Archive for the Category Landschaft
Ein blauer Morgen steigt aus grauem Matt‘,
und weckt die kleine Stadt, die regenmüde
noch gestern träumend sich verborgen hat
und sich nun freundlich zeigt in ihrer Güte.
Die goldnen Türme auf dem Berge leuchten;
das Denkmal einer Liebe, das schön spricht,
sich hell erhebt aus allem Nebelfeuchten,
die Stadt hier überstrahlt im Sonnenlicht.
Am Taunushang im Immergrün geborgen,
mit ihrer warmen Quellen sanftem Hauch
begrüßt Wiesbaden diesen kühlen Morgen.
In Pirouetten tanzt ein zarter Rauch.
Und rostrot ragt am Markt dort hoch empor
der Dom.Zu Orgelklang singt klar der Chor.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Januar 11th, 2015 | Deutschland, Heimat, Landschaft, Licht, Liebe, Orte, Sonette | Tags: Griechische Kapelle, Kochbrunnen, Marktkirche, Nassauer Dom, Taunus, Wiesbaden, Wintersonntag | 0 Comments
Die kahlen Bäume hat der Raureif zart
zur Nacht in weißes Glitzerkleid gehüllt.
Im Sonnenlichte glänzen sie aparte,
ein Wintermärchen, das sich licht erfüllt.
Die Eiskristalle schimmern wie Geschmeide,
als habe kunstvoll eine Hand gewirkt.
Ich steh‘ gebannt vor dieser Augenweide,
erkenne Schönheit, die Natur hier birgt.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Januar 7th, 2015 | Besinnliches, Landschaft, Natur, Winter | Tags: Äste, Bäume, Geschmeide, Raureif, Schimmer | 0 Comments
Das‘ blasse Gesicht
des Tagesmondes im Blau
des Winterhimmels.
Erste Rauchpirouetten
tanzen über den Dächern.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Januar 4th, 2015 | Haiku & Co, Landschaft, Winter | Tags: Mond, Rauch, Stadt, Winter | 0 Comments
Fast lautlos rieselt unaufhörlich Schnee,
als habe wer die Klänge hier verbannt.
Kein Wasservogel watschelt mehr am See,
amphibisch zieht der Winter über Land.
Sogar des Baches helles Gluckern fehlt,
erstarrt, am Wasserfall von Eis verhangen.
Nur tief in seinem Bett er fließt, verhehlt,
dass ihn der Frost hält grimmig, fest gefangen.
Auch in den kahlen Wipfeln, wo die Meisen
noch unlängst munter probten Frühlings-Singen,
da sitzen stoisch Krähen, zwei, ganz leise,
im schwarzen Frack, gefaltet ihre Schwingen.
Die Landschaft liegt und ruht in weißer Stille,
bis sie erneut erwacht zu grüner Fülle.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Dezember 29th, 2014 | Landschaft, Natur, Schnee, Sonette, Winter | Tags: Bach, Eiszapfen, Frost, Krähen, Schnee, Stille, Winter | 0 Comments
Herr Winter war im Park gewesen,
sein Freund, der Frost, stets auch dabei.
Belohnt durch Holles Schneestern-Spesen,
malten sie weiß ihr Konterfei.
Damit man nicht im Eis einbreche,
ward hier die Tafel aufgestellt.
Sie warnt, Betreten dieser Fläche
gefährlich, aus der Haftung fällt.
Jedoch ein zierlich, zartes Wesen,
fast so wie das des Ringelnatz,
das Reh, es konnt das Schild nicht lesen,
fand auf dem Eis des Teiches Platz.
Du fragst dich nun, was es da will,
wenn es zum Eis den Kopf tief neigt,
tagaus, tagein dort steht ganz still
und mit dem Winter wartend schweigt.
Bin kundig, kann es dir verraten;
das Tierchen ward hier installiert,
als eine jener Künstlertaten,
die übers ganze Jahr gastiert.
Die gelbe Bank dort, Name: Made,
von einem Baume perforiert,
ziert leuchtend immer das Gestade,
Kunst mit der Landschaft schön floriert.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Dezember 15th, 2014 | Fauna, Flora, Landschaft, Orte, Winter | Tags: Eisfläche, Gelbe Bank, Kunst, Made, Park, Reh, teich, Verbotsschild | 0 Comments
Das Jahr ist schon weit fortgeschritten.
Nach Süden zog der Vögel Schar,
deren Gesang, so wunderbar,
nun mit dem Sommer uns entglitten,
der im August enttäuschend war.
Oktober konnte uns versöhnen
mit seiner goldnen Farbenpracht.
Als Maler wählte er bedacht,
hat uns in warmen, roten Tönen
die Landschaft zum Geschenk gemacht.
Allmählich schließt der Herbst den Kreis,
lässt des Novembers Nebel steigen,
und von den filigranen Zweigen
schwebt Blatt um Blatt herab, ganz leis,
sinkt tief in winterliches Schweigen.
© Ingrid Herta Drewing,2014
November 12th, 2014 | Herbst, Jahreszeiten, Landschaft, Natur, Nebel, Vergänglichkeit, Vögel | Tags: August, Blätter, Farbenpracht, Herbst, kahle Bäumel, Nebe, November, Wetterkapriolen, Winter | 0 Comments
Der Blätterzier beraubt, die kahlen Bäume,
vereinzelt weilen Krähen im Geäst.
Der Morgen lässt sie matt im Nebel träumen,
vorbei des Frühherbsts farbenfrohes Fest.
Still liegt der See, auf dem die Schleier schweben.
Noch kürzlich sangen Schwäne hier ihr Lied.
Sie zogen fort; mit ihnen schwand das Leben,
und grau die Einsamkeit nun Kreise zieht.
Du stehst am Ufer, sinnend; dir erscheinen
die Bilder und die Stimmung wohl vertraut.
Den späten Herbst beginnend, magst du einen
in Milde, was du sonst als fremd erschaut.
Und nimmst den Abschied nun fast zärtlich hin,
Brahms Requiem singt sich dir in den Sinn.
© Ingrid Herta Drewing, 2014
November 3rd, 2014 | Abschied, Besinnliches, Herbst, Landschaft, Leben, Natur, Nebel, Vergänglichkeit | Tags: Abschied, Brahms, Kahle Bäume, Nebel, Requiem, See, Spätherbst, Tod | 0 Comments
Im Nebel ruht noch still verborgen
das Tal, das sonst so Licht erfüllt
erwachte, wenn der helle Morgen
die Sonnensehnsucht hat gestillt.
Jetzt liegt das Dorf verschleiert da,
sogar des Kirchturms hohe Spitze,
die man sonst schon von Weitem sah,
kann nicht in ihrem Golde blitzen.
Ein matter Schatten die Allee,
die Bäume, kahle Spukgespenster.
Im kleinen Hause dort am See
dringt schwach das Licht nur aus dem Fenster.
Novemberblues, gedämpft hier singt
der Spätherbst nun sein Abschiedslied,
das traurig mit den Nebeln schwingt,
bevor des Winters Weiß erblüht.
© Ingrid Herta Drewing, 2014
November 1st, 2014 | Besinnliches, Herbst, Landschaft, Natur, Nebel | Tags: Grau, Licht, Nebel, November, Sonnensehnsucht, Stille, Winterweiß | 0 Comments
Aus den Wiesen schweben Schleier,
Nebellieder. Abendrauch
hüllt die Weide ein am Weiher,
wo der letzte Silberreiher
wird zum Bild in sanftem Hauch.
So wie zarte Tuschezeichen
in der Ferne Baumkonturen.
Kronen jener Buchen, Eichen,
die bis in den Himmel reichen
über grünen, feuchten Fluren.
Leicht im Abendlicht verschwimmen
sie in goldner Sonnen-Glut,
die sich rötet im Verglimmen.
Und es schweigen laute Stimmen;
stille wird der Wald und ruht.
© Ingrid Herta Drewing, 2014
Oktober 22nd, 2014 | Besinnliches, Herbst, Landschaft, Sonne | Tags: Abendrot, Baumkronen, Herbstabend, Nebel, Silberreiher, Sonnenuntergang, Wiese | 0 Comments
Nun wird es fühlbar kälter, und die Tage
im Nebel und im Dunkel fast verschwinden.
Nur wenn die Stürme wild ihr Spiel austragen,
scheint sich hier noch Bewegung einzufinden.
Als sei sie jenseits jetzt von Raum und Zeit,
verloren ganz im Nirgendwo der Träume,
verliert die Landschaft ihr Konturen-Kleid,
wie Spukgestalten wirken kahle Bäume.
Da schätzt du dein behagliches Zuhause,
fühlst dich geborgen, weil dir Wärme, Licht,
wenn’s draußen dunkelt, doch in deiner Klause
den Schutz vor kalter Unbill fest verspricht.
Ein gutes Buch, Gespräche am Kamin
verscheuchen Trübsinn, lassen Glück einziehn.
© Ingrid Herta Drewing, 2014
Oktober 21st, 2014 | Besinnliches, Herbst, Landschaft, Licht, Natur, Nebel, Poesie | Tags: Dunkelheit, Gemütlichkeit, Kahle Bäume, Konturen, Licht, Nebel, Spätherbst, Spuk. Wärme, ZUhause | 0 Comments