Archive for the Category Leben
Herbst lässt mit Wehmut fühlen,
dass hier der Sommer schwand.
Der Sanduhr Körner fielen,
und Bäume Phönix spielen
in feurigem Gewand!
Die Jahre mir entgleiten
wie Blätter flugs im Wind.
Es wettert in den Zeiten,
doch Leid und Freude leiten
noch stets das fragend‘ Kind.
Im Sternen-Traum erbeben
darf still es in der Nacht,
um tags sich zu verweben,
pulsierend mit dem Leben,
das auch den Herbst bedacht.
© Ingrid Herta Drewing, 2015
Oktober 7th, 2015 | Besinnliches, Herbst, Leben, Lebensfreude, Licht, Natur | Tags: Herbst, Inneres Kind, Lebensfreude, Lebenswille, Vergänglichkeit, Wissensdurst | 0 Comments
Als sei’s ein Werk aus altem Holzbaukasten,
so Klotz auf Klötzchen, Stein auf Stein,
in das doch kundig Hände fassten
und setzten klare Scheiben ein.
Noch gilt’s zu werkeln, wahrend die Fassade.
Es ward errichtet ein Gerüst,
und traurig grüßt die Balustrade,
wo helles Blühen wird vermisst.
Der Tag der Einheit geht an ihm vorüber,
denn Frankfurt führt den Festakt aus.
Hier herrscht heut Ruh‘, das Gegenüber
führt’s spiegelbildlich auch hinaus.
Verwaist der Schlossplatz, auf den grauen Stufen,
wo werktags Menschen gehen ein und aus,
schweigt nun sogar der Tauben Rufen.
Drei goldne Lilien glänzen hoch am Haus.
Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 5th, 2015 | Besinnliches, Heimat, Leben, Orte, Wiesbaden | Tags: Baumaßnahmen, Festakt, Frankfurt, Morgen, Rathaus, Ruhe, Tag der Einheit, Wiesbaden | 0 Comments
Ja, Tage gibt es, die sich zart entfalten,
wie Rosenblüten sich im Licht bereiten.
Die Sonne wird am Himmel zärtlich walten,
im Abendrot erglühen, sinkend gleiten.
Den Sternen-Mantel darf die Nacht ausbreiten.
Des Mondes Silber fließt auf Stadt und Land,
mag sanft die Schwäne auf dem See geleiten,
und Weiden träumen dort an Ufers Rand.
Da wähnst auch du dich jenseits aller Zeiten,
gebannt von diesem schönen Augenblick,
und deine Seele fühlt die stillen Weiten
des wunderbaren Lebens, irdisch‘ Glück.
Du hörst dein Herz, folgst nicht dem Takt der Uhr,
verzaubert schaust du: Schön ist die Natur!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 2nd, 2015 | Abendstimmung, Erleben, Fauna, Flora, Friede, Geheimnisvolles, Glücksgefühl, Heimat, Landschaft, Leben, Licht, Mond, Natur, Park, See, Sonette, Sonne | Tags: Abendrot, Andacht, Augenblick, Leben, Lebensfreude, Magie, mildeLuft, Naturschönheit, Schwäne, Seele, Silber, Sternennacht, Traum, Vollmond, Weiden | 0 Comments
Es grüßt der Ginkgo-Baum noch sommergrün,
als zeige er uns an sein lang‘ Bestehen.
Jahrhunderte sah er vorübergehen,
und Menschen kamen, gingen; er blieb kühn.
Sehr bald darf er in gelber Seide glänzen.
In hellem Leuchten wirkt sein Blätterkleid,
als komme er, ein Gast aus ferner Zeit,
um seine Heimat China zu kredenzen.
Weithin wird dann sein Bild im Park erstrahlen,
bereichern hier der Bäume Farbenpracht,
bevor der Spätherbst naht und grau mit fahlen,
feucht-kühlen Nebeln webt an Winters Macht.
Wir kennen wohl den Kreislauf der Natur
und schwingen mit auf ihrer sanften Spur.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 2nd, 2015 | Flora, Frühherbst, Herbst, Leben, Licht, Natur | Tags: Am Warmen Damm, Beständigkeit, China, Ginkgobaum, Herbst, Natur, Park, Schönheit, Vergänglichkeit, Wiesbaden | 0 Comments
Ein milder Frühherbst-Tag, am Teich
versammelt sich die Nilgans-Schar.
Auch Enten lockt das Wasserreich,
das immer schon ihr eigen war.
Hier wird oft Futter angeboten,
das zieht auch Tauben magisch an,
und Krähen scheinen auszuloten,
wie man sein Teil sich holen kann.
Meist‘ scheint die Nilgans zu obsiegen,
nur mühsam sich das Teichhuhn nährt.
Wie soll es auch sein Scherflein kriegen,
wenn’s ihm der große Vogel wehrt!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Oktober 1st, 2015 | Fauna, Herbst, Leben, Nebel, Park, Tiere, Vögel, Wasser, Wiesbaden | Tags: Am Warmen Damm, Futter, Krähen, Macht, Nilgänse, Stockenten, Tauben, teich, Teichhuhn, Verdrängung, Wasservögel, Wiesbaden | 0 Comments
Nein,Tod, ich mag nicht in die erste Reihe,
obwohl ich sehe, vor mir wird es licht.
So viele gingen, gehen jetzt; verzeihe,
noch lockt das Leben hier mich in die Sicht.
Schön wäre es, du wartest noch Jahrzehnte,
bis du mich holen kommst, bringst aus dem Tritt!
Der Erde helles Leben, das ersehnte,
es lockt noch immer mich und nimmt mich mit.
So lass mich bitte hier die Zeit noch bleiben,
erbeben in der Jahreszeiten Spur,
um in Gedichten, Bildern zu beschreiben
die schönen, kleinen Wunder der Natur!
Ich weiß, anmaßend klingt sie, diese Bitte:
Lass mich verweilen, zähl‘ nicht meine Schritte!
© Ingrid Herta Drewing,2015
September 30th, 2015 | Besinnliches, Geborgenheit, Herbst, Leben, Lebensfreude, Licht, Natur, Sonette, Tod, Vergänglichkeit, Wünsche | Tags: Alter, Berühmtheiten, Bitte, Freunde, Gedichte, Lebensfreude, Lebenswille, Naturschönheit, reihe, Tod, Verstorbene, wahrscheinlichkeit | 0 Comments
Ein Sehnen wollt‘ in Briefen führen,
so wie es ferne Liebe kennt;
es konnte Herz das Herze rühren.
Obwohl das Leben lief getrennt,
war’n wir uns nah.
Wir würden Rosendüfte spüren,
wie einst in jener Sommernacht,
als wir in liebendem Verlieren
einander waren zugedacht,
das hofften wir.
Als wir uns dann nach Jahren fanden,
erkannten wir die Nostalgie.
Der Jugend Zauber, nun abhanden
gleich einem Schleier, Phantasie
das Bild verlieh.
© Ingrid Herta Drewing,2015
September 29th, 2015 | Abschied, Hoffnung, Jugend, Leben, Liebe, Phantasie | Tags: Ernüchterung, Illusion, Jugendliebe, Liebesbriefe, Projektion, Realität, Treffen, Trennung, Zauber | 0 Comments
Wir, die im Überfluss hier leben,
wo Waren die Regale füllen,
um dem Bedarf stets stattzugeben.
Wir konsumieren und erstreben
stets mehr, das unsre Wünsche stille.
Und wir vergessen meist dabei
die Mühen, die zur Ernte führen,
als seien jene Güter frei.
Das wüste Wegwerf-Allerlei
scheint täglich das zu demonstrieren.
Die Wirtschaft nur nach Wachstum giert,
beziffert Wohlstand zäh in Zahlen,
obgleich der Mensch sich wohl verliert,
wenn er nur auf Vermehrung stiert,
die sich im Kontenstand mag malen.
Doch wäre Demut angebracht
für jede Ernte Dank zu sagen,
dem Schöpfer, der das Leben macht
und über All und Welten wacht,
die Erd‘ zu hegen, zu bewahren!
© Ingrid Herta Drewing,2015
September 23rd, 2015 | Erntedank, Freude, Gesellschaftskritisches, Glauben, Klimawandel, Leben, Licht, Liebe, Nachhaltigkeit, Natur | Tags: Demut, Erde, Erntedank, Glaube, Nachhaltigkeit, Resourcen, Schöpfer, Verantwortung, Wachstumswahn | 0 Comments
Ein himmlisch klarer Tag!
So sonnentrunken,
wie er sich auf dem See
nun spiegeln mag;
und Strahlenfunken
tanzen in die Höh‘,
wo gestern Trübe lag.
Die Birke trägt ein Kleid
aus goldner Seide,
spielt hier die Königin,
ist Herbst bereit;
und ihr Geschmeide
glänzt im Wasser hin
für eine kurze Zeit.
Des späten Sommers Bild
dringt in die Seele,
gleicht einem lieben Blick,
so sonnig mild;
und nichts verhehle
dir jetzt dies kleine Glück,
das wohlig dich erfüllt!
© Ingrid Herta Drewing,2015
September 21st, 2015 | Flora, Frühherbst, Glücksgefühl, Heimat, Landschaft, Leben, Licht, Natur, Sonne, Spätsommer | Tags: Augenweide, BIrkengold, Herbst, Liebe, Naturschönheit, Sonne, Spätsommer | 0 Comments
Auf dem Asphalt ein Aquarell
aus goldnen Lindenherzen.
Der Regen, der als Herbsts Gesell
die Blätter raubte, war zur Stell,
bereit zu rauen Scherzen.
Doch du setzt sorgsam deinen Schritt,
willst nicht das Bild zerstören.
Als teile dir der Baum hier mit,
dass man sein Herzblatt nicht zertritt,
magst du’s als Bitte hören.
Vielleicht erinnert die Natur
dich an dein endlich‘ Wesen,
und du erhoffst, dass deine Spur
erhalten bleib‘ auch, sei es nur
als Bild, das wer wird lesen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
September 20th, 2015 | Herbst, Leben, Pflanzen, Tod, Vanitas, Vergänglichkeit | Tags: Achtsamkeit, Asphalt, Herbst, Herzen, Lindenblätter, Regen, Symbol, Vergänglichkeit, Vorsicht | 0 Comments