
Der Abend naht, die Sonne sinkt
und zärtlich schenkt sie ihre Glut,
die rötend durch die Wolken blinkt.
Mein Auge Farbenschönheit trinkt,
ich fühl‘ in diesem Bild mich gut.
Ach, Abend sagen, birgt so viel,
ist mehr als nur ein zeitlich‘ Ende,
wenn du erreicht ein kleines Ziel,
ermattet von des Tages Spiel,
dir Ruhe gönnst, im Schoß die Hände.
Gilt doch der Nacht auch sein Willkommen,
entlässt das Wachen in den Traum,
wo uns der Schlaf darf heilend frommen.
Uns wird Bewusstes kühn genommen,
entführt in eignen, weiten Raum.
Ja, Abend sagen, heißt auch gehen,
da schwingt der Abschied leise mit.
Das Leben lässt es stets geschehen,
und ob wir uns dann wiedersehen,
zeigt erst des Morgens sanfter Schritt.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Januar 19th, 2017 | Abendstimmung, Besinnliches | Tags: Abend, Abendröte, Abschied, Bewusstsein, Leben, Nacht, Schlaf, Sonne, Traum, Wehmut | 0 Comments

Zart grüßt der Tag;die Morgenröte
im Osten mischt sich ins Türkis.
Als ob ein Aquarell er böte,
die Farbe in Pastell zerfließt.
Vom Reif die Landschaft angehaucht,
ein Silberweiß, nur sanft Kontrast.
Sich kräuselnd tanzt ein zarter Rauch,
der überm Dache Himmel fasst.
Im Frost ruht vieles noch erstarrt.
Auf der Kastanie kahlen Ästen,
da sitzen traulich und apart
zwei Krähen still als Wintergäste.
Wenn Sonne wärmend sie belebt,
erheben sie die schwarzen Schwingen;
und kurz ihr knarrend Krächzen schwebt
mit ihnen über allen Dingen.
© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing
Januar 18th, 2017 | Nerotal, Winter | Tags: Frost, Kahle Bäume, Krähen, Morgenröte, Nerotal, Sonne, Stille | 0 Comments
Des Winters Sternenglück, die sanfte Stille
liegt auf der Landschaft wie ein weißes Tuch,
als wolle hier ein unbedingter Wille
die Erde schützen vor des Frostes Fluch.
Damit das, was sonst üppig wächst, mag ruhen
und in sich kehren, sammeln neue Kraft,
bis Frühling naht auf Zefirs Flügelschuhen,
es zart erweckt, sein blühend‘ Reich erschafft.
Hell wird der Sonne goldnes Lied erklingen,
das nun im Nebelspiel oft grau verwebt,
der Amsel Melodien zärtlich schwingen,
und lindes Leben in den Lüften schwebt.
Doch noch währt hier des Winters karge Zeit;
auch wir zum Innehalten sind bereit.
© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
Januar 10th, 2017 | Schnee, Sonette, Winter | Tags: Amsel, Blüten, Frühling, Kraft., Lebensfreude, Schnee, Singvögel, Sonne, Winterruhe | 0 Comments
Der himmelblaue Wintertag,
verbrämt von goldnem Sonnenlicht.
Ein Wetter so, wie ich es mag,
auch wenn der Frost fasst ins Gesicht.
Da ist die Luft so rein und klar,
kein Smog fängt uns im Nebelgrau.
Doch Glatteis gibt es hie und da
und nötigt uns zur Straßenschau.
Am Vogelhäuschen grüßen Gäste,
sie zwitschern, fliegen ein und aus,
als feierten sie frohe Feste
gemeinsam in dem kleinen Haus.
Ich stehe, schaue ihnen zu
und lob den Tag, der mir gefällt,
genieße die Natur in Ruh‘
in meines Gartens Winterwelt.
© Ingrid Herta Drewing,2017
Januar 5th, 2017 | Natur, Winter | Tags: Friede, Frost, Himmelblau, Idylle, Innehalten, Lebensfreude, Natur, Sonne, Vogelhäuschen, Winter | 0 Comments
Es hat nun Winter über Nacht
hier einen Hauch von Schnee gebracht,
der Baum und Strauch verhüllt.
Die Landschaft glänzt in weißer Pracht,
am blauen Himmel Sonne lacht,
die Kinder Glück erfüllt.
Sie können einen Schneemann bauen,
der wird,weil Frost ist,noch nicht tauen
obwohl er doch recht klein.
Vergnügt sie ihrem Werk vertrauen,
er steht im Garten, soll dort schauen,
wer rausgeh’n wird und rein.
© Ingrid Herta Drewing,2016
Januar 2nd, 2017 | Winter | Tags: Glück, Kinder, Lebensfreude, Schnee, Schneemann, Sonne, Winter | 0 Comments
Der Rhein blickt heute recht benebelt drein,
nur die Platanen lassen’s Ufer finden,
dieweil die Platte hell im Sonnenschein
darf Lust hier auf Wiesbaden schön verkünden.
Dort haben Frost und Nebel über Nacht
aus Raureif zart der Bäume Zier geklöppelt,
doch Rheines Wasser, jetzt noch warm bedacht,
hat über sich nur Luft, die feucht bedröppelt.
Doch Vater Rhein kann solches nicht beirren,
er hat den Winter eisig schon gesehen,
da konnten nach des Zweiten Weltkriegs Wirren
viel Menschen über ihn ohn‘ Brücke gehen.
Und bald hat auch der Nebel sich verzogen,
dann glänzt er hier als klares Silberband,
der Strom Europas, der uns, da gewogen,
zum Rheingau führt in goldnen Weines Land.
© Ingrid Herta Drewing,2016
Dezember 30th, 2016 | Nebel, Rhein | Tags: Europastrom, Nachkriegszeit, Nebel, Platte, Rhein, Rhein zugefroren, Rheingau, Sonne | 0 Comments
So mögen wir dich, Winter, nicht,
nasskalt mit nebligem Gesicht!
Viel lieber ist’s uns, wenn du trocken.
Jedoch darfst du mit Flocken locken,
wenn du aus hohen Himmels Ferne
uns schickst den Schnee, die weißen Sterne.
Statt nass auf Wolkengrau zu schalten,
lass doch hernach die Sonne walten,
die alles hell bestrahlt, einhüllt
und traumhaft, klar den Tag erfüllt!
© Ingrid Herta Drewing,2016
Dezember 22nd, 2016 | Winter | Tags: Helligkeit, Klarheit, nasskalt, Regen, Schnee, Sonne, Winter | 0 Comments


Die Sonne dringt ins Tal, ein Wintermorgen
schlüpft raugereift aus Frostes klarer Nacht.
Der Farben Fülle prangt noch, wohl geborgen.
Es hüllt kein Schneepelz ein hier ihre Pracht.
Zwar hält nun Raureif manche Bank besetzt,
beansprucht in den Wiesen sein Revier.
Doch kleine Kinderhände haben jetzt
zart eingegriffen in die kalte Zier.
Auch finden trotz des Eises dort im Teich
die Enten hurtig freie Wasserstellen,
und in des kleinen Wasserfalles Reich
stürzt wie bisher der Schwarzbach in die Schnellen.
Noch tragen manche Bäume Herbstes Frucht,
erleichtern so der Vögel Futter Suchen.
Sie bleiben da und planen keine Flucht;
und hier im Park obsiegt nicht Frostes Fluchen.
© Ingrid Herta Drewing,2016
Dezember 4th, 2016 | Natur, Park, Wiesbaden, Winter | Tags: Baumfrucht, Eis, Enten, Farbenfülle, Frost, Halsbandsittiche, Kinder, Nerotal, Raureif, Sonne, teich, Vögel, Zweiter Advent | 0 Comments
Es haben Frost und Nebelnacht
gewirkt den Blättern zarte Spitzen.
Der Raureif ziert den Efeu sacht,
der weiß gerändert darf aufblitzen.
Er liegt da auf der Brücke Stein,
darf grün sich in den Morgen malen
und in des Winters Sonnenschein
sein Pflanzenleben hier ausstrahlen.
Der Teich trägt eine Haut aus Eis.
Sie schließt die Blattfotille ein,
die gestern hier noch schwamm ganz leis
und jetzt glänzt in kristallem Sein.
Ganz fremd erscheint in diesem Bild
der Ruf der Halsbandsittichscharen,
die heute von der Sonne mild
verlockt,recht froh zugegen waren.
© Ingrid Herta Drewing,2016
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Dezember 3rd, 2016 | Natur, Park, Wiesbaden, Winter | Tags: Brücke, Efeu, Eisschicht, Halsbandsittiche, Nerotal, Park, Raureif, Sonne, teich, Winter | 0 Comments
Klarer Wintertag,
des Raufreifs Spitzenkleider
zieren die Bäume.
© Ingrid Herta Drewing
November 28th, 2016 | Haiku & Co, Winter | Tags: Bäume, Frost, Klarer Tag, Naturschönheit, Nebel, Raureif, Sonne, Winter | 0 Comments