Ermunterung

Ich wische mir den Trübsinn aus den Augen,
erfasse klar, was Tagen nun verspricht.
Wo die Vernunft als Richtschnur mir mag taugen,
erwarte ich in Sturmgesängen Licht.

Da heißt es aufrecht gehen, Ziel gerichtet,
den Blick auch in das Dunkel nicht vermeiden,
zu denken, fühlen Leben uns verpflichtet,
nicht stumm ertragen Mensch gemachte Leiden!

Gemeinsam jene kleinen Schritte wagen,
die letztlich doch in etwas Großes münden,
nicht mutlos bei Beginn schon zu verzagen.
Wer glaubt und hofft und denkt, wird Wege finden.

Wenn wir vernünftig, einig uns aufraffen,
gelingt ’s uns, eine bess’re Welt zu schaffen.

© Ingrid Herta Drewing

Auftrieb

Es hat der Sommer seine Zeit bereitet,
lädt ein, in seiner Leichtigkeit zu sein.
Im Grünen sich der Täler Atem weitet,
und Wärme hüllt das Leben wohlig ein.

Nun golden Licht in meinen Morgen schwebt,
verwebt sich mit des Himmels hellem Blau,
ein neues Tagen, Blühen, Singen lebt,
hebt meine Blicke aus dem Sorgengrau.

Schenkt Zuversicht, verleiht der Hoffnung Flügel
und lässt beschwingt mich meine Wege gehen.
Wo Schatten wuchsen kalt am Hang der Hügel,
darf endlich ich die Sonne leuchten sehen.

Und stimme freudig ein in Sommers Lied,
das ringsumher in hellen Tönen blüht.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Sommertage

Der Sommer hält in seinen warmen Armen
geborgen nun die kleine, helle Welt.
Die Wälder rauschen, Heuduft auf den Farmen;
der Himmel leuchtet blau und unverstellt.

Das ist die Zeit der milden Zaubernächte,
und Paare traulich unter Sternen gehen.
Als ob dies‘ süße Lied nur Segen brächte,
lässt sie die Liebe in die Zukunft sehen.

Wer denkt da schon an Herbst? Die Blätter grünen,
und unterm Dach ziehn Schwalben ein und aus.
Die Sonne strahlt, als möcht‘ sie Regen sühnen,
der wochenlang belastet Mann und Maus.

Jetzt wohnt im Haus das Glück, die Fenster offen,
schaut es beherzt hinaus, ein freudig‘ Hoffen.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingsfreude

Des Frühlingsmorgens helle Lieder
erfrischen licht dir Seele, Sinn.
Der Bäume zartes Blühgefieder,
ein duftend‘ lieblicher Beginn.

Der Tag, der hier, so sonnig strahlend,
die Wärme in das Leben bringt
und Fröhlichkeit, die klangvoll malend
im Brautgesang der Vögel schwingt.

Da fühlst du frei dich und geborgen
in der Natur, die sanft erwacht.
Die Hoffnung grünt, an jedem Morgen
die Blütenwelt im Lichte lacht.

© Ingrid Herta Drewing

Frühlingslicht

Forsythien sonnig in den Gärten strahlen,
als ob wer nur chromgelbe Farbe fand,
gespachelt habe auf Kulissenwand
im Überschwange hier in wildem Malen.

Der Frühling war’s, der nach dem Goldgelb rief,
er lässt die Blüten leuchtend hell erglänzen,
kann‘ da in seiner Leichtigkeit kredenzen,
was säumend all zu lang in Träumen schlief.

Nun klingen, singen seine lichten Lieder
in Busch und Baum, im Park, in Wald und Feld.
Das Leben schwingt sich fröhlich lächelnd wieder
in unsre wintermüde, kleine Welt.

Und schenkt uns Menschen dieses Glauben, Hoffen,
es zeige alles sich lebendig, offen.

© Ingrid Herta Drewing

Sinn und Sage

Und Worte klingen sanft aus alten Sagen,
ein fremder Zauber wird mir offenbar.
Die Lieder singen von vergang’nen Tagen
und einer Welt, die gänzlich anders war.

Doch vieles gleicht sich, denn des Menschen Leben
kennt heute so wie damals Freud und Leid.
In Liebe glücklich wie auf Wolken schweben,
die Treue, das Vertrauen im Geleit.

Auch die Gefahren, die noch immer drohen,
die Krankheiten,der Krieg, die Not, der Tod.
Nichts kann bewahren dauerhaft vor rohen,
gemeinen Seiten, falschem Sieggebot.

Nur hin und wieder eine Friedenszeit
trägt rosenschön der Hoffnung helles Kleid.

© Ingrid Herta Drewing

Lebensglück

Wonach man strebt,ist mehr als Wohlbefinden;
wir Menschen wollen auch gern glücklich sein,
versuchen, wenn wir’s haben, Glück zu binden,
im Wahn, dies‘ sei der höchste Wert allein.

Jedoch so flüchtig ist ’s, lehrt uns verstehen,
dass hier im Leben nichts sich halten lässt:
Dem Werden, Wachsen folgt stets das Vergehen;
nichts bleibt beständig, enden wird das Fest.

Und dennoch nähren wir dies‘ süße Hoffen
auf eines kleinen Glückes Ewigkeit
und wünschen uns , dass alle Himmel offen,
fern aller Leiden und Vergänglichkeit.

Bejahen unsres Daseins sanfte Spur,
ein Leben in sich wandelnder Natur.

© Ingrid Herta Drewing

Winterillusion

Nun klöppelt Winter seine zarten Spitzen,
die,raugereift hier weiß die Zweige zieren,
und zarte Blüten, Eis gewirkt, brillieren
auf Fenstern, die sonst klar im Lichte blitzen.

Das Mauergrau der Stadt,im Schnee verhüllt,
so grüßt die Welt, erscheint im Bild nun rein,
als habe sich ein alter Traum erfüllt
und Friede kehre jetzt für immer ein.

Doch weiß ich wohl um diese Illusion,
die meinem Sehnsuchtsblick nur kurz beschert;
sie schleicht sich nach dem Tauwind schnell davon
und zeigt, wie wund die Erde ist versehrt.

Und dennoch halten wir die Frage offen,
dass irgendwann sich auch erfüll‘ dies‘ Hoffen.

© Ingrid Herta Drewing

Sahel

Erwartend das Ufer,
den grünen Schimmer
Hoffnung,
fanden sie
das fruchtbare Tal,
des Flüsschens
blaues Geflüster
im Sande
erstickt,
Wüste.

© Ingrid Herta Drewing

Traumtanz

Es fegt ein kühler Wind durch meine Träume,
das Sonnenfenster scheint schon zugeklappt,
und wo einst Blüten reiften in den Bäumen
hat kahler Winter alles nun ertappt.

Und dennoch wartet da ein zartes Hoffen
auf einen goldnen Tag und Neubeginn,
auch wenn das Leben, winterlich betroffen,
nun langsam fährt auf stillem Fluss dahin.

Noch lässt des Sternes Licht das Lächeln zu,
hell grüßend hier in seinem Sonnenglanz.
Die Träume tragen leichte Flügelschuh‘
und schenken den Gedanken ihren Tanz.

In ihrem Reigen folgen sie dem Wind
dorthin, wo Träume wahr geworden sind.

© Ingrid Herta Drewing,2013