Morgen im August
Ringeltaubenruf
klingt sehnsuchtsvoll ins Weite.
Suche nach Sommer.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Ringeltaubenruf
klingt sehnsuchtsvoll ins Weite.
Suche nach Sommer.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Herbstattitüde,
des Augusts kühler Morgen,
Jacke angesagt.
© Ingrid Herta Drewing,2017

Du glaubst, du hast hier Freiheit, Luft und Licht,
weil Nebel fehlt, kein Smog sich kann ausbreiten,
erkennst nicht deinen täglichen Verzicht
auf Reinheit, lässt vom Augenschein dich leiten.
An heißem, klarem Sommertag die Stadt
erglänzt trotz stetem Schwall der Stickoxide,
und auch Ozon und Feinstaub gibt es satt,
der Autostrom nicht immer ist liquide.
Zwar hat dein Kind schon lange diesen Husten
und auch dein Nachbar, alt, kämpft oft damit,
muss immer stark beim Treppensteigen prusten;
du wunderst dich, was ihn bringt aus dem Tritt.
Das Traumschiff darf mit heiler Welt einlullen.
Doch, wenn solch‘ Kleinstadtschiff im Hafen liegt,
dann wachsen schnell des Abgaswertes Nullen,
du siehst, wie dunkler Rauch zum Himmel fliegt.
So vieles, was wir als bequem empfinden,
weil es den Alltag uns erleichtert, ist
letztendlich schädlich, und wir sind die Blinden,
wenn wir gewähren dem zu lange Frist.
Was uns gefährdet, gilt es zu verändern,
Gesundheit sollte höchstes Gut doch sein,
das von des Dieselmotors Dauerspendern,
auch wenn es teuer, fordert Fortschritt ein!
© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Der Himmel blau, der Morgen kühl,
und Herbst steht vor den Toren.
Vorbei die Zeit, da es so schwül;
Jedoch des Sommers Wohlgefühl
ging uns noch nicht verloren.
Da blüht und duftet es im Garten,
wo in den Rosenhecken
vereinzelt Hagebutten warten,
hier rot den Feuertanz zu starten
in ihren Blattverstecken.
Noch schlafen fest im Stachelbett
die braunen Esskastanien;
kein Sturm sie wachgerüttelt hätt’.
Und auf Frau Sommers Fensterbrett,
da leuchten hell Geranien.
© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Geselligkeit, nicht nur am Sommerabend,
Wiesbaden lädt zu seinem Weinfest ein.
Da darf man sich an Rheingauweinen laben,
auch gibt’s manch‘ kulinarisch‘ Stelldichein.
In großer Zahl der Winzer Stände locken,
gut zu verkosten nicht nur Riesling-Wein,
und hoch im Dom Carillon, Klang der Glocken
hell läuten hier des Frohsinns Stunden ein.
Das Rathaus kann nun als Kulisse grüßen
der Bühne, wo manch‘ Künstler unterhält.
Das Publikum sitzt fröhlich ihm zu Füßen,
genießt den Wein und was ihm sonst gefällt.
Sogar das Wetter scheint dem Fest gesonnen,
vorbei die Hitze, Frische hat gewonnen!
© Foto u.Text /Ingrid Herta Drewing,2017

Ein Regenvorhang rinnt hernieder,
grau ist es, und kein Vogel singt.
Vorbei die Zeit der Sommerlieder,
ist’s das, was der August noch bringt?
Ich hoff‘, der Sommer macht nur Pause
und kehrt zurück mit neuer Kraft;
die Sonnenblumen vor dem Hause
steh’n noch erwartungsvoll im Saft.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal
L uft und Licht
U ns sind gegeben,
F reiheit, Pflicht
T ragen dies Leben.
© Ingrid Herta Drewing,2017

Morgendämmerung,
noch ruht das Leben im Tal,
Tau auf den Wiesen.
Im Lichtatem der Sonne
frische, reine Luft schöpfen.
© Ingrid Herta Drewing,2017

Der Wiesen Pracht im Heu verschwunden.
Doch dessen süßen Duft und Hauch
hab nasenselig ich gefunden
und schätz‘ den späten Sommer auch.
Getreidefelder, golden, wiegen
sich hier in sanftem, mildem Wind;
doch bald erstirbt ihr weiches Biegen,
wenn sie des Schnitters Ernte sind.
Schon zeigen sich des Herbsts Signale,
es zogen jüngst die Schwalben fort,
und Nebel,kühl, mag feucht bemalen
den frühen Morgen nun vor Ort.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Verstehen setzt voraus Verstand,
und Kenntnisse heißt: vieles kennen.
Das Handeln fordert gute Hand,
beim Namen kann man vieles nennen.
Das Schweigen schenkt die Kraft der Stille.
Verschweigen ist meist’ nicht so gut,
denn oft legt ein besorgter Wille
nur neues Holz auf helle Glut.
Was so verbal scheint nah zu liegen,
ist häufig doch einander fern.
Nicht jeder Flügel dient dem Fliegen,
und auch nicht jeder Star ist Stern.
© Ingrid Herta Drewing