Es ging dem Laub das Ur verloren,
daran trug Wetters Un die Schuld,
das hatte sich das Boot erkoren,
mit Blitz und Donner schnell geskullt.
Un-Worte treiben auf den Foren,
das Un, es raubt mir die Geduld,
hat sich schon fast mit Heil verschworen,
kaum schenkt der Wald noch Ur die Huld.
Kein Reim erklingt mir in den Ohren,
die nun so un-sanft eingelullt.
Doch Ein im Un-Fall ist geboren:
Ohn‘ Umlaut Ur sein Bild erfullt!
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 24th, 2017 | 0 Comments
Category: Nonsense, Silben, Sprachspielerei | Tags: Negatives, unbotmäßig, Unheil, unschön, Unwetter, Urbild, Urlaub, Urteil, Urwald, Vorsilbe " Un", Vorsilbe "Ur"

Mir war, als würde ich in Träumen wandern,
in einer lichten Welt, die Frieden kennt,
wo keiner neidet, hasst das Glück des andern,
und Freundlichkeit der Taten Amen nennt.
Erwacht erkannte ich die Illusionen,
es fiel die Wirklichkeit da laut ins Schloss,
und düster warfen Krieg und Mörderdrohnen
das Elend in das Land, den Tod im Tross.
Und dennoch will ich mir den Traum bewahren,
die Güte der geschwisterlichen Welt,
wo man dem Nächsten hilft, der strauchelt, fällt,
und die Natur auch hegt in allen Jahren.
Denn nur, wenn wir auch Gutes sinnen, denken,
wird unser Weg uns in die wahre Richtung lenken.
© Ingrid Herta Drewing
Juni 23rd, 2017 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Leben, Licht, Liebe, Sonette | Tags: Drohnen, Friede, Güte, Hoffnung, Illusion, Krieg, Nächstenliebe, Wahrheit, Weg
Das Sommerhuhn sitzt überm Land,
beginnt uns hitzig auszubrüten.
Was uns beschwert,fällt weg als Tand;
erträglich Seide als Gewand,
bevor hier die Gewitter wüten.
Wie sich der Arbeitseifer legt;
der Ventilator lässt uns dösen.
Ermattet man die Siesta pflegt,
die sonst der Mensch des Südens hegt;
auch uns schenkt sie jetzt ein Erlösen.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 22nd, 2017 | 0 Comments
Category: Hitze, Leben, Sommer | Tags: Hitze, Kühlung, Ruhe, Siesta, Sommer, Ventilator


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Verklungen Lieder der Syringen;
jetzt reist der Sommer durch das Land,
lässt Licht aus goldner Sonnenhand
hell über Häusern, Gärten schwingen,
und Wärme glüht als Unterpfand.
Im nahen Park die Linden blühen,
verbreiten lieblich ihren Hauch.
Du folgtest gern der Bienen Brauch,
um diesen Duft tief einzuziehen,
so nasenselig lockt’s dich auch.
Wie der besternten Nächte Milde
bei Windlicht-Tänzen dir gefällt!
Ob dort im Garten, im Gefilde,
auf dem Balkon im Blütenbilde
wiegt zarter Zauber deine Welt.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 21st, 2017 | 0 Comments
Category: Flora, Frühsommer, Licht, Linde, Sterne, Wärme | Tags: Beschaulichkeit, Düfte, Frühsommer, Grünen, Licht, Lindenblüten, Sternennächte, Wärme, Zauber

Alter Samowar,
wohlige Erinnerung.
Tee, ungebeutelt.
© Ingrid Herta Drewing,2017,
Foto: Pixabay
Juni 21st, 2017 | 0 Comments
Category: Haiku & Co | Tags: Geborgenheit, Ruhe, Samowar, Teebeutel

Vom wohl Tradierten mag ich mich nicht trennen
und folg‘ dem Reimen, das ich froh geschaut.
Es reicht, wenn Leser, Hörer das erkennen,
was man in Klang und Bild Gedicht darf nennen,
die Worte, die der Seele sind vertraut.
Wer meint, es sei nur Werk der Epigonen,
zu wenig Neues, Sprache, Stil geschönt,
verkennt, dass dort, wo Träume sprechend wohnen,
mit ihrer sanften Stimme schon belohnen
den Menschen, den die Poesie verwöhnt.
Da braucht es keinen Wirbel, auch kein Rühmen,
nicht einen Preis, von Händlern ausgelost,
noch Medienrummel, der im Ungestümen
für ein paar Tage wird zu Ungetümen.
Es reicht ein Like im Internet, ein Dankes Post.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 20th, 2017 | 0 Comments
Category: Gedichte, Kunst, Poesie, Poetologisches | Tags: Bilder, Buchpreise, Dank, Epigonen, Gebundene Sprache, Gedichte, Kritik, Leser, Mitschwingen, Moderne, Poesie, Reim, Ruhm, Seele, Versmaß

Gleißende Sonne,
des Klatschmohns Feuerblüten
unter dem Ölbaum.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Juni 20th, 2017 | 0 Comments
Category: Flora, Haiku & Co, Pan, Sommer | Tags: Klatschmohn, Mittagsstunde, Ölbaum, Pan, Sommer

Sanft schwingend schweben sie dahin,
die Mauersegler, deren Tanz
uns zeigt des Sommers leichten Sinn
hier in der Morgensonne Glanz.
Als hätten sie des Südens Helle
in ihre Heimat mitgebracht,
die schwarz gefiederten Gesellen
sich zeigen nun in ihrer Pracht.
Wie sie dort hoch am Himmel kreisen,
auch schwirren durch das Häusermeer,
sie sich als Wächter uns erweisen,
ein Schutz vor der Insekten Heer.
© Ingrid Herta Drewing
Juni 20th, 2017 | 0 Comments
Category: Fauna, Frühsommer, Vögel | Tags: Mauersehgler, Sommerboten

Lieb Nachtigall, hör‘, lass‘ dir raten,
verweile hier und flieg‘ nicht fort!
Mach’s wie die Amsel, andre Arten,
die Orts treu sind bei uns im Garten,
und bleibe in Europas Hort!
Denn fern dort in Ägyptenland
kannst du auf Reisen dich nicht schonen.
Als kilometerweite Wand
wurden dort Netze aufgespannt,
damit sich Vogelfang soll lohnen.
Gefangen wirst, gerupft, gebraten,
zuvor die Flügel dir gestutzt.
Der Mensch neigt ja zu rohen Taten,
wird deines Sanges Kunst verraten,
wenn für ihn zählt nur Eigennutz.
Und meistens blickt er ohne Bangen
auf das, was kurz ihm Wohl gewährt;
was zu komplex, in Sicht zu lange,
der Artenvielfalt Welt-Belange,
sie bleiben dabei ungehört.
© Bild u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing
Juni 19th, 2017 | 0 Comments
Category: Fauna, Natur, Vögel | Tags: Ägyten, Artenvielfalt, Nachtigall, Naturschutz, Netze, Vogelfang, Zugvögel

Im Osten blinzelt Sonne ins Gelände,
ein Sommertag erwacht mit blauem Blick.
Der Sonntag ruht noch sanft und hält die Hände,
die sonst geschäftigen, nun still zurück.
Vom Turm der Kirche läuten hell die Glocken,
und mancher Schläfer wünschte sie gern fern.
Doch Gläubigen gefällt’s; wie ein Frohlocken
der Engel ruft es sie zum Haus des Herrn.
Ermuntert, in Bewegung jetzt geraten,
spaziert man durch den Park; des Sonntags Ruh‘
tut gut nach einer Woche Arbeit, Taten.
Man kommt zu sich und hört der Seele zu.
Und selbst dem Atheisten es beliebt,
dass es den siebten Tag, den Sonntag gibt.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nassauer Dom ( Marktkirche)
Juni 18th, 2017 | 0 Comments
Category: Besinnliches, Glauben, Kirche, Sommer, Sonette | Tags: Beschaulichkeit, Glaube, Glocken, Innehalten, Seele, Sommer, Sonntag