus der ganzen Welt
wohl auch die allerneueste Kunde.

Da ist der Fortschritt doch zu preisen,
der es, wenn wir sind immobil,
uns noch erlaubt, weit zu verreisen,
und sei ’s nur der Gedanken Spiel.

© Ingrid Herta Drewing

Frühherbst im Park

Ein goldner Herbsttag, blaue Mittagsstille,
ich weil’ im Park, im Schatten hoher Bäume,
die sanft verschenken ihrer Früchte Fülle,
als Abschiedsgaben aus des Sommers Räumen.

Nun rascheln sie herab, die braunen Früchte:
Kastanie, Ecker, Eichel, Haselnuss.
Das Eichhörnchen frönt hurtig Sammelsüchten,
sein Wintervorrat ja noch wachsen muss.

Es hüpft von Baum zu Boden, Ast zu Ast,
rotbraunes Wuseln gilt den Ernteträumen.
Und ich verfolg’ beschaulich diese Hast,
sein flinkes Klettern in belaubten Bäumen.

Erschaue, wie Natur sich hier gefällt,
des Lebens Spur bewahrend in der Welt.

© Ingrid Herta Drewing

Spätsommersonntag

An einem Tag wie heute, hell und warm,
da möcht’ man sonnenwärts zum Himmel schweben.
Spätsommer nimmt uns zärtlich in den Arm
und schenkt uns einen Sonntag, reich an Leben.

Noch grünen Bäume, leuchten Beerenhecken,
und golden malt die Sonne hier den Tag.
Das Eichhörnchen mag sich nun nicht verstecken,
es sammelt Nüsse dort im nahen Hag.

Auch unser Lobgesang darf schön erklingen,
Licht leuchtet warm durch ’s bunte Fensterbild,
zeigt Gottes Sohn, sich auf zum Himmel schwingend.
Wir singen Benediktus…, andächtig und mild.

Und danken Gott für seine große Güte,
wir bitten, dass er unsre Welt behüte.

Ingrid Herta Drewing

Herbstlich

Der Ventilator wandert auf den Speicher,
hat ausgesummt, er wird nicht mehr gebraucht.
Des Sommers Hitze, sonst in Jahren reicher,
vor ein paar Wochen hat sie ausgehaucht.

Nun blickt der Frühherbst morgens kühl ins Fenster.
Die Sonnenuhr zeigt an die Stunden spät,
weil grau der Nebel Spinnenkleidgespenster
dir in das sanfte Licht des Tages sät.

Es glühen leuchtend rot die letzten Rosen,
die Kraniche, laut rufend, südwärts  ziehen.
Von Abschied künden auch die Herbstzeitlosen;
und du, du würdest gar zu gern entfliehen.

Doch bleibst du, hältst dein Haus hier wohl bestellt,
sorgst für das kleine Glück in deiner Welt.

© Ingrid Herta Drewing

Lebensfrage

Das Leben ist ein Werden und Vergehen.
Wer kennt das Ziel, das Ende seiner Spur?
Aus Dunklem kommend, leuchtend hell entstehend,
so flammt es auf ringsum in der Natur.

Wir Menschen sinnen, wollen es verstehen,
entschlüsseln viele seiner Rätsel kühn.
Doch dem Warum, Woher genügt kein Sehen,
wir bleiben blind in unserem Bemühen.

Je mehr wir wissen, desto minder wird uns klar,
warum nicht nichts hier ist und Anfang war.
Da sind wir ahnungslos wie zahme Tauben.

Doch Urvertrauen, uns seit Kindheit offenbar,
schenkt die Gewissheit, dass vor allem ist und wahr
der Gott der Liebe, Christ, an den wir glauben.

© Ingrid Herta Drewing

Sonnenuntergang

Wie sich der Abend in den Himmel schreibt
mit rosaviolettem Wolkenrot!
Die Sonne, die im Westen sinkt, noch bleibt
ein Weilchen glühend hier und  flamm’umloht.

So geht in einem Feuerzauber über
des Tages Bläue in die Sternennacht,
wo nun, da Sonnenuntergang vorüber,
des Mondes Helle Silberglanz entfacht.

Obgleich der Anblick mir ist wohl bekannt,
erschaue ich ergriffen, wie Natur
hier wieder zeigt, gestaltend über Land,
dass sie ist allem Schönen auf der Spur.

Womit sie unser Leben reich erfüllt,
wenn auch ihr zart’ Geheimnis bleibt verhüllt.

© Ingrid Herta Drewing