Kriegstreiber

Da geifern sie,
Berater, alte Männer,
die Greifer, Falken,
Macht und Krieges geil.

Da zündeln sie,
und Trump schickt Twitter-Renner,
biegt manchen Balken,
lügt sich selbst kein Heil.

Da sollten sie
erweisen sich als Kenner,
doch im Verkalken
zeigen sie ’s derweil.

Nichts bringen sie,
was gut wär, auf den Nenner,
zerstörend walken
sie täglich Zeil um Zeil.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Maiabend

Nun mag der Tag sich in die Nacht versenken,
der Sonne Gold sich röten, ihre Glut,
am Horizont zerfließend, sich noch schenken
als Abschiedsgruß in leuchtend warmer Flut.

Und lieblich klingt ein Melodienreigen,
doch bald verstummt der Amsel Lied im Tal.
Die ersten Sterne sich am Himmel zeigen,
im Dunkelblau erscheint der Mond jetzt fahl.

Wir sitzen lieb beisammen noch im Garten,
genießen ruhig dies beschaulich‘ Bild.
Ein Hauch von Düften, Blüten, jenen zarten,
noch mild die linde Maienluft erfüllt.

Bis kühl ein frisches Lüftchen weht ums Haus,
und schließlich löschen wir das Windlicht aus.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Morgengebet

Wir danken, Vater, für das Tagen
nach langer Nacht und tiefer Schuld.
Verleih uns Mut, nicht zu verzagen,
beschütze uns vor Ungeduld,
hier vorschnell, schädlich, falsch zu handeln,
der Schöpfung Schönheit zu verschandeln!

Herr, der du uns in deiner Güte
dies irdisch‘ Paradies geschenkt,
der Pflanzen Grünen, ihre Blüte,
die hin zu Frucht und Reife lenkt,
gib uns auch Kraft, auf weisen Wegen
in deinem Sinn dies Gut zu hegen!

Wir bitten dich um wahren Frieden,
die Güte und den wachen Blick,
einander helfend zu behüten,
fern sei uns Hass und Kriegsgeschick!
Lass uns, was heilen hilft, erkennen
und Leben, Lieben nicht mehr trennen!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Ermunterung zum Aufbruch

Des Maientages Helle mag nun fruchten,
dein kleines Boot am Ufer liegt bereit,
sagt dir: „ Steig ein, denn jetzt beginnt die Zeit,
zu gleiten aus den altbekannten Buchten,
neu ruft das Leben, und die Welt ist weit!“

Viel gilt es zu erfahren und zu schauen,
was dir die Sinne, Seele schön erfüllt.
Manch fremd Geheimnis, das sich dir enthüllt,
lehrt dich, auch jenen Kräften zu vertrauen,
die dich dann stärken, wenn dein Mut gewillt.

Die Segel hiss‘ und lass dich weithin tragen
dorthin, wo deines Fernwehs Träume sind!
Mag sein, dass sie der Illusionen Kind,
und dennoch gilt es, diese Fahrt zu wagen,
zu finden jene „ Inseln unterm Wind“!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Zu Monets Gemälde „Klatschmohn in der Gegend von Argenteuil“

Inmitten einer Sommerwiese,
umflort von Gräsern, rotem Mohn
spazieren wie im Paradiese
gemächlich hier auf grünem Vliese
Camille, Michel, der jüngste Sohn.

Im Hintergrund umrahmen Bäume
ihr helles, rot bedachtes Haus.
Der sanften Landschaft Mittags-Räume
erblüh’n im Glanz der Sommerträume
und locken hell ins Licht hinaus.

Hier lässt des Malers Blick dich schweben,
wo Wolkenweiß Blauhimmel kennt
und Wiesenwogen, Mensch und Leben
natürlich, hoffnungsfroh verweben,
was sonst so oft durch Hast getrennt.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Sommernachtstraum in der Großstadt

Frühsommernacht, ich lehn‘ am off’nen Fenster;
es scheint der Mond, und leichter Fliederduft
verdrängt des Feinstaubs, Abgasmiefs Gespenster,
und auch mein Kräuterkasten würzt die Luft.

Wo lärmend der Verkehr der Großstadtstraße
am Tag den höchsten Pegel hier erreicht,
scheint zu verebben, was sonst über Maßen
zum Anlass wird, dass man die Segel streicht.

Nun weht ein frischer Wind vom Berg ins Tal,
gewährt, dass man darf lüften, atmen frei,
und Vollmonds Silber streift der Mauern Fahl
verzaubert die Fassade sanft im Mai.

Da könnt‘ die Sommernacht mir Träume schenken;
Doch aus der nahen Kneipe tönt Geschrei!
Ich schließ‘ das Fenster, um mich abzulenken,
und les‘ mein Lieblingsbuch, noch nachts um Zwei.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Maienlied

Das Maiengrün, der Zauber erster Liebe,
in einem Frühlingswald so lind erwacht,
als ob hier Elfen ihre Lieder schrieben,
mit Liebe, Anmut, Zärtlichkeit bedacht.

Auch Sommers Glut, des Herbstes Flammenfarben,
sie malen sich in der Erinn’rung Bild.
Die Träume, die in Winters Stille starben,
sie wachen auf in jedem Frühling, mild.

Sie wirken hier in wundervollen Kreisen,
und sanft erfüllen darf sie die Natur.
Wir folgen dieser Schöpfung, die so weise
auch unsrem Leben schenkt die lichte Spur.

Und hegen dieses Glück mit allen Sinnen;
im Spiel der Zeit ein stetes neu’ Beginnen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Pfingstgedanken

Nicht Mauer sein, nicht Wall, der alles trennt,
die Tür sein, die in Freiheit, Weite führt,
die Brücke, die verbindet, was getrennt,
ein Mensch sein, den die Nächstenliebe rührt.

Nicht Feuer sein, im Wahn die Welt zerstörend;
doch Frühlingsregen, der die Erde netzt,
sie hegend, auf des Lebens Stimme hörend,
der Sonne gleich, die sie ins Blühen setzt.

Mit wachen Augen durch das Leben gehen
und Fehler nicht nur bei den Andern sehen,
von Eitelkeit geblendet und gehemmt.

Sich nicht im Starrsinn dumpf ums Ego drehen,
versuchen, andre Menschen zu verstehen,
erscheinen sie zunächst auch noch so fremd.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing

Wedding Day in Windsor

Hochzeitssensation,
viele warten schon,
um in Windsors Gassen,
nah Britanniens Thron,
etwas zu erfassen.

Pompöses Theater,
das PR- Berater
als Event begrüßen;
zwar fehlt Meghan’s Vater,
doch regnet ’s Devisen.

Fans der Monarchie
gibt’s dort, so auch hie,
die froh als Touristen,
beglückt wie noch nie,
ihr Fähnchen hoch hissten.

Prinz H. und die Maid,
ViPs ihrer Zeit.
Im Focus das Pärchen,
dies Königsgeleit
für viele ein Märchen.

Wie ’s so um sie steht,
im Honeymoon geht,
die Presse wird ’s wagen,
obwohl ’s obsolet,
Details anzusagen.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingsdüfte

Rosen Balkon

Der Mai schenkt uns die sonnigmilden Lüfte
und lässt die Pflanzen grünen, blühend strahlen.
Bereits am Morgen dringen ihre Düfte
zu mir herein, Aromen auszumalen.

Ein Labsal sind Lavendel, Rosmarin,
Basilikum und Thymian, Salbei, auch
Petunien, die in süßer Sehnsucht blühn,
und, lieblich fein erwacht, der Rosenstrauch.

Es schwingt ein Lächeln in den Rosenblüten,
die sich entfalten hier im Sonnenlicht.
Ihr Duft, ein zarter Hauch, der von Behüten
des Lebens durch des Schöpfers Gnade spricht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,