Nebliger Tag
Der Kirche Türme,
der Bäume kahle Kronen
vom Nebel verschluckt.
Gleich stummen Spukgestalten
säumen sie hier die Allee.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Der Kirche Türme,
der Bäume kahle Kronen
vom Nebel verschluckt.
Gleich stummen Spukgestalten
säumen sie hier die Allee.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Nimm einen Morgen wie diesen!
Blauhimmel über dem Wald,
Nebelhauch, Tau netzt die Wiesen,
in Gold grüßt der Sonne Gestalt.
Lass deine Blicke weit schweifen
vom Berg hinab in das Tal,
dich ganz von Stille ergreifen;
fern sei nun Sorge und Qual!
Was dir groß, mächtig erschienen,
wirkt von hier oben so klein.
Alles darf letztlich nur dienen
einem lebendigen Sein.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Wir, die häufig im Nebel verweilen
auf der Suche nach Wegen zum Licht,
unsre irdischen Ängste hier teilen,
lesen verwundert des Lebens Zeilen,
wenn es von Ende und Abschied spricht.
Gern möchten wir da Aufschub erhoffen,
erleben allen Zauber der Zeit,
wenn die Freude Türen hält offen,
weil wir das Glück, die Liebe getroffen,
hier von Argwohn und Kummer befreit.
Doch gleicht’s dem Vogel, lässt sich nicht halten,
fliegt, sich aufschwingend, plötzlich davon.
All unser Wirken, sorgendes Walten
kann keine Melodie mehr gestalten,
und leise verklingt der letzte Ton.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Die Last der Jahre stapelt sich in Schränken,
auch die Regale nehmen nichts mehr auf.
Nun wird es Zeit, die Habe zu verschenken,
nichts zu erübrigen für neuen Kauf.
Dem Nachkriegskind fällt’s schwer, sich da zu trennen,
weiß es doch noch, wie kostbar alles war:
die ersten Bücher, die es durft‘ sein eigen nennen,
die ihm die Welt erschlossen, hell und klar.
Doch vieles, was man hat, wird zum Ballast.
Drum gilt es nun, sich tunlichst zu befreien,
sich neu zu ordnen ohne Stress und Hast,
dem Leben neuen Glanz im Licht verleihen.
Auf dass man vorwärts gehe unbeschwert
und schaue auf des Lebens wahren Wert.
© Ingrid Herta Drewing,2015
.
Das‘ blasse Gesicht
des Tagesmondes im Blau
des Winterhimmels.
Erste Rauchpirouetten
tanzen über den Dächern.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Christrosen lieblich grüßen.
So weiß und zart wie Schnee
erhellen sie das Grau.
Verhüllend Himmels Blau,
lässt noch die Nebelfee,
dicht schwebend überm See,
den Tag verschleiert büßen.
Doch bald wird sich hier zeigen
im Glanz der Sonne Licht;
und ihre Strahlenschau
enthüllt dann klar, genau,
wie schön Natur verspricht
in zärtlichem Gedicht,
was nur dem Leben eigen.
© Ingrid Herta Drewing,2015
Sternenlose Nacht,
doch weiße Wolken treiben
dort vor dunklem Blau.
Und ihr himmlisches Leuchten
schenkt der verborgene Mond.
© Ingrid Herta Drewing,2014
So traurig, wie dies neue Jahr
hier wettermäßig spricht
mit grau gedimmtem Licht,
will ich’s nicht nehmen wahr.
Es graut mir vor dem grauen Tag,
der nasskalt, unverdrossen
nur Regen ausgegossen,
kenn keinen, dem’s behag‘.
Ich sehne mich nach Sonne, Licht
und klarem Winterblau.
Jedoch, wohin ich schau,
verschlossen ihr Gesicht!
© Ingrid Herta Drewing,2015
Da stehen sie in Reih und Glied
in der Allee, Platanen
und gleichen starken Recken,
die ihre Fäuste strecken,
den Winter ernst zu mahnen,
der ihnen harten Frost beschied.
Das alte Jahr ist bald vorbei,
in Grau geht es zur Neige.
Und mag der Schnee auch decken,
was Vögel sonst beflecken,
So bar der zarten Zweige
bleibt fern der grüne Papagei.
Dort, wo der hohen Bäume Macht
ihn schützt, gewährt ihm Wohnen
mag er sich nun verstecken.
Doch kann man ihn entdecken,
wenn in den kahlen Kronen
sein lautes Käckern er entfacht.
© Ingrid Herta Drewing,2014
Böller hallen durch die Straßen.
Zu Silvester dies‘ Komplott
der Dämonen, die vergaßen,
dass das Knallen ohne Maßen
ist nur teurer, übler Trott.
Fackeltanz der Pyromanen;
jährlich immer wieder neu
schicken sie des Feuers Fahnen
und Raketen auf die Bahnen,
lärmen, zündeln ohne Scheu.
Keine Rücksicht, man lässt’s krachen,
fragt nicht nach, ob Not und Leid
Menschen, Tiere trifft; zum Lachen
wär’s, Gedanken sich zu machen.
Jetzt herrscht für sie Kracher-Zeit.
© Ingrid Herta Drewing,2014