Archive for the Category Besinnliches

 
 

Heimkehr

Im Abendrot der Zinnen Silhouette,
ein Schattenriss, dem Auge wohl bekannt.
Der Kindheit, Jugend lieb vertraute Stätte,
oh, dass man sie doch nie verlassen hätte!
Noch immer grüßt der Leuchtturm dort am Strand.

Erinnerungen flackern auf, es schwelen
die alten Feuer, ihre warme Glut,
die Bilder, die die Zeit schien zu verhehlen,
lebendig sich in Seel‘ und Sinne stehlen,
und du erfühlst sie, sagst : „ Es war doch gut!“

So schnell vergingen jene goldnen Jahre.
Nun streichst die Segel du im Abendwind
und weißt geborgen dich, bist dir im Klaren,
dein Boot darf in den Heimathafen fahren,
dorthin, wo alles seine Ruhe find‘.

© Ingrid Herta Drewing

Traum

Mir träumte schön von einem Garten,
gar reich erfüllt von Blütenduft,
wo singend bunter Vögel Arten
erheben leicht sich in die Luft.

Dort äsen Rehe auf der Wiese,
ganz ohne Scheu, doch elegant,
und alter Bäume grünes Sprießen
schenkt Schatten dort mit milder Hand.

Und Menschen wandeln zeitlos, heiter,
ihr Lächeln von der Liebe spricht.
Sie sind des Glückes Wegbereiter
und fürchten Tod und Stunde nicht.

Es scheint, sie haben längst vergessen
dies’ irdisch Los, auch Müh und Plag,
so sanft sind sie, von nichts besessen,
was ihren Geist zu lähmen mag.

Sie singen, und sie musizieren
und widmen sich der Poesie.
Die Zeit im Schönen zu verlieren,
ist ihres Liedes Melodie.

Und unter Sternen traulich leben
in Frieden und in Harmonie.
Ich sah den Ort im Traum entschweben.
Doch blieb ein Hauch
von Poesie.

© Ingrid Herta Drewing

Nostalgisch

Den Platz am Fluss,
wo sommers unter Weiden
wir Schatten fanden
vor der Sonne Glut,
nur wir ihn kannten,
so geheim und gut.
Man konnte ungesehen
sich entkleiden;
welch ein Genuss
das Bad in kühler Flut!

War jüngst vor Ort,
fand nicht mehr unsre Bäume.
Die kleine Wiese,
asphaltiert und kahl;
kein sanftes Fließen,
betoniert und fahl
die Böschung dort.
Nur noch in meinen Träumen
bleibt dieser Jugend Hort:
Es war einmal.

© Ingrid Herta Drewing

Neujahrswunsch

Wie diese Taube, nah der Dach – Antenne,
im Sonnenlicht des Morgens sich genügt,
so möchte ich von Lärm und Hast mich trennen
und bleiben doch ins Leben eingefügt.

Ja, es bewusst im Wesen auch erfassen,
bevor mein Tag den Abend kommen sieht,
und seine Wunder auf mich wirken lassen,
das Feuer fühlen, das in allem glüht.

In diesem grünen Land der Wälder, Wiesen,
der Städte, die an Parks und Gärten reich,
wo klare Flüsse hin zum Meere fließen,
Libellen, Silberreiher-Spiel am Teich.

Hier möcht‘ ich, bar des Grauens der Natur,
erleben ihrer Schönheit sanfte Spur.

© Ingrid Herta Drewing

Geschenkte Zeit

Die Zeit, die wir gewinnen,
gewährt dem Leben Raum.
Es kann beherzt beginnen,
beseelt, mit allen Sinnen,
was lange war nur Traum.

Da darfst du nun gestalten
und fühlst des Daseins Kraft,
dich lösend von den alten
Chimären, deren Walten
vergangen und erschlafft.

Und folgst den neuen Wegen;
doch,was du lieb erschaut,
entgeht nicht deinem Hegen;
du wirst es hüten, pflegen,
weil es dir anvertraut.

© Ingrid Herta Drewing

Silvestergruß

Silvestertag, so soll er sein,
er strahlt in goldnem Sonnenschein
auf blauer Himmelsbühne.
Was gestern sich noch grau fand ein,
darf heute glänzen licht und fein;
es fehlt die Abschiedsmiene.

Das alte Jahr sagt froh Adieu,
fast frühlingshaft, hier ohne Schnee,
fern aller Kapriolen.
die grünen Vögel in der Höh‘
begrüßen hier am klaren See
das neue unverhohlen.

Wir hoffen, dass in hellem Licht
2014 zeig‘ Gesicht
als Jahr in Wohlstand, Frieden,
erfüllen gerne unsre Pflicht
und scheuen auch die Mühen nicht,
die uns damit beschieden.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Wünsche zum Jahreswechsel

Es endet das Jahr, und ein sinnender Blick
gleitet noch sanft auf Vergang’nes zurück;
doch Hoffnung flammt auf in den Herzen:
Das Neue möge beginnen mit Glück,
sich ändern, was schien als ein böses Geschick,
vorbei seien Kummer und Schmerzen!

Wir Menschen erhoffen und wünschen so viel
in unserem kurzen, irdischen Spiel
und wollen nichts Schönes versäumen,
erstreben im Leben manch seltsames Ziel,
wählen für Unmut oft falsches Ventil
und suchen Genesung in Träumen.

Ersehnen uns wohl eine bessere Welt,
wo Liebe und Treue mehr zählen als Geld,
auch soll endlich Friede hier werden.
Wir danken dem Schöpfer, der alles erhält,
was täglich uns Heimat schenkt und gefällt
auf dieser sich wandelnden Erde.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Weihnachtszeit

Silberne Sterne
und Tannenduft im Zimmer,
Beschauliche Zeit.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Weihnachtsfreude

Gleich einem Traum erwacht in Stille
die Freude mir, dies Glücksgefühl!
Ich fass‘ es kaum, nun kennt mein Wille
im Jetzt und Hier kein falsches Ziel.

Ja heute ward uns neu gegeben
ein klarer Blick, vom Licht gelenkt,
ein Kindlein zart, das unser Leben
so froh beglückt, mit Lieb‘ beschenkt.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Dezembermorgen

Ein Wintermorgen, sonnig, klar,
und überm Dache tanzt der Rauch
ins Blaue seine Pirouetten.
Dort, wo noch gestern Nebel war,
erglänzt nun Raureifs zarter Hauch.

Ein Tag der Helligkeit, sonst rar,
und Frische, die den Sinn jetzt auch
belebt, lässt winterlich die Stätte,
geschmückt adventlich, wunderbar
erscheinen hier im Festtagsbrauch.

© Ingrid Herta Drewing,2013