Ostermontag, 22.04.19

Ein Tag frühsommerlich, Glyzinien blühen,
verströmen ihren lieblich feinen Duft
und eifern mit des Himmels Blau,das Glühen
der Sonne golden wärmt die klare Luft.

Da wähn‘ ich mich im Mai, nicht im April,
kann leicht gekleidet nun im Park spazieren,
der hell ergrünend mir gefallen will,
beglückend auch der Vögel Jubilieren.

Es schenkt Natur zum Fest ein Auferstehen,
erneuert’s Leben meiner kleinen Welt.
Da mag ich ahnen, hoffen und verstehen,
dass Freude, Liebe alles hier erhält.

Und stimme froh ins „Resurrexit ein,
in Christi Obhut sei mein menschlich Sein!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Frohe Ostern!

O stern ist das Fest des Lebens.
S ieh, die Frühlingswelt erwacht,
T rägt im Licht des Hoffnung Gebens
E ine wahre Blütenpracht!
R esurrexit, frohes Rufen,
F reude in der Osternacht,
E int und führt auf goldnen Stufen,
S egnet uns im Glauben, sacht,
T ag durch Christi Liebesmacht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Frühlingsglücksgefühl

Das Dasein, unser Leben,
dies Spiel, das hier im Licht
uns als Geschenk gegeben
in innigem Verweben,
es trägt die Zuversicht.

Die frühlingshellen Tage,
der Bäume Blütenlied
vertreiben Trübsal, Plage,
und manche bange Frage
im Glanz der Sonne flieht.

Mir ist, als ob sich schriebe
die Leichtigkeit nun ein
ins Buch des Lebens, bliebe
geborgen; Lächeln, Liebe
es trügen lind und fein.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
Wiesbaden, Marktkirche

Bargeld

Jetzt denkt man dran, das Bargeld abzuschaffen,
es reiche das Giralgeld, sei bequem,
auch nichtig sei dann kriminelles Raffen,
nicht Schwarzgeld könnten horten jene Laffen,
auch geb’s kein Falschgeld, das sei angenehm.

Dies mache möglich, Zeit und Kraft zu sparen,
das Leben werde leicht mit Plastikkart‘;
die digitale Welt, sie zeig‘ die wahren
so vorteilhaften Wirtschaftswege, klaren
Mitmenschen das erschein‘ als rechte Art.

Doch falsch gedacht und auch zu kurz gesprungen,
Bequemlichkeit nimmt Unfreiheit in Kauf:
Totalkontrolle, heimlich aufgezwungen,
die keiner mehr verhindert, Gängelungen
durch die, die dann bestimmen unsren Lauf.

In China kann man es doch schon ersehen,
was digitale Überwachung hält:
Kein Schrittchen kann man unbehelligt gehen,
mit Punktwertung ist schnell der Mensch versehen,
vom Staat sortiert, er funktioniert im Feld.

Wenn Bargeld gänzlich sollte hier verschwinden,
wär‘ im System auch letztes Freisein hin;
denn wie willst du die Schranken überwinden,
wenn falsche Mächte schalten, unterbinden,
dass du noch existierst nach deinem Sinn?

© Ingrid Herta Drewing,2019

Zuversicht

Jetzt lässt der Lenz die Welt ergrünen,
und Baum um Baum zeigt seine Zier,
dies Leuchten über Wiesenbühnen
vertreibt des Nebels fahles Sühnen,
schenkt schön sich unsren Blicken hier.

Beglückt auch meine Seele, Sinne,
wenn ich verträumt im Park spazier‘.
Ich schaue, halte gerne inne
und ahne, dass ich neu beginne,
denn Hoffnung weist nun Wege mir.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Frühlingsbefreiung

Auch du trugst Schnee in deinen Haaren.
Als dich der Sonne Strahl erfasst’,
erkanntest du die Last von Jahren,
befreitest sorgsam Ast für Ast.

So wird der junge Frühling greifen
ins Herz dir, lässt dich leicht nun gehen.
Wohin auch deine Blicke schweifen,
siehst du das Leben neu entstehen.

Und leise tönt ein zartes Klingen,
wird zum Crescendo, füllt den Raum.
Das Lied, das schlief, beginnt zu singen
in dir, es blüht dein Frühlingstraum.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Gedicht

Nur Worte, die ihr leises Lied mir singen,
Verszeilen, die sich reimen, stimmig finden,
sich kreuzen, schweifen und umarmend binden,
in einer Strophe miteinander klingen;
und dennoch halten sie für kurze Zeit
die kleine Freude für den Tag bereit.

Mal kommen sie daher im grauen Kleide
und klagen, wüten, wollen sich verzehren,
vielleicht sogar satirisch noch belehren,
obwohl sie finden keine grüne Weide.
Und dennoch halten sie für kurze Zeit
dies‘ Hoffen auf Veränderung bereit.

Dann wieder strahlen sie in lichtem Glanze,
geraten ob der Schönheit fast ins Schwärmen,
wenn die Natur schenkt, was den Blick mag wärmen,
ihn einlädt mit dem Farbenrausch zum Tanze.
Und dennoch halten sie geraume Zeit
die Wehmut um Vergänglichkeit bereit.

Nur Worte, doch auch Hauch von meinem Leben,
das mit im Licht der Jahreszeiten schwingt
und schauend seine kleinen Weisen singt,
sich darf dem Lächeln zärtlich hier verweben.
So halten sie wohl noch in meiner Zeit,
dies kleine Glücksgefühl für mich bereit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,2019

Heller Frühlingsmorgen

Sonne lässt den Tag erstrahlen,
Freude fließt in Herz und Sinn.
In des Waldes Kathedrale
Buschwindröschen Sterne malen
weiß in zartes Grünen hin.

Überall des Frühlings Weben;
sieh es wächst in Wald und Flur!
Dieses neu erwachte Leben
wird dir wieder Hoffnung geben
hier in blühender Natur.

Lieblich tönt der Vögel Singen,
hellem Morgen weicht die Nacht.
Dich beglückt dies schöne Klingen,
nimmt dich mit in sanftem Schwingen,
lächelnd ist dein Tag erwacht.

© Ingrid Herta Drewing,2019

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Frühlingsbild

Forsythien quellen übern Zaun
wie leuchtend gelbes Malen.
Jetzt mag sich Frühling endlich trau’n
hell blühend zu erstrahlen.

Lupft täglich auch im Mandelbaum,
im Kirschbaum rosa Blüten;
der Park erwacht zu einem Traum
in lieblichem Behüten.

Da glänzt es hehr; wie schön bestellt,
darf vieles wachsen, streben.
Der Hoffnung Licht beschirmt die Welt,
geschenkt wird neues Leben.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Macht der Kunst

Schreiben gegen das Vergessen,
wenn das Echo schon verhallt‘,
unbekannt auch die Adressen,
und kaum einer mag ermessen,
was geschah in Stadt und Wald.

Auch die Bilder wieder tragen
dorthin, wo in klarem Licht
sie in Farben, Formen sagen,
was man muss zu fragen wagen,
wenn’s an Menschlichkeit gebricht.

Jene Lieder wieder singen,
wenn die Furcht hat eingemummt
alles, was gefiel im Schwingen,
ließ das Leben hell erklingen.
Wieder hören, was verstummt‘!

Ja, es mag die Kunst beflügeln,
was noch liegt in Agonie,
lässt, was man matt, glatt wollt‘ bügeln,
nun befreit von falschen Zügeln,
finden sich in Harmonie.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Kurpark
Walter Wadephul
FLÖTENSPIELER, Bronze, 1965