Archive for the Category Liebe

 
 

Lebenskreis

Ich gehöre auch zu jenen,
die im Bann der Poesie
sich auf Bilder, Worte lehnen
und in Versen, Klängen sehnen
nach dem Lied der Harmonie.

Ist’s doch wunderbar auf Erden,
dass hier vieles wächst und lebt
und trotz mancherlei Beschwerden
zart erblüht, zu neuem Werden
aufwacht und erstarkend bebt.

So, als sei kein Tod gegeben,
währe ewig dieses Glück;
fern von allem dunklen Streben
hier im Kreislauf schwebe Leben
unaufhörlich, ohn‘ Zurück.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Frühlingslüfte

Erquickend dieses Streicheln milder Lüfte,
die zärtlich mir nun Kinn und Wange kosen,
des Südwinds sanftes Schmeicheln, Blütendüfte,
und nasenselig träum‘ ich von Mimosen.

Es lockt im Licht ihr goldengelber Flausch,
das duftig zarte, blühende Gefieder.
Ein Mignon-Klang schenkt mir des Südens Rausch;
Erinnerungen singen süße Lieder.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Vorfrühlings-Spaziergang

Der Himmel schwelgt in tiefem Blau.
Es greift der Sonne Strahlen
in Bäume, Büsche, Feld und Au,
verströmt sich mild;der Mauern Grau
mag golden sie bemalen.

Dich lockt die frische Luft hinaus,
lässt dich vom Licht beleben.
Der süße Duft dort vor dem Haus
im Hyazinthen-Blüten-Flaus
scheint als Geschenk gegeben.

Gehst gern spazieren, froh gelaunt,
und hörst die Amsel singen,
den Bach, der frühlingsmunter raunt,
siehst Krokus-Grüppchen,hell erstaunt,
ihr Farbenspiel erbringen.

Jetzt fühlst du,wie sich vieles regt,
im Frühling zu erglühen.
Der Südwind Wipfel mild bewegt,
und die Natur hier zärtlich hegt
das Leben im Erblühen.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Liebeskummer

Es ist ganz traurig Valentin,
denn seine Valentine
beachtet ihn nicht, weil sie ihn
jüngst flirten sah mit Ann-Katrin,
der üppigen Blondine.

Er pflückt ihr einen Rosenstrauß,
will sie damit versöhnen.
Doch sie sieht ihn und nimmt Reißaus,
verschließt die Tür zu ihrem Haus,
will ihn wohl gar verhöhnen.

Nun schreibt im Brief er ein Gedicht,
gesteht, dass er sie liebe,
sie sei sein Stern, sein Sonnenlicht
und nur sie zähle, andre nicht,
für sie sein Herz nur bliebe.

Sie traut den süßen Worten nicht,
und fragt nach seiner Treue.
Er habe, so sei der Bericht,
mehrfach missachtet diese Pflicht,
ob es ihn wirklich reue?

Bedenk‘ dein Wort, oh Valentin,
dies‘ eifersüchtig‘ Wesen
hat’s dir noch lange nicht verziehn!
Da musst du dich noch mehr bemühn,
bevor ihr Leid genesen!

© Ingrid Herta Drewing,2014

Liebe

Ja, Liebe, dir zu widersprechen,
ist uns versagt, du hast die Kraft,
das stärkste Bollwerk sanft zu brechen,
und heilst, wo tief die Wunde klafft.

Du meisterst kühn den Sturm der Meere,
und Eis schmilzt hin in deiner Glut.
Du überbrückst der Wüste Leere
und lenkst in Bahnen wilde Flut.

Wo du in deinem Rosenkleide
die dunkle Erde zart berührst,
erblüht sie grünend, fern dem Leide,
und wird ins helle Licht geführt.

© Ingrid Herta Drewing

Idole

Mancher Mensch wünscht, er wär‘ Sieger,
sieht sich selbst als graue Maus
und bewundert Überflieger,
denen Ruhm winkt und Applaus.

Es geht meist um Glamour, Sport
oder kühne Abenteuer,
während er malocht vor Ort
und hier brav zahlt seine Steuer.

Ach, er wär‘ gern so ne VIP,
hätte Fans, die ihn verehren;
bei YouTube sein Videoclip
würd‘ Millionen ihm bescheren.

Was er sieht, das ist geschönt,
folgt nur kurz der Mode Schein.
Viele, von der Welt verwöhnt,
fielen tief, arm und allein.

Wer dich liebt, den magst du hegen,
Menschen, dir persönlich nah,
Empathie, Zuneigung pflegen,
denn sie sind auch für dich da.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Drei Varianten

zur Wortvorgabe:Amour, Feuerwerk,rosa,Ohr,Wort

1. Traum

Dies‘ Feuerwerk! Oh, mon amour!
Wir kannten beide keine Uhr.

Der Morgenröte rosa Wort,
ein zärtlich Flüstern klingt in meinen Träumen,
erreicht mein Ohr;ich möcht‘ den Tag versäumen,
verweilen hier im Liebes-Hort.

2.Guter Rat

So mancher, der dies‘ Feuerwerk Amour
besang mit rosafarb’nen Fügelworten,
fand bald sich wieder auf der falschen Spur
an fremden,aschefahlen,öden Orten.
Drum hüte wohl,was sie dir flüstert in dein Ohr,
bewahre ihr Geheimnis, sei kein tumber Tor!

3.Korb

Wo ist das Feuerwerk
einer Amour fou?
Rosafarben
treffen deine Süßholzworte
auf taube Ohren.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Geheimnis

Keine Regel
erlaubt dir
die Ordnung
eines Bildes.

Noch immer
junger Morgen,
Liebe,
verborgene
Augenblicke.

Licht im Nebel
auf den
steinigen Pfaden
vom Ich zum Du.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Lebensfluss

Es springt die Zeit aus jener fernen Quelle
und fließt im muntren Lebensfluss dahin,
umspült auch deines kleinen Glückes Schwelle,
verändert dir im Strömen Sicht und Sinn.

Gleich Inseln, diese schönen Augenblicke,
die du erleben darfst, doch halten nicht!
Doch nimmt die Zeit auch Leid und Schmerzgeschicke,
schenkt Freude, Liebe, nicht nur den Verzicht.

Mit ihr wirst du dereinst zum Meer gelangen,
in welches letztlich alle Wasser münden,
in seinen Tiefen ruhen; kein Verlangen
wird drängen dich, dein Sein dort zu ergründen.

Du fühlst von sanfter Welle dich gehoben,
dein Leben mit dem Ewigen verwoben.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Grillensänger

Mit einer Pflanze importiert,
ist ungebeten er gekommen.
Jetzt zirpt er hier, ganz ungeniert,
hofft, dass ein Weibchen ihn vernommen.

Er weiß nicht, dass hier keine ist,
die seinen Paarungsruf will hören.
Doch mir vermag der Lockung List
die Ruhe in der Nacht zu stören.

Zu schrill ist Heimchens Sehnsuchtszirp,
sodass ich ihn nun werde fangen
und exportier’n; gedeih, verdirb!
Mag er woanders Lieb‘ erlangen.

So manchen Sängers Minnelied
trifft in der Welt auf fremde Ohren,
und es erreicht nicht das Gemüt.
Die Liebesmüh‘, sie ist verloren.

© Ingrid Herta Drewing,2014