Archive for the Category Leben

Nur eine sanfte Spur im ew’gen Kreise,
schon spiegelt sich der Herbst im blanken See,
und Wehmut singt mir ihre Abschiedsweise.
Noch fährt der Wind hier durch die Wipfel leise,
und goldgelb glänzt, was vormals grün wie Klee,
nur eine sanfte Spur im ew’gen Kreise.
Doch all zu bald reißt Sturm dort seine Schneise,
lässt Blätter wirbeln, tanzen leicht wie Schnee,
und Wehmut singt mir ihre Abschiedsweise.
Die Kraniche beginnen ihre Reise,
sie ziehen südwärts nun in großer Höh‘,
nur eine sanfte Spur im ew’gen Kreise.
Die Krähe krächzt und bleibt, so auch die Meise.
Im Walde kämpfen Böcke, Hirsch wie Reh,
und Wehmut singt mir ihre Abschiedsweise.
Vergänglich alles Leben, das ich preise,
so sagt auch mir der Herbst einmal: „ Nun geh‘!“
Nur eine sanfte Spur im ew’gen Kreise,
und Wehmut singt mir ihre Abschiedsweise.
Ach könnt ich zaubern, wäre gerne Fee!
© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018
September 18th, 2018 | Abschied, Herbst, Leben, Vergänglichkeit | Tags: Abschied, Blätter, Herbst, Krähen, Kraniche, Meisen, Sturm, Vergänglichkeit | Kommentare deaktiviert für Herbstvillanelle

Des späten Sommers satte goldne Farben
begleitet Himmelblau im Aquarell,
als gelte es, nun nach Frühnebels Darben
im Teich zu spiegeln, was so licht und hell.
Ich schaue und genieß‘ die Augenweide
jetzt, da die Sonne warm im Mittag singt
und leuchten lässt der Bäume Blattgeschmeide,
das sanft noch vor dem Tanz im Winde schwingt.
Wie bald wird ihre Schönheit welk verblassen,
wenn Herbststurm harsch hier durch die Wipfel fegt
und dann an trüben Tagen, regennassen
sich Nebel auf die kahlen Äste legt.
Doch noch erreicht Natur nicht dieses Ziel;
es schenkt der Frühherbst uns sein glänzend Spiel.
© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018
September 7th, 2018 | Frühherbst, Landschaft, Leben, Licht, Wiesbaden | Tags: Aquarell, Blauhimmel, Farben, Herbststürme, Laubfärbung, Licht, Nebel, Nerotal, Schönheit, Sonne | Kommentare deaktiviert für Ende September im Nerotal

Was wäre Leben
ohne Luft und Wärme,
die Tiere, Pflanzen,helles Licht?
Kein sanftes Weben,
keine Bienenschwärme
hier sorgten für die Frucht.Verzicht!
Was wäre Leben
ohne Glauben, Lieben,
ein Dasein aller Hoffnung bar?
Ein eitles Streben,
nur ein Werden, Üben,
und – sähe da Vernunft noch klar?
Was wäre Leben
ohne Kinderlachen,
die kleine Hand, die deine hält?
Dies Gück, gegeben,
lässt dich sorgsam wachen,
schenkt Güte hier in harter Welt.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018
August 29th, 2018 | Leben, Licht, Liebe | Tags: Glaube, Hoffnung, Kinder, Leben, Licht, Liebe, Natur | Kommentare deaktiviert für Lebensfrage

So flüchtig wie die Wolke ist das Leben.
Noch eben schwebend hoch in Himmels Blau,
türmt sie sich auf, Gewitter wird es geben,
was vordem weiß, verschwindet ganz im Grau.
Sich dann im Hagel, Regen zu verschwenden,
bis wieder Sonne hell am Himmel bleckt,
und in den Wassern sich zur Erde wenden,
vielleicht im Regenbogen noch entdeckt.
So wandelt alles sich in stetem Werden
und Enden, hier im Kreislauf der Natur.
Auch wir sind doch nur Gäste hier auf Erden
und hinterlassen unsre kleine Spur.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
Juli 28th, 2018 | Leben, Menschen, Nachdenkliches | Tags: Kreislauf der Natur, Leben, Mensch, Vergänglichkeit, Wandel, Werden, Wolke | Kommentare deaktiviert für Wolkengleich

Der Strohhalm, den man in ein Glas
mit Limonade hat gesteckt,
stand dort erstarrt und fragt‘, was das
wohl sei, was kühl er da entdeckt.
Es strömte kalt um seine Röhre,
auch macht’s die Limonade dünn;
ihm war es, als ob sie verlöre
allmählich ihren süßen Sinn.
Und eh‘ er konnt‘ die Frage klären,
traf noch solch eisig‘ Monster ein,
verdrängt kristallen ihn, verwehren
vermocht‘ er ’s nicht, zu schwach allein.
Das machte ihn doch arg verdrossen,
und er verfluchte fast sein Sein.
Doch als zwei Lippen ihn umschlossen,
fand er erwärmt sich, wieder fein.
Vergessen waren kalte Possen,
er fühlte sich so gut, gesund,
hat freudig nun sein Glück genossen,
ihn koste sanft ein Erdbeermund.
Und sollte Kälte dich umgeben,
vertrau darauf, es wird doch gut!
Auch dich küsst Liebe noch im Leben
und schenkt dir wieder neuen Mut.
© Text: Ingrid Herta Drewing,2018,
© Foto: Pixabay
Juli 5th, 2018 | Erfahrung, Fabeln und Parabeln, Leben, Liebe | Tags: Eiswürfel, Glas, Kälte, Leben, Liebe, Limonade, Lippen, Mut, Strohalm | Kommentare deaktiviert für Strohhalm und Eiswürfel

Unter grünenden Platanen
weilt der Sommer auf der Rue,
schreibt sich Sonne auf die Fahnen
und lässt manchen hoffend ahnen,
dass er brauch‘ kein Parapluie.
Vor dem Kurhaus, dort im Schatten
sitzt ich nah dem Bowling Green,
wo die Brunnen mir gestatten
ein Erfrischen; kein Ermatten
mag so seine Kreise zieh’n.
Und ich träum‘ von alten Zeiten
Kaiser Wilhelm, Belle Époque,
sehe noble Gäste schreiten,
die zur Kur und Kunst geleiten
geschnürte Damen, lang der Rock.
Lob mir mein modernes Leben,
das mir Freiheit hat beschert,
muss nicht fremd bestimmt mich geben,
kann, was mir gefällt, erstreben,
Frau als Mensch geschätzt und wert.
Hoffe, dass dies immer bleibe,
was im Grundgesetz gut steht,
es ein jeder unterschreibe,
Menschenwürde nie vertreibe,
Freiheit nie sei obsolet!
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
Juni 25th, 2018 | Autobiografisches, Leben, Wiesbaden | Tags: Belle Epoque, Bowling Green, Frauen geschnürt, Freiheit, Frische, Gleichberechtigung der Frau, Kaiser Wilhelm, Korsett, Moderne, Römische Brunnen, Sommer, Wiesbaden, Wilhelmstraße | Kommentare deaktiviert für Im Sommer auf der Wilhelmstraße

Ach, all dies Reden, wirkungsloses Worten!
Doch tatenloses Schweigen mag nicht sein,
wenn sich bei uns und auch an andern Orten
das Unheil drohend gräbt ins Dasein ein.
Da muss die Stimme warnend sich erheben,
auch wenn sie, arg ermüdet, traurig spricht,
von dem, was wir verloren schon an Leben
und, was nun noch zu schützen,unsre Pflicht.
Lasst uns bewahren dieser Schöpfung Arten!
Die Schönheit dieser Erde, die im Licht
sich zeigt hier paradiesisch uns als Garten,
den die Natur bestellt, vielfältig, dicht !
Dies Kleinod gilt ’s zu hegen und zu pflegen,
geliehen uns auf Zeit, da wir zugegen!
© Bild u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018
Juni 11th, 2018 | Besinnliches, Erde, Gesellschaftskritisches, Leben | Tags: Artenvielfalt, Diversität, Nachhaltigkeit, Natur, Umweltschutz | Kommentare deaktiviert für Aufruf
Einschlafen soll er, mag noch nicht,
möcht’ bei den andern bleiben.
Sein Bruder, dieses Bleichgesicht,
darf sich dort Zeit vertreiben.
Und da soll Häuptling „Große Zeder“
ins Bett schon, in die weichen Federn?
Er schleicht sich aus dem Wigwam raus
und kundschaftet nun alles aus.
Aha! Erwischt! Sie sehen fern.
Den Film, den sieht er auch recht gern.
Hier hinterm Sessel, gut versteckt,
wird er ganz sicher nicht entdeckt.
„Ach, dies Programm ist gar zu öde!
Ich schalt’ es aus, sonst noch verblödet
der Späher hinter meinem Sessel.
Ich werd’ ihn fangen und gleich fesseln.“
Der Vater schnappt den Häuptling sich,
trägt ihn ins Bett und schimpft doch nicht.
Liest vor von Bären und Schoschonen,
Indianern, die in Wäldern wohnen.
Und langsam holt der Schlaf sie ein,
den Vater und sein Söhnelein.
© Ingrid Herta Drewing
Mai 14th, 2018 | Kinder, Leben, Vater | Tags: Erwachsene, Fernsehen, Indianer, Kind, Liebe, Phantasie, Schlafen, Sohn, Vater | 0 Comments

Der Tag erwacht im Wolkenbett.
Ein frischer Frühlingsregen
benetzt die Pflanzen, so als hätt‘
der Mai gebeten ihn recht nett
um seinen kühlen Segen.
Frühsommer hatte, heiß entbrannt,
den Lenz schon fast vertrieben.
Was schüchtern zart in Blüte stand,
fiel welkend gar von seiner Hand,
und wollt‘ doch Milde lieben.
Jetzt, da der Frühling ist zurück,
schenkt Wasser neues Leben,
bestärkt hier Floras grünes Glück
und rückt die Schönheit in den Blick,
die von Natur gegeben.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018
Mai 10th, 2018 | Flora, Frühling, Leben, Mai, Regen | Tags: Blüten, Flora, Frühlingsregen, Frühsommer, Hitze, Leben, Mai, Wasser, Welken | 0 Comments

Die alten Steine, die dort den Ruinen,
schon fast zerfallen, Festigkeit gewähren –
und hier ein Zelt, das flink die Beduinen
zum Schutz erstellt, dem Wetter gut zu wehren –
Vergangenheit und Gegenwart uns zeigen,
wie flüchtig doch der Menschen Werke sind;
was Hochkulturen einst war wert und eigen,
das schwand, ist nur noch Widerstand im Wind.
Das Dasein, so vergänglich uns gegeben,
ist dennoch hehres Glück in unsrer Zeit.
Wir schätzen es, auf dieser Welt zu leben,
und Hoffnung, Freude sind uns auch Geleit.
Erfüllend mag uns Liebe hier erheben,
doch trägt bereits sein Ziel in sich das Leben.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018
April 13th, 2018 | Besinnliches, Leben, Vergänglichkeit | Tags: Beduine, Dasein, Gegenwart, Glück, Leben, Liebe, Ruine, Sinn, Steine, Vergangeneheit, Vergänglichkeit, Zelt, Ziel | 0 Comments