Listiges

An manchen Tagen List hier lauert
und überlegt: Wen soll ich stürzen
ins Unglück,um für kurze Dauer
das Leben tödlich nachzuwürzen?

Doch auch Klein- Amor schalkhaft lächelt,
sucht sich als Ziel sein Lustobjekt.
Die Dame mit dem Fächer fächelt,
sie glaubt, sie sei noch nicht entdeckt.

Und ehe sie sich kann besinnen,
trifft sie sein Pfeil, und Amor lacht.
Sie wird der Liebe nicht entrinnen,
die Venus ihr hat zugedacht.

© Ingrid Herta Drewing

Traumtanz

Es fegt ein kühler Wind durch meine Träume,
das Sonnenfenster scheint schon zugeklappt,
und wo einst Blüten reiften in den Bäumen
hat kahler Winter alles nun ertappt.

Und dennoch wartet da ein zartes Hoffen
auf einen goldnen Tag und Neubeginn,
auch wenn das Leben, winterlich betroffen,
nun langsam fährt auf stillem Fluss dahin.

Noch lässt des Sternes Licht das Lächeln zu,
hell grüßend hier in seinem Sonnenglanz.
Die Träume tragen leichte Flügelschuh‘
und schenken den Gedanken ihren Tanz.

In ihrem Reigen folgen sie dem Wind
dorthin, wo Träume wahr geworden sind.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Dasein

Du weißt, von Stund zu Stunde wirst du älter;
und eines Tages bist du schließlich alt,
so wie’s im schwindend‘ Licht wird immer kälter,
erst Frühling,Sommer, Herbst, dann Winter kalt.

In diesem Kreislauf, dem Vergehen ,Werden,
schwingt auch dein Leben aus auf dieser Spur.
Wie alles hast du deine Zeit auf Erden
im Reich der großen Mutter, der Natur.

So nutze dies‘ Geschenk, die Gottesgabe,
dein irdisch Leben,gib bewusst ihm Sinn!
Sei menschlich,liebe! Weder Gier, noch Habe
bestimme das, was dir gilt als Gewinn.

Damit,wenn du dein Aug‘ für immer schließt,
aufgeht, was du gesät hast,wächst und sprießt.

© Ingrid Herta Drewing

Traumzeit II

Komm,Stille, du Musik der Nacht,
mit deinen sanften Träumen,
auf dass ich, was tags nicht bedacht,
verloren in der Nebel Wacht,
nun nimmer mag versäumen!

Schenk mir die Farben, die im Licht
der Phantasie erblühen,
die Feuer, deren Flammen nicht,
erstickt von Alltags müder Pflicht,
im Aschengrau verglühen!

Gib Kraft mir, Worte, Poesie
und hülle mich in Klänge,
damit des Lebens Harmonie,
der hellen Lieder Melodie
mich führen aus der Enge!

© Ingrid Herta Drewing

Zum Jahresende

Des Jahres Tage sind gezählt.
Der Blick zurück lässt Wünsche offen,
gebiert zugleich das stille Hoffen,
dass Glück im neuen Jahr uns wähl’.

Prognosen gibt es, im Orakel,
da findet mancher seine Sicht.
Noch ahnt er nichts von dem Debakel,
das ihn alsbald nimmt in die Pflicht.

Sylvesterträume in den Lüften;
der Lärm den Dämon dräng’ zurück!
Jedoch in unsren engen Klüften,
wir weben mit an dem Geschick.

So vieles, was wir tun, entscheiden,
ist wichtig, zeigt des Lebens Weg.
Die Gier, den Hass gilt ’s zu vermeiden,
die Liebe sei uns Brücke, Steg!

Dann wird vielleicht das nächste Jahr
auch für uns Menschen wunderbar.

© Ingrid Herta Drewing

Weihnachtswunsch

“Oh, Christkind, du und deine Engel,
wann kommt ihr endlich , bringt den Baum
zur Weihnacht ?” , denkt der kleine Bengel ,
schaut sehnend in den Sternenraum .

“Mein Briefchen hab’ ich schon geschrieben
und alle Wünsche dir genannt…
ob sich die Eltern doch noch lieben,
dir ist das sicherlich bekannt.

Kannst, Christkind, du es vielleicht machen,
dass sie wieder zusammen sind?
Ich wünsch mir sonst nur wenig’ Sachen
nur so ein kleines Bärenkind.

Vielleicht noch eine kleine Schwester,
dann wäre ich nicht so allein.
Am besten sollt’ sie an Sylvester
schon hier bei uns zu Hause sein.

Ich werd’ auch immer artig beten
und waschen meine Hände rein;
mit Wölfchen nicht mehr zanken , treten
und obendrein recht fleißig sein. “

© Ingrid Herta Drewing

Zweiter Advent

Ein Wintertag erwacht im hellen Strahlen
des weißen Zaubers,Schnee fiel über Nacht.
Die Landschaft lockt nun als Motiv zum Malen;
den blauen Himmel krönt der Sonne Pracht.

Fast feierlich umgibt dich diese Stille,
ein Sonntagmorgen, der dir Ruhe schenkt,
lässt innehalten,leichthin dich dein Wille
durch den verschneiten Park zur Kirche lenkt.

Warm leuchten Kerzen, schon das zweite Licht
bereitet uns auf Jesu Ankunft vor,
die jedes Jahr zur Weihnacht neu verspricht,
dass Gottes Sohn uns Menschen auserkor.

Durch Freude, die dies‘ Kind uns schenkt auf Erden,
wird Gottes Liebe uns gegeben werden.

© Ingrid Herta Drewing

Adventsgedanken

Adventszeit ist, es leuchten Sterne.
Die Stadt glänzt, festlich dekoriert,
mit Tannengrün schön ausstaffiert.
Dem Dunkel trotzend, mag man gerne,
dass vieler Lichter Glanz floriert.

Als habe er noch nichts gehört
vom Sparen teurer Energie,
Nachhaltigkeit,Ökologie,
so mancher nun die Nacht beschwört
mit einer Lichtersinfonie.

Ja, würden so die Herzen strahlen,
wie jene Lämpchen hell erglühen,
in Güte, Liebe licht erblühen
und Hoffnung hier auf Erden malen,
damit auch Friede kann einziehen!

© Ingrid Herta Drewing

Hoffnungsfest

Vormals noch ein Tannenbaum,
heute Plastik pur,
und der Kerzen- Lichter-Traum
folgt der Kabelspur.

Sangen wir nicht einst das Lied?
Heut ‚ klingt die CD,
und ein stilles Weh
schleicht sich ein in mein Gemüt.

Umgepolt das Friedensfest,
als Geschenk nur Dinge,
die das Geld erbringen lässt.
Liebe sollte singen!

In der Kirche heil’gem Raum
treff‘ ich dies‘ Zuhaus‘.
Hier löst Glaube sich von Traum,
Hoffnung bleibt nicht aus.

© Ingrid Herta Drewing

Sankt Nikolaus

Mit seinem Schlitten kommt daher,
Sankt Nikolaus beladen schwer,
trägt mühsam schleppend, huckepack
herein nun einen großen Sack.

Und Nico, Sven und auch Klein-Tine,
sie stehen da mit ernster Miene.
Sie sollen singen. Sein Gedicht
soll Sven aufsagen; er kann’s nicht.

Er ist noch so sehr aufgeregt,
sah, in dem Sack hat’s sich bewegt.
Ob darin steckt ein böses Kind?
Doch Niklas lacht, zeigt ’s ihm geschwind.

In diesem Sack sind gute Gaben,
und Sven braucht keine Angst zu haben.
Und auch nicht Nico und Klein-Tine,
sie singen hell mit frohen Mienen.

Denn Nikolaus straft Kinder nicht.
Vor Güte strahlt sein lieb’ Gesicht.
Er kommt durch Schnee und kalte Nacht,
weil ihm das Schenken Freude macht.

© Ingrid Herta Drewing