
Auf Dächern liegt der Sonne heller Schein,
fließt golden nun herab auf die Fassaden,
erreicht die Fenster, trägt den Tag hinein,
lässt uns in ihrem warmen Lichte baden.
Der Blick hinaus sieht zart den Himmel blauen,
wo schon die Mauersegler leichthin schweben,
die früh sich schwangen aus dem Morgengrauen
und anmutig hoch in die Lüfte streben.
Der Ringeltaube dunkles Sehnsuchtsrufen
dringt an mein Ohr; ein Sommertag beginnt
und lockt verheißungsvoll auf seine Stufen,
was grünend wächst, hier lebt und Schönes sinnt.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juli 4th, 2017 | 0 Comments
Category: Sommer | Tags: Dächer, Fassaden, Fenster, Lebensfreude, Mauersegler, Ringeltaube, Sommer, Sonne, Stadt
Nicht nur an Autorentafeln
findet man den Hang zum Schwafeln.
Wo mit Worten man besticht,
werbewirksam was auftischt,
mag man wörtlich gern jonglieren,
und geschickt manipulieren,
sich so flugs in Szene setzen,
auch im Internet vernetzen,
ob mit Schlagwort, mit Bericht.
Nur der Dichter im Gedicht
lasse sich von Dichte leiten.
Will er Bilder, Klang ausbreiten,
frage Muse ihn beizeiten,
ob das Poesie entspricht.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juli 4th, 2017 | 0 Comments
Category: Gesellschaftskritisches, Poetologisches | Tags: Dichtung, Manipulation, Poesie, Schwafeln

Da war ein Klang
ein Zauber zarter Worte,
der zu mir drang
und Sinne, Seele wärmte.
Ein nie gekanntes Streben
erweckte neu mein Leben.
Es löste das Verhärmte,
verbannte Zwang
und fand an klarem Orte
des Dichtens Sang.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juli 3rd, 2017 | 0 Comments
Category: Poesie | Tags: Freiheit, Freude, Klang, Leben, Poesie, Seele, Sinne, Worte, Zauber
„In der Kürze liegt die Würze“,
sagt der Mann, der viele Stürze
hat als kurzen Weg gewählt,
und er fühlt sich so gestählt.
Sie liebt’s wohl, zu mäandrieren,
sich an Ufern zu verlieren,
Gleithang, Prallhang noch im Sinn,
sich dem Fließen geben hin.
Sollten sie sich doch begegnen,
wird ein Wasserfall kurz regnen,
stürzen in des Flusses Lauf,
und löst bald sich wieder auf.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juli 3rd, 2017 | 0 Comments
Category: Beziehungen, Frau, Mann | Tags: beweglich, Fluss, Frau, Kommunikationsproblem, kurz und bündig, lebensfroh, Mäander, Mann, träumend, Wasserfall, wortreich

Ist er auf Brautschau
zeigt sich schlau,der Moorfrosch blau
zu Paarungszeiten.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Foto: Pixabay
Juli 2nd, 2017 | 0 Comments
Category: Fauna, Haiku | Tags: Blaufärbung, Moorfrosch, Paarungszeit, Werbung
Jeder Tropfen fällt als Segen
auf dies dürstend trockne Land.
Bäche, Flüsse trinken Regen,
dort, wo unlängst noch zugegen
nur Geröll und heißer Sand.
Pflanzen dürfen wieder grünen,
Früchte reifen, und es blüht
auf den Wald-und Wiesenbühnen,
wo Natur mag lächelnd sühnen,
was zuvor war fast verglüht.
Mit des Wassers Lebens-Tänzen
wirkt ein Zauber in der Welt.
Auch der See mag nun ergänzen,
was sein Spiegel lässt erglänzen,
Regenbogenspiel gefällt.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juli 2nd, 2017 | 0 Comments
Category: Leben, Licht, Natur, Regen, Sommer | Tags: Allerseelen, Bäche, Blüten, Flüsse, Früchte, Grünpflanzen, Hitze, Regen, Segen, Sommer, Trockenheit, Wasser
Der Sommer strahlt und zieht durchs Land,
verliebt in Wachsen, Werden,
und fördert hier mit warmer Hand,
was fruchten will auf Erden.
Schon glänzen Kirschen rot am Baum,
die Sonne lässt sie reifen.
Das Vogelkind entwächst dem Flaum,
mag durch die Lüfte streifen.
Es schwingt sich auf in Himmels Blau,
beflügelt‘, junges Leben,
und darf dort sanft in klarer Schau
im Sonnenlichte schweben.
© Ingrid Herta Drewing
Juli 2nd, 2017 | 0 Comments
Category: Sommer | Tags: Függe werden, Kirschen, Mauersegler, Reife, Sommer, Sonne
Manchmal lässt mich Denken
sagen kurz und klar,
dass im sich Beschränken
liegt etwas, das wahr.
Mag mit Worten sichten,
Redundanz-Verzicht,
um ganz dicht zu dichten,
fein ein klein Gedicht.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 30th, 2017 | 0 Comments
Category: Poetologisches | Tags: Beschränken, Dichtung, Kürze, Reduktion, Wesentliches

Aus hoher Warte schauen
weit in die grüne Welt
an diesem Tag,dem blauen,
der mir mit Lüften lauen
im Sonnenglanz gefällt.
Wie Spielzeug mir erscheinen
die Häuser, Autos, klein
auf Straßen, Linien, feinen,
die sich im Fernen einen;
ein Silberband der Rhein.
Kein Schiff scheint jetzt zu fahren,
sie liegen dort fast still.
Die Aussicht mag bewahren,
was Illusion im Klaren
als Augenschein erfüll.
So seien mir auch Sorgen
nur minimal bekannt!
An diesem Sommermorgen
fühl ich mich hier geborgen
und schaue weit ins Land.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 29th, 2017 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Rhein | Tags: Aussicht, Burg, Geborgenheit, Groß, Klein, Mittelrheintal, Relativierung, Rhein, Ruhe, Sommer, Sorgen, Weite

In meiner blauen Sehnsucht Kiste
bewahre ich schon lange einen Traum.
Ich schau ihn manchmal an, als müsste
er sanft erwachen; doch dann merk’ ich, kaum
will er sich zur Erfüllung regen,
halte ich schnell, fast scheu, mich wieder fern,
als müsse ich den Zauber hegen,
der ihn umgibt, wie einen fremden Stern.
Denn vieles, was so zart und leise
uns wartend glücklich werden lässt, vergeht,
wenn seine wundersame Weise
im grauen Licht des Alltags nicht besteht.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 28th, 2017 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Traum | Tags: Alltag, Behutsamkeit, Bewahren, Scheu, Sehnsucht, Wunschtraum, Zauber